{"id":3815,"date":"2026-08-18T17:11:18","date_gmt":"2026-08-18T15:11:18","guid":{"rendered":"http:\/\/strubbelmiez.de\/?p=3815"},"modified":"2026-08-18T17:11:18","modified_gmt":"2026-08-18T15:11:18","slug":"du-hast-doch-so-viel-zeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/du-hast-doch-so-viel-zeit\/","title":{"rendered":"\u201cDu hast doch so viel Zeit\u2026"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>\u2026 hast ja eh nichts und niemanden zu versorgen!\u201d<\/em><\/strong><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>h\u00f6re und lese ich oft. Dass man bei vielen Menschen zum Beispiel gro\u00dfe Wunden aufrei\u00dft, l\u00e4sst solche Phrasen schnell un\u00fcberlegt und absch\u00e4tzig \u00fcber die Tastatur oder Lippen bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\/ die Angesprochene konnte vielleicht keine Kinder bekommen, hatte Fehlgeburten, war bis vor einer Weile pflegende Angeh\u00f6rige, hat ihre geliebten Haustiere nicht mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V\u00f6llig unabh\u00e4ngig, ob man freiwillig ohne Verantwortung f\u00fcr Menschen oder Tiere lebt<\/strong>, es war nicht zwingend f\u00fcr alle eine bewusste Entscheidung. Allerdings haben sich Leute bewusst daf\u00fcr entschieden, zu heiraten, Kinder in die Welt zu setzen, Angeh\u00f6rige und\/ oder Tiere zu versorgen. Stand irgendwann irgendwer mit der Flinte davor und hat die \u00dcbernahme von Verantwortung erzwungen? Wohl kaum!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und das kleine Zauberwort \u201cZeitmanagement\u201d und die damit verbundenen \u201cPriorit\u00e4ten\u201d wirken sogar bei allen Menschen, ob allein oder mit Mitbewohnern aller Art. \u00dcberraschung \ud83d\ude01!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nat\u00fcrlich fallen die Priorit\u00e4ten bei jedem Menschen anders aus. <\/strong>Bei mir steht die Existenz an erster Stelle: Job (Einkommen) ob als Angestellte, Selbst\u00e4ndige, Rente oder im m.E. unsch\u00f6nen Fall Bezug von Sozialleistungen und wieder durch Eigeninitiative zusehen, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Dann kommen die Termine wie Arzt etc,&nbsp; , das Wohlbefinden und Gesundheit meiner Tiere (wenn vorhanden), der Haushalt , dann Familie und Freunde, die f\u00fcr mich da sind und f\u00fcr die ich es auch gern bin, so gut es geht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist man durch Rente, Krankheit oder Arbeitslosigkeit zu Hause, <\/strong>haben viele nat\u00fcrlich den Eindruck: <em>\u201cgeil, den ganzen Tag gammeln!\u201d&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, dieses Kaliber gibt es, ist absolut nicht abzustreiten. TV und Sofa werden h\u00f6chstens nur kurz kalt, wenn solche Personen zu diversen Terminen, ins Bad oder K\u00fcche m\u00fcssen. Sich dar\u00fcber aufregen bringt nichts und raubt Nerven und somit Energie, die wir f\u00fcr Wichtigeres brauchen &#8211; n\u00e4mlich f\u00fcr uns! Klingt ekelhaft egoistisch, oder? Aber wer auf sich selbst achtet, hat auch die Energie, anderen zu helfen, ob in der Nachbarschaft oder wo auch immer f\u00fcr andere Menschen da zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer beispielsweise nach ca 10 Stunden Dienst nach Hause kommt, hat genauso Haushalt zu erledigen, ob mit oder ohne Mitbewohner. Der Staub f\u00e4llt beispielsweise so oder so. Irre, oder? Wenn man nicht gerade eine gute Fee im Haus hat, die den Haushalt schmei\u00dft, muss man eben selbst ran.