Nachdem der Sommer 3x klingelte …,

ging ich, wie schon gesagt, an die Tür… . Klare Täuschung, es regnet. Na wenigstens ist der Regen wärmer. Man muss ja aus allem irgendwie das Positive ziehen, nöch? Allerdings habe ich um besssere Absprachen gebeten… 🙄 . Aber es lädt trotzdem zum Fenster putzen ein 😆 . Das letzte Mal vor den Massenumzügen. Der Sommer muss sich also erstmal am Fenster bemerkbar machen… .

Apropos draußen: Mir flattern hier und da Meldungen über einen Asteroiden aufs Handy. Gibts zur Verhinderung noch keine Steuer in Deutschland? Sehr lahm, liebe Politik, das geht mit allem anderen doch auch recht zügig 😯 ! Logischerweise weniger zügig kommt die Erhöhung des Mindestlohns. Eine sehr langsame stufenweise Erhöhung erwartet uns da. Ich schlabbere mir schon mal im Faultiertempo den Zeigefinger an, um den Porschekalender gründlich durchzublättern … .

Fürs günstige Urlaubsgefühl gibts übrigens auch das Gewürzregal im Supermarkt. Einfach mal langsamer vorbeischlendern.

Und hier hilft man mir bitte auf die Sprünge 😆 : In einem „Mittagsmagazin“ wird wieder über „Schnäppchen“ gesprochen, nicht nur wegen der MwSt-Minderung. Es werden also wieder Klamotten gekauft, weil die im „Angebot“ sind? Klar, ich warte bei so manchem ersehnten Technikgedöns auch auf meine Schnäppchen und greife, sofern möglich, zu. Aber dann war die Kaufentscheidung schon fast getroffen. Ich müsste mich jetzt also mit Röckchen und Kleidchen eindecken, um „Schnäppchen“ zu nutzen und am besten gleich 3 Teilchen. Habe ich dann wirklich gespart? Ich glaube nicht 😆 .

Kommen wir wieder zu Schönerem: Ich habe wieder etwas Zeit für den einen oder anderen „Befreiungsschlag“, beispielsweise im Keller. Die Integrationsübung, überwiegend dort zu lachen, verbindet sich ja praktischerweise mit der Entrümpelung. Bis zum Umzug habe ich hier außerdem offenbar einen größeren Dschungel, da meine Grünpflanzen wie blöd wuchern. Zum Glück gibt es im Netz immer wieder dankbare Abnehmer der Stecklinge nach dem Stutzen. Meine nächste Wohnung wird richtig schön, habe ich mal eben beschlossen 🙂 ! Aber „ohne Fleiß kein Preis“, so sagt man ja. Also Playlist anschmeißen, neugierige Nachbarin abwimmeln und ans Werk!

Derzeit kursiert ja ein Bild der Sonne im Netz. Die Wissenschaft feiert, die Welt feiert. Die Trine hinter der Tastatur denkt sich allerdings: Woha geil, hoffentlich wird es nicht zu teuer, es als großes Hintergrundbild in die Wohnstube zu kriegen.“ Haben wir dazu noch Fragen? :facepalm: .

Damit das Verbraucherherzchen nicht aushungert, gibts natürlich wie gewohnt den Werbeblock: Ist eigentlich noch „Lockdown“? Glaube nicht, oder? Ich sehe nämlich noch mehr Werbung für Streamingdienste für die große Kiste und massig Onlinecasinos. Äh, geht man da nicht lieber raus? Achso, nee, falsches Zeitalter, sorry, mein Fehler. Aber in Sachen Mode tut sich was *yeah! Es gibt bei einem Discounter bald Designmasken von Frau Joop, wie ich las. Ich hatte schon arg Bedenken, wie eine graue Maus durch das graue Umfeld wandeln zu müssen. Ich danke Gott (irgendein imaginäres Wesen) für diese Rettung der Modewelt in solchen Zeiten !

In diesem Sinne: Nutzt das Wetter, egal, wie es ist, sei es Fensterputzen bei Regen. Hier und da ordentlich entrümpeln und für bisschen Farbe auf dem Tisch gepflückte Wiesenblümchen. Die Blicke sind unbezahlbar, glaubt mir 😆 . Und bei den „Schnäppchen“ fallt am besten nicht drauf rein 😆 .

Wenn der Sommer 3x klingelt …

… dann gehen wir gefälligst entgegen jeglicher Überzeugung an die Tür und reißen sie weit auf 🙂 Fenster gleich mit ! Morgens hat man zwar noch den mehr oder weniger leichten Erpelparka, wenn man früh das Haus verlässt und dann doch das leichte *ächtz….

Uns Weibern kann man eben nichts recht machen, nöch? Aber hey, Eis in großen Mengen ohne schlechtes Gewissen, denn „Bikinfigur“ braucht es nicht. Bikinis gibts in ziemlich vielen Größen. Dann wäre das schon mal ausgeräumt. Ab mittags haben wir dann in einer nach YT eingeübten Technik nach Kondo oder wie auch immer eingerollte Jacke in der Tasche. Schließlich soll die nicht aussehen wie ich morgens.

