{"id":2610,"date":"2013-09-29T21:21:34","date_gmt":"2013-09-29T19:21:34","guid":{"rendered":"http:\/\/strubbelmiez.de\/?p=2610"},"modified":"2013-10-04T15:32:11","modified_gmt":"2013-10-04T13:32:11","slug":"wir-ueben-mal-ein-bisschen-krankendrama","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wir-ueben-mal-ein-bisschen-krankendrama\/","title":{"rendered":"Wir \u00fcben mal ein bisschen Krankenhausdrama&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><b>Eines m\u00f6chte ich am Anfang dieser Tapete nochmals loswerden: G\u00e4be es nicht die Leute, die mir in jeglicher Art, wie auch immer, geholfen und mich aufgemuntert h\u00e4tten, w\u00e4re der Albtraum wohl schlimmer als beschrieben ausgegangen.<\/b><\/p>\n<p><b>&nbsp;<\/b><b>Es ist wirklich im positiven Sinne verr\u00fcckt, wie viele Leute ich hinter mir habe. Noch verr\u00fcckter ist, dass man sie alle im Internet kennen lernte, ob nun in Foren oder auf sozialen Netzwerken, die in dieser Hinsicht ihren Namen verdient haben.&nbsp; Ich bekomme auch sehr viel Unterst\u00fctzung von meinen Direktnachbarn, denen ich ebenfalls st\u00e4ndig dankbar bin und das auch von Angesicht zu Angesicht sage. Es ist irre, wie sehr man sich zumindest im privaten Umfeld aufgefangen f\u00fchlt. Das muss auch&nbsp; in n\u00e4chster Zeit begossen werden. Ich kann jedenfalls nicht mehr warten, bis ich wieder mehr als 10 Minuten stehen, gehen und normal sitzen kann. Denn das w\u00fcrde zu lange dauern.&nbsp;<\/b><\/p>\n<p><b>Trotzdem schicke ich ein dickes Dankedankedanke voraus und ein kleiner, vielleicht lustiger Erfolg: Ich h\u00e4tte unter der Dusche den besten ..\u00e4h Rocker oder Boogie\u2026Sonst wast\u00e4nzer abgegeben, wenn ich eine Gitarre in der Hand gehabt h\u00e4tte. Ich konnte also endlich duschen, statt mich am Waschbecken zu waschen. Ich stand gute 10 Minuten darunter und seifte herum, als m\u00fcsste ich mir ganze 4 Wochen herunterschrubben und schlackete dabei m\u00e4chtig mit den Knien &#8211; ein Bild f\u00fcr G\u00f6tter. Ich kann sogar selbst dr\u00fcber lachen, auch wenn es h\u00e4tte schief gehen k\u00f6nnen. Nein, ich bin nat\u00fcrlich sauber aus der Klinik gegangen, aber k\u00f6nnte man sich Erlebnisse herunterwaschen, w\u00e4re so mancher Facharzt wohl doch verhungert.<\/b><\/p>\n<p>Und nun zur Tapete, die viel Geduld erfordert, aber ja auch nicht im ganzen St\u00fcck gelesen werden muss. Und wer interessiert ist, wird sich der Leseherausforderung auch stellen \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Man m\u00f6ge mir verzeihen, dass ich noch&nbsp; nicht die f\u00fcr abends verordnete Jubelpille namens \u201eSaroten\u201c eingenommen habe. Macht aber nichts, ich bin n\u00e4mlich noch immer ein sehr lebenslustiger Mensch, ganz im Gegenteil zu dem, wof\u00fcr dieses Medikament eingesetzt wird. Mein soziales Umfeld wird es sicher auch lachend best\u00e4tigen. Tiefpunkte haben wir alle mal. Und nein, man sorge sich nicht, dass ich aus der Psychiatrie aus schreibe oder gar geflohen w\u00e4re. Ich war eine ganz normale Patientin die ganze 4 Wochen (also zuzahlungspflichtigen Zeit) aufgrund starker Schmerzen in den F\u00fc\u00dfen und danach gestellter Diagnose in der \u201eLungenstation\u201c lag.