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kinder und\/ oder Tiere m\u00fcssen auch versorgt werden, wof\u00fcr wir uns ja, siehe oben, selbst entschieden haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Klar, allein lebend ist man weit flexibler, kann sich alles frei einteilen, seine Priorit\u00e4ten abarbeiten, was die to do Liste im Kopf, in der App oder auf dem Papier so anzeigt, aber es geht auch mit Kindern. Man muss sie nur einbeziehen, kleine Pannen akzeptieren, da sie A erst noch lernen und B auch wir Erwachsenen nicht fehlerfrei sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich selbst als \u201cchaotisch\u201d betrachtet und der Meinung ist <em>\u201cpacke ich eh alles nicht, es sind die Kinder, die das alles zerst\u00f6ren\u201d,<\/em> hat da das Zauberwort \u201cKonsequenz\u201d noch nicht in die Erziehung eingebaut. Leider wird es gern mit Gewalt verwechselt, was ich in jeglicher Hinsicht ablehne! Konsequenz ist der Kompass und eine Zuverl\u00e4ssigkeit, die manchmal zwickt. Nicht aufger\u00e4umt, kein TV, Hausaufgaben unerledigt, ebenfalls kein TV oder was auch immer. Erst die Arbeit, dann das Vergn\u00fcgen und das gemeinsam. Das klappt nicht von heute auf morgen, das ist ein Prozess, f\u00fcr den auch wir Erwachsenen Zeit brauchen, uns etwas an- oder abzugew\u00f6hnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und jetzt kommen wir zum vorerst sehr unliebsamen Part: <\/strong>Zeit und vor allem Geduld sind so Faktoren, die wir angeblich nicht haben. Investieren wir sie aber, sparen wir mit Zinseszins, Zeit und Nerven mit viel weniger Gezeter und Gen\u00f6rgel. Und wir horchen doch mal tief in uns selbst hinein: wir Erwachsenen gehen leider ohne Erfahrung auch kopflos vor. Ich erinnere an die erste Zeit in der ersten eigenen Wohnung \ud83e\udd2d. Wir mussten uns doch auch erst an Routinen gew\u00f6hnen, die uns am Ende viel Verwirrung und damit Zeit geraubt haben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen geplaudert: <\/strong>Ich war in der Kindertagespflege t\u00e4tig und trotz, dass ich es nicht h\u00e4tte tun m\u00fcssen, habe ich die Kindesmutter im Haushalt etwas entlastet. Die M\u00e4dchen (damals 5 und 8 Jahre alt), haben sich also in der Zeit selbst besch\u00e4ftigen m\u00fcssen, in der ich Abendessen vorbereitet habe und habe die M\u00e4dels mit eingespannt, den Tisch zu decken und Sp\u00fclmaschine ein- und auszur\u00e4umen und ihre Zimmer in Ordnung zu bringen. W\u00e4hrend die \u201cGro\u00dfe\u201d sich den Hausaufgaben und dem Packen ihrer Schultasche gewidmet hatte, habe ich sie in Ruhe gelassen, aber angeboten, sie zu unterst\u00fctzen, wenn sie Fragen und Probleme hat. Meine Planung von der Abholung aus den Einrichtungen bis zur \u00dcbergabe an die Elternteile (im Schichtsystem) lief bis auf einige anf\u00e4ngliche Pannen wie ein Zahnrad ineinander greifend. Die \u201cKleine\u201d habe ich schon vorher ins Bad geschickt, weil ich wusste, dass sie tr\u00f6delt \ud83d\ude00.