Wir üben wieder ein „bisschen“ Werbewahnsinn… ;-)

Hat eigentlich schon wer bemerkt, dass ich total auf TV-Spots abfahre? Treue Leser wissen es, aber es kommen ja auch Gelegenheitsgucker hinzu und jaaa, ich sehe und höre sogar genau hin. Hätte ich das Wahnsinns-Stimmchen als Synchronsprecher…wow, das wäre ja mal etwas… 🙂 Zu „Wetten dass…“ hätte ich allerdings nie gewollt. Für mich reicht einfach der „Funfaktor“, hier und da mal zu hinterfragen, wie man es als „potenzielle“ Zielgruppe aufnimmt und evtl. reagiert. Optimal wäre für die Werbenden natürlich, dass man das Geschäft, das Dienstleisterbüröchen oder die Webseite zum Vertragsabschluss stürmt. Na dann stürmen wir mal los. Hier braucht es keine Fernbedienung zum weiterschalten, sondern einfach den Mausklick aufs Kreuzchen oben rechts, wenn´s nicht passt ;-). Den Interessierten und vielleicht sogar Werbefachleuten wünsche ich mit dieser Tapete viel Spaß und vor allem Kraft. Zur Sicherheit stelle ich hier den virtuellen Kaffee ab -> c(__) bitteschön, es geht los:

