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Sommer? Vorsichtiges „Check!“

Wenn die Sonne früh durchs Fenster dringt, klein Lieschen morgens munter springt. Haha, schön wäre es ja, das mit dem Springen allerdings. Und hey, es wird immer besser mit dem Wetter. Vielen Dank, Herr P. Das Gebet hebe ich mir für
andere Gelegenheiten auf, z.B. am Briefkasten

Da nicht nur ich mich auf den Sommer vorbereite, sondern
auch die Weiberblättchen jubeln, ist die Vorfreude ja schon kaum auszuhalten, nöch? Meiner „Bikinifigur“, wie sie uns die Weiberblättchen flöten, komme ich auch immer näher. Übers Pfingstwochenende gibt’s Chips, Salzstangen, Schokokekse, Schoki und „Lachgummis“. Nach dem Genuss der Lachgummis sind jegliche Integrationsübungen dahin. Umsonst im Keller gelacht, umsonst ein „fröhliches“ Arbeiterkampflied gesummt und umsonst verbiestertes Gesicht für die Stadtgänge geübt. Die Nörgelei über „Armut“, „Ausgrenzung“ und null Bock, irgendwas dagegen zu tun, will ich eigentlich nicht hinbekommen.

Meine Sommervorbereitungen in materieller Hinsicht sind fast
abgeschlossen. Mir fehlen nur noch die Espadrilles, die Beschaffung ist ja ein Krampf wie zu Zonenzeiten das Nötigste! Aber das ergibt sich schon, so sagt man sich auch ständig bei Kreuzworträtseln. Also Mädels und ja auch Jungs.., die
persönliche „Checkliste“ schon abgearbeitet?

Sonnenhut – check,
Sonnenschutzmittel-check
leichte Klamotten – check
etwas zum Lesen oder Handarbeit – check
Decke oder/ und Klappstuhl– check
Taschentücher – – check leichte
Schuhe – check
Paar nette Leute oder mal in Ruhe dösen – check

Urlaubsgeld wäre vermessenerweise auch nett – nix check 😛

Und damit das Verbraucherherz sein Geld gut bis grottenschlecht angelegt sieht, gibts mal wieder den Werbeblock: Wir sehen ein Weibchen, welches sich als eine Königin träumt und sich von der Dienerschaft „Schnäppchen“ präsentieren lässt. Und dann spricht sie begeistert, dass sie bei so viel Ersparnis doch gleich alles nehmen könne. Kurz darauf ist sie aus dem Traum zurück aufs Sofa und ihr Spotfreund fragt sie grinsend, ob sie wieder sparen würde. Und jetzt sage ich Weibchen: finde(t) den Fehler ! Und wo wir mal so beim „Sparen“ sind: Frau Fischer und Frau Zimmermann scheinen in argen Geldnöten zu sein, wenn man sie in immer mehr Tvspots aufgedrängt bekommt. Wenn Frau Fischer mal hier im Örtchen auftreten wird, ist die Pleite bestätigt 😆 wenn Frau Zimmermann hier mal einen Spot oder Film dreht, auch.

In diesem Sinne: Eindecken ist gut, aber mit Maß, damit wir uns ja nicht ruinieren. Wir müssen ja fürs Urlaubsgeld sparen, auch wenn wir nicht in den Urlaub fahren. *Prost Eiskaffee*.

Wetterlaunen und andere Freuden …

Hm, sehr abwechslungsreiches Wetter, welches mir ständig Beschwerden bringt. Der vorgeschlagene Kompromiss, es nachts regnen zu lassen und am Tage die Sonne rauszuholen, stieß oben auf taube Ohren. Also muss ich wieder drum betteln, hm?

Sehr geehrter Herr P.,

Ihre Wutanfälle, welche Sie uns mit Gewittern haben spüren lassen, reichen nun aus. Bitte beruhigen Sie sich wieder. Der Kompromiss, es am Tage warm und sonnig werden zu lassen, während es nachts regnen kann, ist wirklich nicht schwer!

Ihr Sprecher, Herr K. hat nach wunderschön warmen Tagen auch kurz darauf Regen angesagt. Ich muss Sie wieder an die Einhaltung unseres Schön-Wetter-Vertrages erinnern, wie mir scheint.