<br \/>\nStopp\u2026was ist eigentlich \u201enormal\u201c und was macht eine Patientin mit schmerzenden F\u00fc\u00dfen eigentlich auf einer solchen Station? Gut, das kann man sicher noch kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Wenn der ambulant behandelnde Arzt nicht mehr weiterkommt, mir zu helfen, schreibt er eine \u00dcberweisung an einen Facharzt in einer Klinik, um \u00fcber evtl. Aufnahme im richtigen Bereich zu veranlassen. Gut so, denn nicht jeder kann alles, wie auch im med. Bereich.<br \/>\nIn meinem Falle war es die Neurologie. Im ersten Moment, als ich es auf dem Schein las, dachte ich, der behandelnde Arzt w\u00fcrde mir Einbildung meiner Schmerzen unterstellen und fragte nach. Falsch gedacht, es ging tats\u00e4chlich um die \u201eNerven\u201c. Gerade f\u00e4llt mir siedendhei\u00df die Frage ein, warum man mich nach der st\u00e4ndigen Feststellung der falschen Station nicht wieder in einen solchen Bereich zur\u00fcck\u00fcberwiesen hat bzw. verlegte, da es jetzt erwiesenerma\u00dfen \u201eNervensache\u201c ist. Fast niedlich im positiven Sinne ist es, wenn sehr junge \u00c4rzte und \u00c4rztinnen am Werke sind, die ihre Untersuchungen noch sehr behutsam vornehmen. Vorsichtig ertasten sie die Stellen, um herauszufinden, wo genau der Schmerz sitzt und welchen medizinischen Fachbereich man dann am besten anvisiert. Auch bei der Blutentnahme war kaum Schmerz zu versp\u00fcren und sogar kaum sichtbare Spuren bis auf den frischen Pieks, was ja normal ist. Umsichtig und verantwortungsbewusst finde ich es auch, wenn sie nach ihrer Untersuchung R\u00fccksprache mit ihrem Chefarzt halten. Dieser war ein recht humorvoller, aber w\u00e4hrend der Untersuchung schon etwas energischer Vertreter seines Fachs. Woran es liegt, kann man nur spekulieren. Von \u201elange nicht mehr gemacht\u201c bis \u201eRoutine\u201c, was allerdings kein Zweifel an der Kompetenz sein soll. Ich erlebte so etwas auch in einem anderen Klinikum, in dem etliche \u00c4rzte an meinem Bett standen, sich einfach mal eben ein Bein nahmen und es wieder plumpsen lie\u00dfen. Selbes geschah auch mit den Armen. Eine junge \u00c4rztin fragte mich urpl\u00f6tzlich, ob sie sich ein Bein und einen Arm genau anschauen d\u00fcrfe. Ich bejahte nat\u00fcrlich und sie sah, dass ich am\u00fcsiert war. Auf ihren fragenden Blick hin sah ich die Runde zu den anderen \u00c4rzten und sagte schmunzelnd dass sie wohl als erste oder gar als Einzige bemerkt haben muss, dass der K\u00f6rper im Bett lebt und auch sprechen kann. Die \u00c4rzte guckten vorerst betreten, konnten dann auf mein weiteres Schmunzeln und Zwinkern auch lachen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen \u00c4rzte nicht fragen, aber ich fand es so klasse, dass es eine junge, wohl frisch fertig studierte \u00c4rztin es doch tat.<\/p>\n<p><b>Zur\u00fcck zum letzten Klinikaufenthalt:<\/b> Als Patient wird man also von seinem Arzt in eine Klinik eingewiesen, um die Krankheit und m\u00f6glichst auch Ursachen und richtige Behandlung herauszufinden, richtig? Durch die rosa Brille betrachtet, m\u00fcsste jetzt mein gejubeltes \u201eja\u201c kommen. Nat\u00fcrlich wurden zum Ausschluss etlicher Krankheiten wie MS, Rheuma etc. in den ersten Tagen einige Untersuchungen vorgenommen. Zum Gl\u00fcck best\u00e4tigten sich die Vermutungen nicht. Ich wurde an den H\u00e4nden ger\u00f6ntgt, sp\u00e4ter folgte Ultraschall und einiges mehr, wobei ich mich fragte, warum man nicht in einem Zug mit jeweiliger Technik untersucht. Denn kurz vor Schluss meines Aufenthalts war wieder R\u00f6ntgen angesagt. Auch beim Ultraschall kam das Gleiche vor.