Einigermaßen Mutige zeigen jetzt das Ergebnis der für Wochen anhaltenden Beinchen-Enthaarung. Richtig, die gelegentlichen „Jubler“ aus den Fenstern rühren von keiner Nachricht über einen Lotto-Gewinn, eher war es das Epiliergerät, welches man langsam und mit schmerzverzerrtem Gesicht rauf und runter fuhr. Warum eigentlich? Ach so, muss ja so sein. Sehr Mutige tragen die lang bekannten Tennissocken in Sandalen. Verhütung , so wichtig… .

Während man sich so auf der Wiese, Balkon, Strand oder sonstwo in der Sonne aalt, gibts natürlich hübsche Technik fürs Öhrchen. „Welt aus!“ könnte man die Einschaltaste eher benennen. Nichts hören, Augen zu und nichts sehen und wie ich mal vor Jahren frierend nachts wieder aufwachen, weil irgendwas unter dem Balkon schnarchte. Ich schwöre, das war ich in dem Falle nicht 😆 . Es hätte allerdings ein hübscher Wettkampf zwischen dem Igel und mir werden können, wer die meisten Tiere damit vertreibt.

Picknickkorb suchen … : Muss man dafür weit auswärts fahren? Nö ! Die Wiese am Haus oder der Park in der Nähe bieten sich genauso gut an. Decke rein, kleines Notfallpäckchen, Essen, vor allem viele Getränke, Lesestoff und/ oder Musik mittels Kopfhörern und aufi! Man muss sich um die Maskenpflicht ja hier keine Sorgen mehr machen. Aber: nur nicht einschlafen…siehe oben 😉 !

Kennt es irgendwer noch, tief in einem Buch zu versinken? Wann war das ? Lasst mich raten: lange her oder nur im Winter oder gar nie? Warum?

Vergesst aber keinesfalls den für Euren Hauttyp abgestimmten Sonnenschutz ! Kopfbedeckung, sei es noch das Deckelchen mit Werbeaufdruck aus dem letzten Städtetrip, schützt vor einem Sonnenstich.

Für das wissensdurstige Verbraucherherzchen gibts wie gewohnt den Werbeblock: Und da wären wir wieder beim Sommer. Wir sehen aus einem Smartphone auf einem Schrank etliche Nachrichten aufsteigen. Madamchen, die Besitzerin des Smartphones, epiliert sich mal eben die Beinchen und kann dann wohl locker mit „ca. 10 Minuten“ auf die Nachrichten antworten, wie lange sie wohl bräuchte. Ich kann es locker widerlegen. Man braucht nämlich etwas länger und dann noch die gute Stunde dazu, seine Mimik wieder auf „normal“ umzustellen 😆 . Dazu wird uns natürlich auch der dollste Sonnenschutz beworben, der einzweifix mittels Spray verteilt wäre und langanhaltend den Schutz und schnellere Bräune gewährleisten würde. Ohne gründliches Verreiben wird es trotzdem nichts. Und vergessen dürfen wir auch nicht jegliche Streamingdienste in Sachen Musik. Wir sind ja jetzt mehr unterwegs, oder? Oder?!

In diesem Sinne: gönnt Euch lieber das leckerste Eis, ob selbst gezaubert oder gekauft. „Bikinifigur“ braucht es nicht. Schnappt Euch ein gutes Buch. Nicht nur im Winter ist die Zeit dafür gut. Man hascht Pigmente, Vitamin D und das Buch ist mal endlich ausgelesen. Kann man dann auch entweder verkaufen oder verschenken, wenn es nicht mehr ins Regal zurück soll. Von mir aus kramt das Strick- oder Häkelzeug raus, tut auch gut, völlig wurscht, wie man uns anguckt. Prost Cocktail (irgendein Gemisch mit Süß und Dreh) 🙂

Teenies haben es schwer, die Familie aber auch nicht leicht … oder so … :)

Die Hölle ist eine Couch“ von Jo Brian

Zuallererst: Wenn ich Bücher lese, dauert es eigentlich sehr viel länger als nur einen Abend. Oftmals sitze ich einige Wochen an einem Wälzer, ob in Papierform oder digital. Alles eine Frage der Zeit, nicht wahr? Ich gehöre eher zur Fanbase von Ephraim Kishon und vielen anderen Satirikern.

An das E-Book „Die Hölle ist eine Couch“ von Jo Brian kam ich durch Facebook. Gesucht wurden Leser, die hierfür eine Rezension schreiben. Gesagt und sehr gern getan. Schon der Titel war viel versprechend. Der Humor wurde auch angekündigt. Also meldete ich mich einfach und der Kontakt war hergestellt. An dieser Stelle zuerst einmal ganz lieben Dank an Maria Zaffarana, die mir das Buch zur Verfügung stellte.