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Kranke Tiere: Fussel, mein Zahnschweinchen hatte durch den Vorbesitzer (v\u00f6llig falsche Ern\u00e4hrung mit Crackern etc) Zahnfehlstellung, welche durch den Tierarzt regelm\u00e4\u00dfig korrigiert werden musste. das hie\u00df: das Schweinchen nach der Behandlung unter Bet\u00e4ubung&nbsp; zuerst von ihrer Partnerin getrennt in einen kleinen K\u00e4fig, den ich als Lebensraum niemals benutzen w\u00fcrde, aber als \u201cAufwachraum\u201d bestens. Herzlose Leute mit irre viel Meinung und wenig Ahnung werden jetzt wahrscheinlich lachen und die Augen verdrehen, weil ich tats\u00e4chlich Futter wie Wiese, Kr\u00e4uter, Gem\u00fcse in 3 Konsistenzen gereicht habe. Brei, geraspelt und normal . Zuf\u00fcttern musste ich ohnehin die erste Zeit und Fussel sollte die Wahl haben, wie sie fressen m\u00f6chte. Sobald ich gesehen habe, dass sie wieder normal alles zu sich nahm, ab zur Fluse ins Gehege. Mein Haushalt \ud83d\ude48 egaaaaaaaaaal ! Alle 2 Stunden Tag und Nacht zuf\u00fcttern und f\u00fcr Futter sorgen (Wiese im Sommer, Gem\u00fcse etc im Winter), w\u00f6chentlicher Check, bei Krankheit t\u00e4glich und Dokumentation f\u00fcr den Tierarzt und f\u00fcr mich. Da geht ordentlich Zeit fl\u00f6ten. Habe ich gejammert? Ja, gelegentlich vor Sorge! Die Zeit ist es mir immer wert. \u00c4hnlich hatte ich es ja bei Stan, einer meiner letzten Meerschweinchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer Kamera oder einem ausgemusterten Babyphone mit Kamera ist der Blick in den \u201cAufwach-K\u00e4fig\u201d und Gehege eine kleine Sicherheit, um w\u00e4hrend der Hausarbeit zu wissen, was gerade los ist und ob zum Beispiel&nbsp; das kranke Tier futtert. Als Fluchttier futtert es durch den Instinkt n\u00e4mlich bei Krankheit oder t\u00e4uscht es vor, um nicht aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden. Das Tier muss sich also unbeobachtet f\u00fchlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ich das alles trotzdem geschafft habe? <\/strong>Mein Kopfkino zeigt die Schippe und ein Zahnrad. K\u00fcnstler d\u00fcrfen sich jetzt kreativ austoben, was sie daraus machen \ud83d\ude02.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pomodoro-Technik. <\/strong>bei Krankheit nicht wirklich umsetzbar, aber ansonsten schaufelt es unheimlich gut Fokuszeit und Pausenzeiten heraus. Je gr\u00fcndlicher ich eine Aufgabe erf\u00fcllt habe durch ungest\u00f6rtes Arbeiten, umso mehr Zeit habe ich gespart.\u00a0<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>In Verbindung mit der to-do-Liste, am besten nach Priorit\u00e4ten aufgelistet, l\u00e4sst sich in Nullkommanix planen, welche T\u00e4tigkeit in welche Tageszeit passt. Planung ist erstmal Arbeit, die auch etwas Zeit in Anspruch nimmt, rechnet sich aber ebenfalls in Zinseszins, wenn man es verinnerlicht hat und das schon ohne gro\u00df nachdenken zu m\u00fcssen, ausf\u00fchrt. Feste T\u00e4tigkeiten zu festen Tageszeiten sind ruckzuck eine Routine, die Zeit und Nerven spart.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>\u201cNIcht-St\u00f6ren-Modus\u201d<\/strong> am Smartphone: Ich habe am Smartphone nicht einfach nur den Modus eingestellt und die Dauer. Es lassen sich noch viele Modi mehr einstellen. Fokus: Nur die wichtigsten Apps, die ich brauche, d\u00fcrfen Benachrichtigungen senden, nur die wichtigsten Kontakte wie beispielsweise die Familie kommen telefonisch durch. Ansonsten ist Ruhe im Karton. Jede noch so kleine Unterbrechung holt uns aus der Konzentration. Es