<\/p>\n<p>Dann schob man mich zum Hautarzt, bei dem man sich wohl auch eine Punktierung erhoffte. Allerdings war dieser der Meinung, ich w\u00fcrde zu enge Schuhe tragen, ansonsten w\u00e4re meine Haut ok und Punktierung&nbsp; nicht n\u00f6tig. Woran er das festmachte, ohne die Schuhe gesehen zu haben, erfuhr ich auf&nbsp; Nachfrage bis heute nicht. Die Schuhe die ich zu diesem Zeitpunkt anhatte, fand er optimal. <i>\u201eHerr Dr., Sie haben einen tollen Humor, denn es sind Bettschuhe, die mir derzeit gerade mal die einzig f\u00fcr mich tragbaren Fu\u00dfsch\u00fctzer sind.\u201c <\/i>Sehr r\u00fchrig fand ich seine Sprechstundenhilfe. Sie war wirklich sehr um&nbsp; mein Wohl bem\u00fcht und ahnte wohl, dass ich starke Schmerzen hatte. Sie tat wirklich alles M\u00f6gliche, um diese zu lindern und mir die Wartezeit tragbar zu machen. Ich war ja schlie\u00dflich nicht die einzige Patientin. Ihre Kollegin aus der anliegenden Station war da anders. Sie fragte, ob die&nbsp; Frau XY zum Kaffee k\u00e4me. Diese war aber so verunsichert, weil sie mich nicht allein sitzen lassen wollte. Die Stationsschwester winkte l\u00e4ssig ab. Eine Stationsschwester\u2026 ! Ich konnte die Sprechstundenhilfe aber beruhigen und bedankte mich daf\u00fcr, dass sie so r\u00fchrig ist und bat sie nur um ein Glas Wasser und sie k\u00f6nne beruhigt ihren Kaffee trinken gehen. Diese beeilte sich anscheinend sehr (und sicherlich zum Missfallen der Stationsschwester). Sie hakte auch nochmals beim Abholdienst nach. Dieser bescherte mir schon bereits auf der Hinfahrt mit dem Transporter eine Abenteuerfahrt. Das war ein Gef\u00fchl, welches&nbsp; ich seit meiner letzten Fahrt mit dem BVG verdr\u00e4ngt haben musste. Gut, ich war ja angeschnallt, wenn auch als Einzige.<\/p>\n<p>\u00dcber das alles k\u00f6nnte man noch gepflegt abwinken und sich sagen: \u201eOk, der Doc wird sich schon etwas dabei gedacht haben, was auch immer.&#8220; Die Koordinierung, Ultraschall und R\u00f6ntgen h\u00e4tte man zwar in einem Zug erledigen k\u00f6nnen, wenn man sich schon mal in dem jeweiligen Bereich einfinden soll. Das war halt ungl\u00fcckliches Management. Und der Fahrdienst war wirklich stets unter Zeitdruck, denn er war wohl der Einzige, wie ich von ihm vernahm.<\/p>\n<p>Liegt man aber seit geraumer Zeit auf der falschen Station, ist es ebenfalls ein Fehler, den man korrigieren k\u00f6nnte, wenn man ihn schon anscheinend rechtzeitig erkannt hat. Auch hier zeige ich noch Verst\u00e4ndnis. Ich kann nichts daf\u00fcr, ich muss auf die Kompetenz des Personals, vom Arzt bis zum Pfleger, vertrauen. Haarig wird es allerdings, wenn man mir nicht nur erkl\u00e4rt, dass man auf der falschen Station liegt, sondern auch vermittelt, dass man nun ein immer weniger tragbarer Kostenfaktor wird und noch \u00fcber evtl. Schimpfe