Liebe Mädels und Jungens unter den Lesern, Hand auf´s Herz und mitgelogen: wir lunsen entweder durch eine unglückliche Situation bzw. Panne oder einfach mal aus Neugierde in Ratgeberseiten, oder? Ich liebe diese Seiten, ehrlich! Manche Ratschläge von Mama, Oma oder anderen Vertrauten halten wir trotz der Liebenswürdigkeit mehr oder weniger für „gaga“, lächeln dankbar und wissen, dass sie es ja gut mit uns meinen. Dann gibt es diverse lustige oder recht trockene Ratgeberseiten (auch in Büchern), die wir aber aus „Bequemlichkeit“ kaum nutzen, da es mit der Stichwort- oder Wortgruppensuche in Suchmaschinen des Internets doch fixer gehen könnte. Dass man Schokoflecken prima mit Rotweinflecken überdecken könnte, kennen wir schon und gähnen darüber. Neulich las ich in einer Spaß-Kategorie einer sehr bekannten und anscheinend (m. E. auch) beliebten Ratgeberseite, dass man zum „Weggehen“ tatsächlich einen Fuß vor den anderen setzen sollte. Ich teilte dort in der Kommentarspalte auch meine starke Verblüffung mit, natürlich mit einem Zwinkern. Allerdings scheint es auch dort Keller-Lacher zu geben, sei es drum. Welch ein Glück, dass es dennoch viele Leute gibt, die entsprechend auf den Spaß einsteigen können.
Jetzt wo ich doch noch mal fix einen Kaffee (nach dem anderen) trinke, blende ich in der Zwischenzeit den „Werbeblock“ ein. Ich bin natürlich mal wieder auch hier verblüfft. Zum Einstieg folgende Frage: Erinnert sich wer an die Schulzeit, in der man bei einer Leistungskontrolle ein Gedicht aus dem Gedächtnis vortragen soll, sprich auswendig? Die Einen ratterten die Verse ohne Betonung herunter, Andere brachten es recht sicher und vielleicht auch ein bisschen blumig herüber. Ein kleiner Anteil zeigte schon das erste Talent zum Dramatisieren. Wo diese endeten, weiß ich nicht. Vielleicht landete ein Großteil derer in irgendwelchen Parteien oder haben sich tatsächlich auch beruflich der Kunst (Theater, Film?) verschrieben. Nun zum Eigentlichen: Ein Telefon- und Net-Anbieter und eine Firma für Scheibenreparaturen hatten bei den eingesetzten Darstellern für ihre Spots wohl nur die gefunden, die ihren Text hübsch auswendig gelernt haben. Vielleicht waren es auch mal Politiker, die aus selbem Grund wohl nicht überzeugen konnten.
Es geht weiter mit „echten“ Ratgebern und zum Glück, was sich ja prima miteinander verbinden lässt: Neulich begann in einem Forum eine Diskussion über Glück. Zur Frage, wie man es lernen könnte, kam als Krönung noch die Hoffnung auf ein Unterrichtsfach dazu. Hinzu kam die Behauptung, dass man gelernten Unterrichtsstoff eh nicht behalten würde. Gut, dann schlängelt man sich eben mit Glück statt nötigem Wissen durchs Leben. Ich persönlich halte Wissen und Können allerdings weiterhin für das Richtige und etwas Glück ist dann das Sahnehäubchen, die Schokostreusel usw. usf. Wie viele wissenschaftliche Glücksratgeber gibt es nun schon? Haben die geholfen, hat die überhaupt mal wer gelesen? Ich nicht. Eher ziehe ich satirische Ratgeber vor, die allerdings etliche Wahrheitsfünkchen enthalten. Ich genieße, was ich an Glück bekommen kann und teile es auch gern (mit). Und wenn es nicht gerade wie eine gebrutzelte Taube geflogen kommt, dann arbeite ich sogar je nach Tagesform und im Rahmen meiner Möglichkeiten am Glück. Gut, gell? Schon meine Göttin Frau Hahnemann tönte in einem klasse Lied, dass sie als Glücksbanause dann doch lieber daheim bliebe, wenn sich das Glück mal wieder vor ihre Tür verirren würde. Wer Helga Hahnemann kennt und sie wie ich noch immer schätzt, wird wissen, um welchen Titel es sich handelt und was sie womöglich damit aussagen wollte. Weiter im Glücksgedusel: Es heißt zwar, dass jeder seines Glückes Schmied sei, aber da ist wieder die Sache mit dem Glück und der Trefferquote. Eine hohe Trefferquote heißt nicht zwingend Glück und auch umgekehrt. Es kommt darauf an, was ich treffe: Nagel oder Daumen? Wer sich ohne Details mit grünem Daumen rühmt, ist also nicht zwingend der beste Gärtner. Da ich meine 1A-Trefferquote auf meinem Daumen kenne, bin ich mit dem Sprichwort des Glückes Schmied also etwas vorsichtig. Gut, geschmiedet habe ich im Leben noch nie, aber immerhin mehr oder weniger erfolgreich Nägel in Wände und Möbel gehämmert. Zu meiner Sicherheit bliebe ich also lieber meines Glückes Gärtner, Schreiber, Dekorateur, Bastler und und und… aber Glück ist nunmal ein erfreulicher Zufall. Man muss es nur bemerken und genießen.
Zum Schluss meiner Glücks- und Ratgebertapete lege ich natürlich einen ganz gut passenden Titel ans Herz. „Sonnencreme“ (vorgetragen von Dieter Brandecker, Musik: Baz Luhrmann u. a.). Der im Sprechgesang (nennt man doch so, oder?) vorgetragene Titel ist verdammt alt, aber dennoch immer wieder herrlich und treffend. Wer dennoch Bedarf an einer „Glückstherapie“ hat, befragt vertrauensvoll den Herrn Dr. v. Hirschhausen, besuche seine Plattform, nehme an seinen „Massensprechstunden“ (*zwinka*) teil oder schiebe sich seine CD´s oder/ und DVD´s ins Unterhaltungsgerätchen.
In diesem Sinne: teilt Euer Glück, denn oftmals kommt es mehrfach zurück. (Hach, wie blumig, ich kann auch noch das…). Nicht ratsam ist es allerdings, sich ins „Glück“ zu rauchen 😉