Ich werde meine Zahlungen kürzen, bis das Wetter wieder entsprechend stimmt. Wenn Sie noch einen anderen Tarif haben, an dem es weniger schöne Tage für passend weniger Geld gibt, würde ich diesen gern wählen, nicht nur zur Herbst- und Winterzeit.

Dieses ist der letzte Versuch, einen weiteren Kompromiss zu finden, damit beide Vertragsparteien zufrieden sind.

Sollten Sie sich weiterhin nur mangelhaft bis gar nicht daran halten, streiche ich weitere Zahlung und es werden andere Kunden nachziehen. Schließlich trage ich meine Beschwerden ja öffentlich vor. Die Investitionen in Sonnenhut und Basecaps, Sommerschuhe und ein Shirt werden Sie mir dann erstatten. Sie können meine Rechnungen direkt bezahlen.

Mit noch einigermaßen freundlichem Gruß

Und damit das Verbraucherherzchen wieder Frisches bekommt, gibt’s natürlich wie immer den Werbeblock. Leider ist uns schon angekündigt worden, dass uns Helene Fischer wieder ihre Kollektion andreht. Und wieder geschieht es beim großen Kaffeeröster, welcher auch Getränke-Kapseln und Ökostrom verdaddelt. Offenbar hat man nicht dazugelernt, dass sich nur wenige Leute mit der Trine identifizieren können. Nun, sei es drum, da sparen sich viele Stammkunden lieber ihr Geld. Und damit wir wissen, woher tobende Kleinkinder bei Opa ihre Kleidchen haben, müssen wir wieder das melodische Pfeifen hören und wieder erfahren, dass es die berühmte Klamottenkette ist, die uns vormacht, der Kunde wäre König. Und ratet mal, woran man unter anderem „einen guten Arbeitgeber erkennt“. Die Kracherantwort lautet natürlich: „an einem guten Arbeitgeber.“ *yeah*. Bei den Produkten hat man es zum Glück später weggelassen. Und die Herkunft des Fleisches ist umstritten, wie man in vielen Artikeln lesen kann.

In diesem Sinne: Jobsuche wird also ganz neu erlebt 😆 und ja, beschwert Euch auch beim Herrn P. , der Sprecher Herr K. kann für das Ganze nichts, der trägt die Entscheidungen nur nach außen. Investiert von mir aus auch in fetzige Kopfbedeckung, in ein schickes leichtes Kleid, Oberteil oder Hose oder oder oder. Schnappt Euch die fetzigste Sonnenbrille. Allerdings soll sie auch taugen und kostet somit mehr als 3-4 Euro. Mein Erinnerungsstück stammt noch von einem Optiker aus Potsdam und feierte schon vor einer Weile Jugendweihe. Und die kostete 50 Mark! Heute wären es 50 € 😆 wir bezahlen ja längst alles doppelt. Sucht Euch Decken und bunte Taschen und raus auf die Wiese oder gar schon an den Strand. Setzt Eure fetzigen Deckelchen auf, welche vor Sonnenstich schützen, Sonnenbrillen, schmiert Euch ordentlich mit Sonnenmilch ein und setzt Euch besser in den Schatten. Es verhindert entgegen vieler Ammenmärchen keine Bräunung. Lieber langsam und schonend als Hautschäden, die man selten wieder los wird und nicht zu verachten: Hautkrebs. Und vor allem auch die Kinder schützen. *Prost* Eiskaffee.

Jammern muss man können (ich muss das zur Integration wohl noch lernen)

Also, mit dem Sommer war wohl erstmal nur eine Übung, oder? Kaum bedanke ich mich wire so oft beim Herrn P. für das schöne Wetter, schon sorgt er wenige Stunden später für Krach und Nässe *hmpf*.