des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers spricht. ERROR! Zur Erkl\u00e4rung, auf der falschen Station zu liegen, sei es von Anfang an oder erst nach einem gewissen Zeitraum, geh\u00f6rt f\u00fcr mich dazu, mir mitzuteilen, dass f\u00fcr eine richtige Verlegung in den passenden Bereich gesorgt wird. Achja, geschehen sollte das nat\u00fcrlich auch. SOLLTE! Falls sich der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer tats\u00e4chlich \u00fcber h\u00f6here Kosten beschwert haben sollte: Sorry, wenn auch&nbsp; indirekt selbst verbockt und vor allem werden die 4 Wochen ohnehin bezahlt, unabh\u00e4ngig von wem. Und auch der Herr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer wird nicht verhungern oder sollte kurz davor mal \u00fcberlegen, wie er sein Personal brieft oder nach welchen Kriterien er gar einstellt. Ich bin \u00fcbrigens noch gern zu einem sachlich kl\u00e4renden Gespr\u00e4ch bereit, aber das wird sicher nicht passieren, denn die \u201eFallnummer\u201c &#8212;- ist sicher eine von vielen Betroffenen. Wenn die Visite aber fast jeden Morgen nur noch in gespannter Stimmung mir gegen\u00fcber abl\u00e4uft, ist es wenig f\u00f6rdernd, f\u00fcr Leib und vor allem Seele. Ein Arzt, der der Bettnachbarin auch noch mit butterweichen Worten erkl\u00e4rt, dass die Seele nun mal zum K\u00f6rper geh\u00f6rt und zur Gesundung Beides stimmen muss. Am benachbarten Krankenbett erkennt der Herr Dr. also, dass die Gesundung des K\u00f6rpers auch ein St\u00fcck von der gesunden Seele abh\u00e4ngt und umgekehrt, haut am Bett daneben seine Bolzen heraus, man w\u00e4re (O-Ton) eine <em>\u201efinanzielle Katastrophe\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Erf\u00e4hrt man aber noch dazu, dass ein hinzu gerufener Orthop\u00e4de des Hauses keine Lust hat und man ihn ja nicht zwingen k\u00f6nne, schl\u00e4gt es dem Fass fast den Boden aus. Allerdings lie\u00df sich einer wenige Tage zuvor dazu herab, mein Leiden anzusehen, um sp\u00e4ter zu verk\u00fcnden, dass eine Eingipsung die L\u00f6sung w\u00e4re. \u00dcber die Barrieren wie z.B. Treppenaufgang ohne Aufzug, daraus resultierende Gefangenschaft in der Wohnung und Hilfebed\u00fcrftigkeit brachte er nur den Vorschlag, er w\u00fcrde mir den Sozialdienst ans Bett setzen, um mit mir \u00fcber eine Pflegekraft zu sprechen. H\u00f6chstwahrscheinlich h\u00e4tte ich sie wohl selbst finanzieren m\u00fcssen. Sie h\u00e4tte ja praktisch so gut wie alles erledigen m\u00fcssen, wenn man v\u00f6llig \u201egefangen\u201c ist. Jemand, der ein krankes und ein gesundes Bein hat, kann sich, wenn auch eingeschr\u00e4nkt, mit einem Gipsbein noch versorgen. Das andere Bein ist ja belastbar. Wie aber sieht es aus, wenn man keines der Beine belasten kann? Als ich aber immer mehr Fragen stellte und Bedenken \u00e4u\u00dferte, wird es ihm wohl zu viel geworden sein. Ein \u00f6ffentliches \u201eGesundheitsgespr\u00e4ch\u201c \u00fcber k\u00fcnstliche Gelenke ist sicherlich weit spannender und solche OP\u00b4s sind sicher lukrativer als zwei popelige F\u00fc\u00dfe, an der ein quasselndes St\u00fcck Fleisch mit Barcode am &nbsp;Handgelenk h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Eine junge Stations\u00e4rztin wurde von&nbsp; mir nach 2 Begriffen