Natürlich könnte ich es kurz beschreiben: „163 Seiten herrlicher Humor, welcher meinen Nerv absolut traf“ und fertig wäre ich dann mal.

Natürlich nicht 😆 .

Die Autorin erzählt in der Ich-Form von einem zwölfjährigen Jungen, dessen Mutter an Lautstärke und Emotion das gefühlt Hundertfache hatte als der stets offenbar emotionslose Vater, die gefräßige Schwester, die verrückte Tante und der aufbrausende Großvater.

Wir wissen alle, dass wir spätestens im Teeniealter immer weniger von den Eltern verstanden werden, überhaupt von Erwachsenen oder gar im ganzen Umfeld. Ach, was rede ich? Das ganze Universum versteht Teenies nicht 😉

Pit“ ist also der Zwölfjährige, welcher in seiner Wut eines Morgens laut feststellte, dass er sich von allem und jedem angeekelt fühlte. Die Reaktion fiel dementsprechend aus, Hysterie im Elternhaus, allerdings mehr von Seiten der Mutter. Der Rest in Schockstarre. Nunja, wenn die Schwester nicht nur ständig futtert, dazu nicht gerade geräuschlos und hier Gezeter, da nur Ignoranz,.. kein Wunder also.

Der Junge muss nun also von Psychiater zu Psychiater herumgereicht werden, um herauszufinden, was genau ihn anekeln würde und natürlich war es ja eine bodenlose Frechheit, der Familie mitzuteilen, dass man sich angewidert fühlt.

Die Beschreibung des Weges von einem Herrn Dr. zum nächsten bis zur letzten wird unterbrochen von Erzählungen aus seiner Ehe im Erwachsenenalter. Hier ist also ein ständiges Umdenken erforderlich.

Man bekommt also eine Beschreibung aus Teenie-Tagen und im Erwachsenenalter im Wechsel.

Zu schön ist es, wie der Vater beschrieben wird. Er kann offenbar ja nichts anderes als schweigen. Die Schwester ist ständig am Essen und seine spätere Frau verhaut ständig die Frikadellen (sogar auch „Buletten“ genannt, wie ich es auch als Bezeichnung kenne). Spannend wäre es gewesen, was nun aus dem Sohn Max geworden ist. Vielleicht wird er mal die köstlichsten Frikadellen zaubern und wie der Vater die Literatur lieben. Von Mama wird er eher …äh was eigentlich? Nun, die Gutmütigkeit erben. Einfach gestrickt wird Söhnchen nicht werden.

Was mir an dem Buch gefällt ist natürlich die sehr bildlich nachvollziehbare Erzählung. Das macht den Zauber vieler Bücher ohnehin aus. Aber nicht jeder Autor oder jede Autorin versteht es, neben der bildlichen Beschreibung auch ordentlich bissigen bis auch angenehm trockenen Humor einzubringen. Es sind also fast 170 Seiten Kurzweil mit vielen Schmunzlern, vielem Nicken und ja, natürlich einige skeptische Blicke. Wie kriegt man solche Charaktere an Psychiatern zusammen und was traut man den Lesern zu, wenn die Kapitel plötzlich ins Erwachsenenalter umschwenken? Na gut, Letzteres ist für Leser nicht zu schwer. Die packen das schon.

Natürlich erkennt man sich in dem meist unverstandenen Pit wieder. Vor allem, wenn man sehr direkt ist. Von einem Psychiater zum anderen geschickt werden, hat natürlich schon etwas.

Wer jemals bei einem Psychiater war, ob freiwillig oder nicht, wird mir zustimmen, dass es schon ordentlich Vertrauen und den gewissen Draht erfordert, um sich öffnen zu können. Ich bin in der glücklichen Lage, während der Schmerztherapie auch mal ein paar Worte über das psychische Befinden los werden zu können, weil das Vertrauensverhältnis zwischen der Ärztin und mir sehr gut passt. Ich habe davor aber schon eine andere erlebt, die mehr zerstörte als sie aufzubauen versuchte. Also musste ich mich damals selbst „therapieren“, als es mir schlecht ging.

Was ich als kleinen winzigen Kritikpunkt anbringe ist: Ich habe mich in den Kapiteln mit „Massimo“ leicht ernüchtert gefühlt. Das ist aber eben nur mein Empfinden.

Unterm Strich kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Es hat eben diesen für mich angenehmen trockenen Humor und schon die sehr bildliche Beschreibung der Situationen ließen mich oft schmunzeln bis auflachen. Hysterische Mutter, stets schmatzende Schwester und natürlich der eher unbeteiligte Vater. Selbst Statur, Bekleidung und Gesichter konnte ich mir während der Handlungen im Buch ausmalen.

Wir wissen ja: Bücher beflügeln die Fantasie. Weiter so!