Der Tag beginnt und wir stellen beim Aufstehen sofort fest, dass das Haar irgendwie schlaff (wie immer) herunterhängt. Tja, hätten wir einen Tag vorher ein 48-Stunden-Schüttelvolumenzeugs ins Haar geschmiert, sähen wir womöglich aus wie eine gestylte Schauspielerin oder sonstwer. Außerdem ist das Bettzeug irgendwie nicht mehr schneeweiß, da wir Wundermittelchen XY nicht verwendet haben. Wir traben ins Bad und putzen unsere Knabberleiste mit einer Super- Blender-Zahnpasta. Für den Supereffekt fast explodierender Wangen spülen wir mit einem weiteren Wundermittelchen das Mündchen aus. Beim … Moment mal… gibt es eigentlich keine Duschgelwerbung mehr? Gut, dann bleiben wir halt schwitzig *ürgs*. Aber halt, es gibt ja die Super-Deos mit bis zu 96 Stunden Wirkung. Puh, Glück gehabt! Dann wird gefrühstückt (finde den Fehler) und festgestellt, dass Kindelein dank Wahnsinns-Keilabsätzen an den Trittchen „gewachsen“ ist und irgendwann mal rosa trug statt aktuell blaugetünchter Fingernägel. Glücklicherweise hat das nun das pubertierende Kindelein doch noch die Nuss-Zeug-beschmierte Bemme abgenommen und lächelt mit der Familie am Tisch um die Wette. Sie wurde als Kind dann wohl doch nicht vertauscht, wie sie wohl befürchtete. Käffchen fällt leider aus, weil Herr C. seine Kaffeekapseln noch gegen die Damenwäsche und Schlafbrille eintauschen muss. Außerdem ist dieser seit dem nicht mehr erblickt worden, da er sich anscheinend immer noch vom Herrn P. verfolgt fühlt. Denn der setzt ihm ständig wegen Kaffee-Nachschub für den Himmel nach. Die zwei Damen, die noch gelangweilt auf der Wolke hocken und Schnittchen mit Aufstrich futtern, sollen ja auch wach bleiben. Sollte man verschlafen und es verdammt eilig haben, machen wir es wie die Schwimmerin, die sich im Spot irgendein anderes Wundermittelchen zu Gemüte führt und im Zeitraffer doch noch pünktlich irgendwo ankommt. Wenn dann der kleine Appetit kommt, der nicht mehr unbedingt „halb zehn in Deutschland“ sein muss (wie bei den ersten Spots), wird das kleine Kalorienbömbchen aus der Handtasche gezaubert und (noch mal) gefrühstückt. Macht ja nix, zum Mittag gibt es dann ein Zaubermenü, mit dem man (eher frau) Pünktchen zählen kann und sich dann keine Sorgen um die Linie machen braucht. Fühlt man sich im Job sehr überfordert und kann sich nicht konzentrieren, kommt das Päckchen Traubenzucker zum Vorschein. Ist der Arbeitsalltag bewältigt, geht es beispielsweise in Umkleidekabinen weiter. Nachdem man nicht wie „Vollpfosten“ riechen will, futtert man halt fix mal das Riegelchen, welches man gereicht bekommt, wenn man vor Hunger zur Diva wird. Mit einem Kaugummi lassen sich die Zähnchen schnell mal zwischenreinigen. Möchte man einfach mal nur zur Bank seines Vertrauens, ist man erst einmal verhindert, indem man etlichen Fußballern die Tür aufhält und der letzte noch ein Kompliment auf den Pulli loslässt. Klar, durch Zufall trägt man den Gleichen. Dann geht es völlig geschafft nach Hause. Nun kommt es darauf an: Entweder man…äh wieder frau… stellt sich allein vor den Spiegel, murmelt etwas von „abgespannt und erschöpft“ und dass man sich dann etwas aufschreibt und hilft sich kurz darauf einen rosafarbenen Mix hinein (was auch immer das ist) und radelt dann später fröhlich lachend auf dem Fitnessgerät oder das etwas unbeholfene Ehemännlein hat schon ein bisschen aufgeräumt, versucht sich am Wäscheaufhängen und beide brauchen erst mal ein Schokoriegelchen. Diesen dürfen Mama und Papa für einen Augenblick auch genießen, bis die Kurzen schon den nächsten Spaß-Angriff starten. Es kann aber auch sein, dass plötzlich irgendein Lover vor der Tür steht und wir hören den ersten Kreischer, da das Haar etwas angefettet ist. Selbstverständlich gibt es auch hierfür..äh dagegen ein Zaubermittelchen, um in ca. 2 Minuten wieder flott auszusehen. Falls das doch nichts half, löffeln wir halt auf irgendeiner Yacht bissel Luxuspudding. Während die Luxus-Muster-Mami nun schreit, das Zeug wäre der „Burner“ (Brenner? Okaaay….) will ihr Männe schon mal den Heli rufen. Frauchen hat ihm aber schon eins gepfiffen, dass der den abbestellen kann. Man kann aber auch anderes Zeugs löffeln und dabei bettelnd sabbernde Chamäleons ärgern. Es gibt aber auch lecker Kügelchen „ganz ohne Schokolade“. Gut, meine heiß geliebten Burger sind´s auch (oder gibt´s die schon mit Schokosoße? Man weiß ja nie…). Aber wo bleibt da der Reiz, wenn der nicht von zwei Vögelchen bewacht wird und ich im schneeweißen Luxusdress und Hütchen herumsitzen kann? Mal abgesehen davon, dass ich nach dem ständigen Genuss kaum noch ins tolle schneeweiße Kleidchen passen würde (mit welchem Wunder-Wäschepflegemittel dieses auch behandelt sein mag). Aber gut, dann bestellt man eben ein größeres Luxusfetzchen und nach dem Kleckern „hebt“ man mit einem Superpülverchen jeden Fleck heraus. Man kann aber auch wild herumtelefonieren. Inzwischen wird man vom blauen Schweinchen beim Spot eines Anbieters ja nicht mehr herumrollend angebläkt, sondern besäuselt. Trotzdem will ich kein iDings, mein „Schülertelefon“ mit null Schnickschnack reicht mir. Ein anderer Anbieter sucht sich anscheinend eine gewisse Zielgruppe. Kostenlos in dieses Netz, kostenlos in jenes Netz usw. und das für fast 20 Euro. Ja was denn nun? Das klärende Wort „Paket“ oder „inklusive“ scheint jedenfalls nicht in deren Wortschatz zu bestehen. Und was bietet sich an, wenn man z. B. Langtelefonierer ist? Richtig: Haare tönen (aber nicht die Zeit vergessen, Mädels! *gg*) Welche Aussage verursachte einen Lachkrampf und bleibt mir daher im Kopf? „Nur ein Tropfen zur Farbe und der Glanz explodiert“ oder so ungefähr…*whaaaaaaaaaaaaaaam*. Boha, also die im Spot gezeigte Haarfarbe ist ja tatsächlich ein Kracher, aber explodierender Glanz…hui! Komisch, ich bin mit meiner natürlichen Haarfarbe zufrieden und meine Kopffusseln glänzen auch ohne Zaubermittelchen (nein, nicht fettig). Wenn sich der Tag dem Ende neigt, merkt man spätestens dann, dass die Füßchen brennen. Meistens durch Blasen. Ein Fußballer, der uns nun gegrillte Würstchen verkaufen will, kennt sich laut Spot auch mit diversen Füßchenproblemen aus und lässt bei zwei jammernden Trinchen die Frage offen, ob der nun auch mal Absatz-Schuh-Träger war. Ich muss jedenfalls schon bei der Vorstellung japsen. Klasse ausgedacht, da hatten die Werbeleute wirklich mal Humor bewiesen. Und damit wir schön schlafen können, greifen wir flugs zum Päckchen mit den Dragees, auf dem uns ein Schäferlein das Lichtchen ausknipst. So, und am Ende der Werbespots erlaubten uns mal ein paar Tierchen bei einer Autowerbung, auf´s Klo zu gehen. Vergesst dabei nicht die kuschelweiche Papier-Rolle aufzuhängen.

PS: Ich bekomme immer noch nichts dafür, außer vielleicht Ärger. 😉 (oder ich werde vielleicht in ein Werbe-Agentur-Büröchen entführt ).

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