befragt, die mit meinem Leiden zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnten. Eine vor etlichen Wochen hinzugewonnene Freundin brachte die zwei Begriffe an, die sie als Krankheit oder Krankheitsbild vermutete. Diese Freundin hatte nichts weiter zur Verf\u00fcgung als Schreibmaterial, ein Foto und eine Ansicht der F\u00fc\u00dfe bei einem Besuch vor Ort. Als ich diese Vermutung bei der \u00c4rztin anbrachte und sie fragend anguckte, bekam ich vorerst zur Antwort, sie w\u00fcsste es jetzt nicht, was es ist und ich k\u00f6nnte ja mit meinem kleinen Laptop bei Wikipedia nachschauen. Beim Entlassungsgespr\u00e4ch hatte sie allerdings den Mumm, mir zu sagen, dass sich \u00fcber diese Vermutung Gedanken machte und es nicht einmal abwegig ist. So viel Mumm h\u00e4tte ich von ihrem Kollegen auch gew\u00fcnscht: zuzugeben, dass man Fehler machte und man h\u00e4tte sich auch mit mir dar\u00fcber einigen k\u00f6nnen, wie man mir zeitnah weiterhelfen k\u00f6nnte, selbst wenn es nicht mehr dessen Aufgabe gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Nun stellen sich mir einige Fragen: K\u00f6nnen sich so handelnde \u00c4rzte eigentlich vorstellen, wie es f\u00fcr einen Patienten ist, der seit Monaten unter brennenden und stechenden Schmerzen leidet, kaum noch Schuhe anziehen und laufen kann, um z.B. einer Arbeit nachzugehen oder \u00fcberhaupt eine gewisse Lebensqualit\u00e4t zu haben? Hatten \u00c4rzte nie Schmerzen? Kennen sie nicht das Gef\u00fchl der Erleichterung bei Hilfe und sei es auch ein Pflaster auf einer kleinen Wunde? Haben sie vergessen, wie sie auf&nbsp; Hilfe hofften, als sie selbst noch f\u00fcr alles einen Arzt brauchten? K\u00f6nnen die sich vorstellen, wie oft viele Patienten bei einigen \u00c4rzten waren und jegliche bisherige Medikamente nichts brachten? K\u00f6nnen die sich Verzweiflung vorstellen, wenn man aus dem Krankenhaus kommt, durch weiterhin starke Schmerzen noch immer arg eingeschr\u00e4nkt ist und am Krankenbett f\u00fcr sofort zugesagte Hilfe irgendwann im kommenden Jahr erfolgen soll? Wer kann es sich eigentlich vorstellen, wenn man auch am Nebenbett h\u00f6rt, dass die Patientin im Bett zu ihrer Untersuchung gefahren werden muss, weil sie Kontrastmittel gespritzt bekommt, man selbst aber mit arg schmerzenden F\u00fc\u00dfen und einige Male umsteigen mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln dort hin fahren muss? Warum solche Unterschiede? Entweder es ist notwendig, jemanden liegend zu einer Diagnostik hin und zur\u00fcck zu transportieren oder nicht. Der mir gelegte Zugang und die Einspritzung des Kontrastmittels bereiten mir noch immer arge Schmerzen im ganzen Unterarm. Das Ganze ist jetzt 3 Tage her. Auch an einem Fu\u00df sind noch Kontrastmittel zu erkennen.