Letztens brachte ich ja noch das alberne Plakat für Aufregung. Die Frage, ob man schon Bikinifigur hätte, kann man doch immer mit einem Lachen beantworten. Wer sich angegriffen fühlt, kann nie selbst über sich lachen und kann ja zumindest für das Normalgewicht etwas tun und mit diesem Gewicht ist man auch nicht dürre. Ausreden zählen nicht ! 😛

Genauso arm wie das Tamtam um schnöde Werbeplakate ist der ordentliche Druck auf die Tränendrüse. Schon in einem Tv-Spot für eine „Hilfsorganisation“ erklärt man uns, dass Kinder unter der Armutsgrenze leben. Es ist bei den meisten Kurzen A offensichtlich widerlegbar und B muss ich nochmals fragen, wo beim Geld ausgeben die Priorität liegt. Man kann sich schnell mal verkalkulieren und schnell kann es auch zu Problemen kommen, vor allem, wenn sich eine Bewilligung und/oder die Zahlung verzögert. Fest steht: keine Sozialleistung ist für Luxus gedacht! Das verdrängen so viele Leute. Dort wo es wirklich Armut gibt und Handys, Fernseher für jedes Zimmer und Unmengen an Spielzeug und Konsolen nicht einmal zur Diskussion stehen, weil es WIRKLICH um das blanke Überleben geht. Die im Spot gezeigte Szene mit dem Kind, welches sich kurz von der Gruppe auf dem Weg zur Schule entfernt, um sich Abfälle in die Brotbüchse zu packen, hätte eher in einem anderen Land gepasst! Wenig später sieht man das Kind beschämt, ein auffälliges Loch im Ärmel mit einer Hand zu verdecken. Hier im Lande ist so eine Szene weit hergeholt! Was eher nahe liegt ist die Bequemlichkeit, Bekleidung zu reparieren oder zu einer sozialen Anlaufstelle oder Tauschbörsen zu gehen. Ein Stoffpad zum Aufbügeln kosten ca. 1-3 € und Nähzeug kriegt man auch schon nachgeworfen. Zeit zum Reparieren oder sich um neue (sei es auch 2.Hand!) ist doch genug Zeit. Etwas Stolz ist ok, aber wenn es notwendig ist, auch materiell Hilfe anzunehmen, dann wenigstens den Kindern zuliebe. Ruckzuck kann man das eingesparte Geld in gemeinsame Freizeit oder gar in Bildung einsetzen. Die Bibliothek wäre eine Idee, wo die Ausrede Geld nicht ziehen kann, da es unter Bedingungen Ermäßigungen gibt. Anlaufstellen werden nur wenig bis nicht genutzt und wer sich über „Ausgrenzung“ aufregt, sollte mal tief in sich hineinschauen, woran das liegt. Das Internet ist nicht nur reine Unterhaltung und sich überall nur beklagen zeugt doch davon, wie viel Zeit unnötig verpulvert wird, dann lieber Informationen sammeln, wo etwas geboten wird und oftmals sind die Angebote kostenlos oder auch sehr preiswert, da auch Materialien finanziert werden müssen. Irgendwo in Ländern, in denen tatsächlich Armut herrscht und nicht die beste App, beste Konsole etc. diskutiert werden muss, sondern wie man täglich überlebt und im Winter nicht erfriert, lacht man sich über die deutschen „Probleme“ eher tot.

Und damit auch das „ärmste“ Verbraucherherz jubeln kann, gibt’s mal wieder den Werbeblock: Flick Flack, bäm bäm…, so bewirbt man derzeit den großen Bezahldienst, muss ja auch der letzte Kloppi kapieren. Und wo wir beim Kapieren sind: eine Schlübber mit angeblich „Q10“ in den Fasern soll laut Spot festeren Pops und Oberschenkel zaubern. Und ein bisschen klingt es durch, dass man sich wohl den Sport klemmen könnte. Wer es glaubt, wird selig, nein treffender: ein paar Euronen ärmer. Und beim Kaffeeröster mit den Kapseln und Ökostrom zugleich gibt’s Bettwäsche. Der Spot hat aus dem bekannten „zu mir oder zu dir?“ schon etwas Amüsantes gemacht.

In diesem Sinne: Denkt mal daran, dass es uns hierzulande noch verhältnismäßig gut geht. Wir hätten nicht so eine starke Zuwanderung, wenn es hier nicht so viele soziale Leistungen und auch andere Angebote für Bedürftige gäbe. Hier gibt es schon die Möglichkeit, in ordentlichen, sauberen Sachen herumzulaufen, sei es auch aus zweiter Hand. Niemand hier muss mit Pappe über dem Kopf schlafen, wenn er sich kümmert. *Prost „goldenen“ Kaffee*