Archiv der Kategorie: Neues

August – Wir üben Bewerbungen…

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund meiner Feststellung, dass Inkompetenz besser bezahlt wird als alles andere und anscheinend überwiegendes Einstellungskriterium zu sein scheint, bewerbe ich mich auf einen Arbeitsplatz in Ihrem Hause. Mit Sozial- und Arbeitsrecht kenne ich mich zwar nur wenig aus, aber ich kann sehr beschäftigt wirkend blättern und lesen.

Da ich bislang mit Entzücken die Arbeitsweise einiger künftigen Kolleginnen beobachtete, war ich mir schon sicher, mich ebenso charmant um die Beratungspflicht drücken und die Betroffenen realitätsfremd belehren zu können.

Zu meinen Best-Disziplinen gehört das all-fünf-minütige Kaffeeholen und Privatschwätzchen am Telefon, welche ich gekonnt als Dienstgespräch tarne, sobald mein Büro betreten wird. Da ich ein sehr offener Mensch bin, wird meine Bürotür ebenso ständig offen stehen, um die Wartenden beispielsweise mit meinen Telefonaten mit der Kundschaft unterhaltsam belehrend daran teilhaben zu lassen, worin der Unterschied zwischen Arbeitsschutz- und Arbeitsschuhen besteht.

Zu meinen Zusatzqualifikationen gehört Dank meiner Integration beispielsweise auch das Führen von Aktenwägelchen mit gesenktem Kopf und entsprechend erprobtem Blick. Über weitere hervorragende Fähigkeiten lassen Sie sich einfach überraschen.

Ich bin überzeugt, beste Voraussetzungen für die Tätigkeit in Ihrem Hause mitzubringen.

Wenn Sie meine Bewerbung hinreißt und Sie mich am liebsten rückwirkend einstellen möchten, beantworten Sie meine Bewerbung mit Ihren Top-Konditionen gleich hier. Ich werde mich umgehend zurückmelden.
Zu meiner Mindestforderung gehört ein Abhol- und Bring-Service, reichhaltiges Frühstück auf dem Bürotisch und ein weit liebevoller gestaltetes Schildchen, dass das Händchenschütteln eine Herabwürdigung für (ab-)gehobene Positionen wie die einer Schreibtischtäterin ist.

Ihre Wahnsinns-Gehalts-Gebote können Sie mir auch diskret mitteilen, um den fairen Wettbewerb nicht zu gefährden.

Mit freundlichem Fußkuss…

Juli – wir üben Urlaub

Urlaub können wir mit Erholung verbinden oder mit verlagertem Stress, eine Reise zu planen oder sie gar anzutreten. (Manche werden wohl wie ich mit erhobener Augenbraue fragen „Ur-was?“)

Wir sehen unser Traumpaar.
Sie steht Haare raufend vor 2 Koffern, er schaut sich sein Video an, welches er lange vor sich herschob.
Sie: „Schahaaahaaaatz?“
Er (grummelig): „Hmmm?“
Sie „Was soll ich anziehen und mitnehmen?“
Er: „Es ist nur eine Woche, da reichen die Sporttaschen der Kinder, die brauchen sie im Moment eh nicht.“
Sie (spricht dazwischen): „Immerhin eine Woche!“
Er: „Pack was Langärmeliges und was Kurzes ein und gut ist!“
Sie: „Das passt doch aber nicht in die kleine Tasche!“
Er (grummelt) „Nimm halt deine Fitness-Tasche, die ist größer!“
Sie (fiepst schon verzweifelt): „ … reicht auch nicht, da muss für noch etwas für Regen, Sonnenbad, Sport und die ganzen Pflegemittel mit“
Er (tobt): „Wir fahren nur eine Woche weg und wir machen keine große Wanderung, wir wollen es preiswert und gemütlich machen und ich will Urlaub, keine Weltreise!“

Am Ende wird das vermeintlich ersparte Geld wohl in einem Schrankkoffer angelegt…

Liebe Herrschaften, es gibt Tricks und Kniffe, diesem Stress zu entgehen aber da dürft Ihr selbst drauf kommen. (In Ordnung, mit einem anständigen Eisbecher lasse ich mich auch bestechen).

Mädels… lasst den ganzen Schminkkram zu Hause, loddert mal so richtig. Ist auch gesünder, das Gesicht nicht immer mit der Restaurationspaste und allem möglichen Zeugs neu zu zeichnen. Nehmt das bequemste Kleid, die bequemsten Schuhe und die bunteste Tasche – passt! Gehen wir einfach mal entspannter shoppen als sonst und verzichten mal ein paar Tage darauf, die an der Kasse erworbene Plastetüte über die Schulter zu werfen und die Freundin flüsternd zu fragen, ob das Grün-Weiß mit dem großen „D“ nun gerade zum roten Blazer passt.

Wie sieht Euer Urlaub aus?

Ich übe jedenfalls das Extrem-Couchen… oh, ich habe nicht mal eine 🙂

Wir üben Sommer-Mode-Sünden…

Morgens, halb acht in Red Socks City… die strengen Frisuren sitzen, die Mundwinkel wie gewohnt auch (meist nach unten, was nicht nur unsere German Queen beherrscht). Ein paar Farben leuchten durch die Stadt, die den meisten Einheimischen schon sichtlich negativ auffällt. Scheint ungewohnt zu blenden.

Modische Highlights kommen nun überall zutage: von Jesuslatschen mit Socken, gelb verhornte Füße (falls die Tennis-Socken in der Eile vergessen wurden), quellende Bäuche über den Hüfthosen bzw. Miniröcken und als totaler Heißmacher (schon zu Wintertagen) sind Spitzenleggins unter bunten Zelten (sorry, ich meinte „Big Shirts“). Der Hit sind ganze Büsche, die dank Tops oder „Muskel-Shirts“ wuchern. Besonders bei den „Muskel-Shirts“ muss ich sehr schmunzeln, wenn so ein paar Ärmchen „herauswachsen“ und aus den „Dreiviertelschwenkern“ (Bermuda-Shorts) zarte Stachelbeerbeinchen zum Vorschein kommen.

Hoch lebe die Sommermode…

Schauen wir mal auf und in unsere Handtaschen. Spätestens hier stellt sich heraus, dass ich ein Weibchen bin, was ich sonst gut zu verbergen weiß. 😉 Orangefarbene Blümchen auf dem Seesack, in dem nur das Nötigste ist… das „Portjuchee“, Pflegestift, Mini-Kosmetiktuchbüchslein, Notizbüchlein für die Gedankesblitze, Weiberfon dazu, Wechselschuhe und Shirt (bin halt viel auf den Füßen), Kühlgel für zwischendurch, faltbaren Hinternschoner, viele Taschentücherpackungen, Deo und ein Wehwehchen-Etui mit Pflastern jeglichen Kalibers und ….
Mehr nicht *ich schwöre*. Wie gut, dass der von mir kurz umbenannte Happy Weiber -Versand „Wechseltaschen“ verkauft, so macht das schnelle Umpacken von Handtäschlein zu Seesack auch noch kaum Umstände. Mädels… die gibt’s in vielen Größen 😉

Stehen wir zu unseren Sommer-Sünden? Aber ja doch! Die Sonne ist da recht schmerzlos und scheint weiter. Meine Sonnenbrille hilft auch beim „Weggucken“ 🙂