<br \/>\nWarum wird gesunde Ern\u00e4hrung, zu der frisches Obst und Gem\u00fcse geh\u00f6rt, eigentlich als Bonus vergeben, wenn man sich mindestens 3 Wochen in der Klinik herumgedr\u00fcckt hat? Obst und Gem\u00fcse sind das A und O und genau so wird es im optimalen Falle auch Kindern vermittelt. Wenn es schon Boni geben soll, dann seien es eben andere Anreize wie Freiminuten einer kostenpflichtigen Leistung oder noch besser (!) einen Gutschein f\u00fcr eine passende Behandlung, die sonst kostenpflichtig w\u00e4ren wie z.B. die Zusatzangebote der \u00c4rzte oder ein paar Monate auf Wunsch des Patienten und M\u00f6glichkeiten Fitnessstudio etc. Somit h\u00e4tte man auch den Effekt, auch Gefallen und Weiterf\u00fchrung an manchmal auch sehr n\u00fctzlichen Gesundheitsprogrammen zu erreichen. Dass die Unterschrift des Arztes n\u00f6tig war, ist einerseits nat\u00fcrlich verst\u00e4ndlich, bei mir war es eher ein Krampf, ihn daran zu erinnern, dass mir die so genannte \u201eWunschkost\u201c zustehen k\u00f6nnte, wenn es medizinisch vertretbar ist. Ich lie\u00df es schon bleiben. Allerdings h\u00e4tte ich ihn schon gern \u201eplatzen\u201c sehen, wenn ich drauf zu sprechen gekommen w\u00e4re. Immerhin kann ich nichts f\u00fcr solches Organisationstalent.<\/p>\n<p>Noch eine bislang letzte Frage: In den ganzen 4 zuzahlungspflichtigen Wochen hat man nicht einmal eine ganze Diagnostik abschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Denn der letzte Schritt war ja 2 Tage nach der Entlassung. H\u00e4tte man alle Diagnostik-Behandlungen enger organisiert, w\u00e4re allen Beteiligten, von der <em>\u201efinanziellen Katastrophe\u201c<\/em> (O-Ton) bis zum sicher hoch Honorierten&nbsp; (und verhungert wirkte dieser auch nicht) sicher eine Woche sparen k\u00f6nnen. Oder man h\u00e4tte diese Woche, in der der Patient noch zur Kasse gebeten werden kann, mehr auf die Schmerzbehandlung konzentrieren k\u00f6nnen. Der entsprechende Facharzt fing ja schon gut damit an, denn dieser war einer der wenigen Mediziner innerhalb und au\u00dferhalb der Klinik, der mir genau zuh\u00f6rte und sich gut Zeit nahm.<\/p>\n<p><b>Liebe \u00c4rzte, egal wo:<\/b> Wir sind als Patienten nat\u00fcrlich auf jede medizinische Hilfe angewiesen. Wir kommen also mit dem Anliegen, herauszufinden, was uns fehlt und uns m\u00f6glichst zu heilen, so gut es geht. Sie haben jahrelang studiert, erwarten auch berechtigt, gewisse Anerkennung der Kompetenz. Diese Achtung sollen Sie, wie jeder andere Mensch, erhalten. Allerdings bricht sich auch Ihrer Zunft niemand einen Zacken aus der Krone, wenn man Fehler begeht und diese auch eingestehen muss. Sie zu beheben geh\u00f6rt dann auch dazu, das m\u00fcssen alle Menschen mit und ohne Titel. Ich w\u00fcrde mir schon w\u00fcnschen, dass wir nicht nur als Abrechnungsposten, sondern als Menschen mit einer Seele betrachtet werden. Wie man das macht, hat der gute Herr Dr. auf der Krankenhausstation ja schon sch\u00f6n am Nachbarbett vorgesagt, ganz unabh\u00e4ngig, ob man zu seinen Worten steht oder nicht. Zumindest k\u00f6nnte das wenigstens \u00fcberzeugend klingen. Fast h\u00e4tte selbst ich es ja abgekauft. Oder sagen wir es mit meinen Lodderworten:&nbsp; \u201eWenn die Psyche futsch ist, leidet der K\u00f6rper mit und auch physische Schmerzen k\u00f6nnen so nur schlecht gelindert werden.