passieren dann mehr Fehler, weil man v\u00f6llig aus dem\u00a0 \u201cTritt\u201d oder \u201cKonzept\u201d gekommen ist und man mehr Zeit f\u00fcr die Korrektur braucht. Ich kenne es aus der Texterstellung, unabh\u00e4ngig, ob beruflich oder privat. Gerade schie\u00dft mir eine geniale Formulierung in den Kopf, die ich sofort festhalten wollte und dann \u201cdrrriiinggg\u201d \ud83d\ude2e der Gedanke ist weg \ud83d\ude44! Der Kn\u00fcller: Die Nachricht war oftmals nicht mal wichtig. Meistens kam sogar nur ein trockenes \u201cah\u201d oder \u201cok\u201d *hmpf*!\u00a0<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Bei Anrufen das Gleiche: man kann Anrufe mit einer freundlichen vordefinierten Antwort abweisen und zur\u00fcckrufen, wenn es wieder passt. W\u00e4hrend etwas kocht oder br\u00e4t oder einfach in einer kleinen Pause.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"3\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kinder, die schon Aufgaben \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, <\/strong>entlasten nicht nur ein St\u00fcck weit, sie lernen dabei auch noch f\u00fcr ihre eigene Selbst\u00e4ndigkeit. Pl\u00e4ne mit kleinen und wechselnden Aufgaben wie zum Beispiel M\u00fcll wegbringen, kleine Eink\u00e4ufe, Sp\u00fclmaschine ein- und Ausr\u00e4umen sind schnell gelernt und auch wenn es unter Murren ausgef\u00fchrt wird, es ist gemacht. Den Kindern klar zu machen, dass auch sie hier wohnen, etwas lernen sollen und am Ende mehr gemeinsame Zeit zusammenkommt, wird zwar nicht immer \u00fcberzeugen, aber bleibt dran und bei Weigerung f\u00e4llt eben mal das Wlan aus &#8211; na huchi. Um sich nicht ins eigene Knie zu schie\u00dfen,weil zum Beispiel Smart Home oder auch dein Diensthandy im Wlan h\u00e4ngt, richtet die Ger\u00e4te der Kinder am besten nur mit dem G\u00e4ste-Wlan ein und nicht mit dem Hauptnetzwerk. Das stehts neue Passwort muss erstmal erarbeitet werden. Nicht \u00fcbertreiben, aber auch nicht nachgeben. Wir erinnern uns an das Wort &#8222;Konsequenz&#8220;? Sehr gut \ud83d\ude01 !\u00a0<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Perfekt wird nie etwas laufen und es w\u00e4re schon fast unheimlich und gelogen. Aber selbst mit kleinen Schritten und Methoden, die man St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck etabliert, schaufelt es sich ein wenig leichter, allein oder gemeinsam.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und wie bewegt Ihr Eure Familie zur Mitarbeit?<\/strong> Habt Ihr auch gelegentlich gef\u00fchlt kleine Teufelsh\u00f6rnchen auf dem Kopf, wie zum Beispiel das st\u00e4ndig ge\u00e4nderte G\u00e4ste-Netzwerk-Kennwort? Haut in die Tasten, her mit den Tricks! Wir sind alle gespannt und lernen gerne dazu.\u00a0<\/p>\n<div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 0;float:none;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"http:\/\/strubbelmiez.de\/index.php\/du-hast-doch-so-viel-zeit\/\" send=\"true\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 hast ja eh nichts und niemanden zu versorgen!\u201d&nbsp; h\u00f6re und lese ich oft. Dass man bei vielen Menschen zum Beispiel gro\u00dfe Wunden aufrei\u00dft, l\u00e4sst solche Phrasen schnell un\u00fcberlegt und absch\u00e4tzig \u00fcber die Tastatur oder Lippen bringen. 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