\u201c Ich bin keine \u00c4rztin und kann (oder mag?) es nicht besser ausdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Ich bin insgesamt 4 \u00c4rzten und etlichem Pflegepersonal verdammt dankbar. Vor allem lie\u00dfen mich die Pfleger und Schwestern nicht sp\u00fcren, dass ich auf der falschen Station lag. Schmunzeln musste ich allerdings dar\u00fcber, wenn man einen Pflegesch\u00fcler ausgerechnet auf eine Patientin mit niedrigem Blutdruck los schickt. Dieser war wirklich ein sehr Netter und man bemerkte eine gewisse Nachahmung des von mir so genannten \u201eStatonslieblings\u201c. Dieser war wirklich ein Schatz! Er erkl\u00e4rte uns die Wirkung der Medikamente, konnte uns ohnehin einiges mehr erkl\u00e4ren, wenn wir ihn fragten, er dachte mehr mit als \u201eSchema F\u201c vorgegeben haben mag. Wenn ein Sch\u00fcler diesem Pfleger von mir aus auch 1:1 nachahmt, finde ich es ein bisschen am\u00fcsant, aber v\u00f6llig ok. Ich w\u00fcrde jedem Patienten n\u00e4mlich genau die Pfleger w\u00fcnschen, die wie das eine Beispiel mitdenkt, erkl\u00e4ren kann, sich Zeit nimmt und auch mal bei den \u00c4rzten F\u00fcrsprecher ist, wenn es vertretbar und offensichtlich n\u00f6tig war. Ich bin aus dem Alter heraus, f\u00fcr jemanden zu schw\u00e4rmen, wie mal als 6-J\u00e4hre und mit Heiratsantrag. Es h\u00e4tte also auch genauso gut eine Pflegerin sein k\u00f6nnen. Ich fand es einfach nur toll, jemanden zu haben, der auch Essen warm stellte, wenn wir zur Diagnostik waren, als Neuzugang im Regelfall wohl noch nichts zu essen zu bekommen und doch eine Kleinigkeit zu bei\u00dfen bekommen und vor allem jemand, der auch medizinische Kenntnisse beweist, die Pflegekr\u00e4fte auch vermittelt bekommen. Und wenn er noch mehr wei\u00df, weil er sich damit besch\u00e4ftigt, umso besser. Zu DDR-Zeiten h\u00e4tte ich den wohl als \u201eMitarbeiter des Jahrhunderts\u2026\u201c (oh gabs so ja gar nicht) erkoren. Einfach klasse. Ich m\u00f6chte aber auch die anderen nicht herabwerten, aber der riss es heraus.<\/p>\n<p>Es gab also zus\u00e4tzlich zum Freundeskreis weitere Leute, die mich als Menschen betrachtet und mich auch wie einen solchen behandelt haben. Und ich rede von keinem Kniefall, h\u00f6chstens, wenn dieser zum Helfen oder zur Pflege n\u00f6tig war. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><b>Achja, da sicher auch mal Vertreter mit \u2026sagen wir mal \u00fcbertriebenem Nationalstolz<\/b> (oder besser gesagt Springerstiefelfraktion?) unter den Lesern sein k\u00f6nnten, h\u00e4tte ich mal ein paar Piekser f\u00fcr sie: Es gibt dort sicher mehr Beispiele f\u00fcr das, was ich erlebt habe und jetzt beschreibe. Ich habe bei einem Pfleger (ja,der \u201eStationsliebling\u201c), der als S\u00fcdeurop\u00e4er etwa 20 Jahre im Ort lebt mehr Engagement und Kompetenz erfahren, als bei so manchen einheimischen Kollegen bzw. Kolleginnen. Als ich ihn sogar fragte, wo es den signierten Ratgeber gibt, wie man es rund 20 Jahre hier aush\u00e4lt, konnte der nur lachend seine Schultern zucken. \u00c4hnlich ging es auch bei einem Chirurgen der Klinik zu. \u201eNix Bet\u00e4ubungsmittel\u201c war&nbsp; am Ende gar nicht schlimm, wie ich bef\u00fcrchtete, aber das nicht wegen seiner Herkunft, sondern weil Patienten Wunden oftmals als schlimmer empfinden, als sie sind. Ich war also grunds\u00e4tzlich von Schlimmeren Schnibbeleien ausgegangen. Ein anderer Chirurg hielt es ja nicht f\u00fcr n\u00f6tig, diesen kleinen Eingriff vorzunehmen. Denn dieser h\u00f6rte ja kaum zu und verwechselte lieber Dialekt mit Sprache und schickte mich fort zum n\u00e4chsten Bereich, siehe obige Beschreibung (halbe Stunde scrollen *gg*).<\/p>\n<p>Meinen ganzen Werdegang des von mir genannten \u201e\u00c4rztemarathons\u201c habe ich wie ein &nbsp;Tagebuch dokumentiert und der umfasst weit mehr Seiten, denn sonst glaubt mir kaum ein Mensch und ich am Ende selbst nicht mehr, was ich seit Mai diesen Jahres so erlebte und noch nicht mal viel weiter gekommen bin, als den Ausschluss einiger schlimmerer Krankheiten. Denn dann w\u00e4re die oben genannte \u201eJubelpille\u201c tats\u00e4chlich richtig eingesetzt.<\/p>\n<p><b>Ich habe mich schon sehr bem\u00fcht, 4 Wochen so einzufassen.&nbsp; Das Andere kann man <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/strubbelmiez.de\/?p=2603\" target=\"_blank\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/strubbelmiez.de\/?p=2607\" target=\"_blank\">hier<\/a><\/span> lesen.<\/b><\/p>\n<p><b>Am Schluss hoffe ich, dass es nicht noch mehreren Patienten so oder \u00e4hnlich ging. Andernfalls w\u00e4re es dann einen Aufmarsch wert, denn wir haben die Versorgung mitfinanziert und jeder erwartet von anderen die Wahrnehmung seiner Aufgaben und vor allem Verantwortung.<\/b><\/p>\n<p>Ist das denn das Gesundheitswesen, welches mal gewollt war? Wirtschaftlich zu handeln ist eine Seite, Tunnelblick und diesen auch den Patienten sp\u00fcren zu lassen, die andere Seite. <\/p>\n<p><b>&nbsp;<\/b><b>In diesem Sinne: lasst Euch nichts gefallen, geht dem Ganzen mit Hartn\u00e4ckigkeit nach. Ich stehe am Anfang und wom\u00f6glich auch am Anfang eines neuen \u201e\u00c4rztemarathons\u201c. Marathon finde ich beim Zustand meiner F\u00fc\u00dfe schon wieder frech\u2026ach, das war ich ja selbst! \ud83d\ude00<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und da eine Psychologin nur ans Nachbarbettchen geschlichen kam, bleibt meine Frage sicher ungekl\u00e4rt, warum ich die ganze Zeit von Tomatenanbau tr\u00e4umte. \ud83d\ude2f<\/p>\n<div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 0;float:none;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wir-ueben-mal-ein-bisschen-krankendrama\/\" send=\"true\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines m\u00f6chte ich am Anfang dieser Tapete nochmals loswerden: G\u00e4be es nicht die Leute, die mir in jeglicher Art, wie auch immer, geholfen und mich aufgemuntert h\u00e4tten, w\u00e4re der Albtraum wohl schlimmer als beschrieben ausgegangen. &nbsp;Es ist wirklich im positiven Sinne verr\u00fcckt, wie viele Leute ich hinter mir habe. Noch verr\u00fcckter ist, dass man sie &hellip; <a href=\"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wir-ueben-mal-ein-bisschen-krankendrama\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wir \u00fcben mal ein bisschen Krankenhausdrama&#8230;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2610","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2ijNL-G6","jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2610"}],"version-history":[{"count":12,"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2610\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2622,"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2610\/revisions\/2622"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}