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Wir üben den ersten Sommergenuss

Jucheee, der Sommer scheint sich schon mal durchzukämpfen – ich wurde „erhört“.

Vorerst kommt natürlich die Beleuchtung der derzeitigen TV-Spots auf den Plan (ehrlich: ich krieg nix dafür, außer vielleicht Beschwerden…*g*).
Nun, wo ich nun doch keinen 96-Std.-Deo-Wirkungstest veranstaltete und weiterhin die Dusche vorzog, habe ich etwas anderes entdeckt: Frau K., die Modekönigin zeigt uns Schminktips, während sie irgendwelche Fliegenbeinchenfarbe präsentiert. Die gute Vera will uns immer noch etwas von der Wirkung des Supi-Jogurts gegen das Gefühl von „Aufgeblähtheit“ erzählen und es scheint wohl nicht zu wirken, jedenfalls nicht sichtbar, wo jetzt auch noch Fitnessübungen empfohlen werden und sie lt. ihrer gekreischten Überzeugung im Spot ja mitmachen wollte. Ein Spot ist mir noch immer fragwürdig. Was bitte bewirkt „Charakter-Futter“ für die Katz´ – wohl eher im doppelten Sinne? Wer als Katzenhalter das Zeug gefüttert hat, möge mir bitte mitteilen, ob die Katze nun einen anderen Charakter hat, wenn überhaupt. Und haben wir schon mal von „heißem Volumen“ gehört? Ich habe so gewiehert, als ich mir so bildlich ausmalte, dass sich meine Kopfflusen statt mit Fönluft dann durch das heiße Sommerwetter plötzlich aufplustern würden *fluffff!*. Dazu bräuchte es vorher aber auch das Zeug, welches man sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Haare schmiert. Was mich allerdings sehr schockt ist, dass unsere ehem. Eiskunstlauf-Fee (sie war die Einzige, die mich für Sport am TV kleben ließ) nun werbereißerisch mit einem „Faltenlineal“ herumwedelt und auch noch von „Vertrauen und Kontrolle“ redet… auweiaa…!
So, Werbe-Pi…- Pausenende 😉

Was findet man noch so alles für den Sommer? Bei mir fliegen ja allerhand Kataloge ein, von der Sommermode bis zum Haushaltszeug. Auf meiner Pinnwand eines sozialen Netzwerks wurden sogar „Bewässerungsringe“ beworben. Optisch sieht das Ganze aus, als wären stinknormale Kunststoff-Pflanztöpfe samt Pflanze einfach bis auf überragende 1- 2 cm in die Erde versenkt worden. Über dieses sicher nützliche Teilchen lacht eine clevere Hausfrau eher, die aus alten Töpfen einfach den Boden herausschneidet und den vom Versand beworbenen Effekt erreicht. Ein weiterer Sommer-Brüller ist die „neueste“ Schuhmode. Die „Ballerinas“ werden ja schon eine Weile als neuer Bringer im Handel präsentiert. Ich finde die je nach Modell auch recht neckisch. Erst neulich wollte ich mir wieder ein paar „Bequemlatscher“ kaufen. Die Auswahl ist ja immens! Aber warum erinnern mich die meisten Teile an die Gymnastik-Schuhchen aus DDR-Zeiten, außer dass diese eben keine Schleifchen und Schnallen hatten? Schnell angezogen und einigermaßen bequem waren die ja und hätten zu fast allem gepasst, ob nun zu Hose oder Rock und unabhängig der Länge der Beinchenkleidung. Auch die „Essenmarkenturnschuhe“ sind seit etlicher Zeit in natürlich etwas abgewandelter Form der Modekracher für die Füße. Ich kläre erst einmal den Begriff „Essenmarkenturnschuhe“ auf: Diese Dinger haben ja zur meist weißen Gummisohle auch eine solche Kappe an den Zehen und hatten damals den Gesamtbetrag des Essen- und Milchgeldes zur DDR-Schulzeit, also ca. 5 Mark. Heute kosten sie mit recht verschiedenem Design mindestens das 3-4 fache in Euro. Witzig sehen die Dinger ja aus, sind wegen der Schnürsenkel aber unpraktisch und die Innennähte drücken meist, schade! Meine Verzweiflung und das viele Durcheinandergegacker der verdammt jung´schen Hühnchen, die diese Schuhe anscheinend als tatsächlich neueste Mode-Kracher halten, trieben mich jedenfalls innerlich kreischend aus dem Geschäft.

Übrigens: Hört mal in Wohnsiedlungen genau hin, wo die Badfenster sind. Sind da schon die ersten Schmerzjubler zu hören? Jahaaha, Wachsstreifen in verschiedener Art und auch Epelliergeräte können wahre Jubelkonzerte zaubern. Vielleicht macht ja mal einer einen Hit draus (oder gibt es schon einen?). Erst neulich lachte ich über das Wort „Alf-Strumpfhose“, da ich es eben noch nicht kannte, auch wenn es vielleicht ein Wörtchen mit ellenlangem Bart ist. Also Mädels und vielleicht auch Jungen´s , jubelt den Sommer weiter herbei, ob während der Haarentfernung oder … achwasweißich… 😛

Wir üben jetzt mal den ersten Ruf nach dem Sommer…

So, die Eisheiligen hätten wir dann schon mal überstanden. Weiß jemand, wo die jetzt sind? Ich weiß es: die sitzen wieder mal bei mir und trinken mir meinen Kaffee weg. Scheinen sich bei mir wohl zu fühlen, denn irgendwie muss ich es mir ja erklären, dass in meiner Hütte immer noch der milde Winter herrscht. Draußen ist es wechselhaft. Mal haben wir 1A-Wetterchen und von einem Tag auf den anderen könnte man sich wieder einpummeln und wie das Michelinmännchen herumlaufen. Kommt mir jetzt nicht mit „Hey, Du wirst alt!“.

Die TV-Werbung will uns jedenfalls schon mal den Sommer vormachen. Was wird beworben? Super-Deos, die bis zu 96 Stunden wirken sollen. Vielleicht sollte ich das mal an einem Wochenende testen, schließlich muss ich da kaum unter Leute und Körperhygiene wäre für den Test ja kontraproduktiv. An Diätprogramme und Zaubermittelchen für den Schlankheitswahnsinn wird man eh immer erinnert. Vom Wunder-Wohlfühljogurt, Schlankheits-Shake bis zum Punktejubeln beim Kalorienzählen nebst Sonderprodukte, die uns höchstens viel Geld abnehmen, gibt es ja alles Mögliche. Ich versuche einfach nur weniger Nussmischungen zu naschen, die ich am liebsten kiloweise vertilgen könnte. Wonach steht eigentlich der neueste Sommertrend? Ich bin da irgendwie nicht „up to date“, muss ich (schein-)beschämt zugeben. Ein großer Teil meiner Klamotten sind etliche Jahre alt und halten auch noch „fürchterlich“ lange.

Da der Herr P. vom Wetteramt inzwischen einen Narren an mir gefressen zu haben scheint, womöglich, weil ich ihm doch immer so liebe Briefchen schreibe und ständig schönes Wetter beantrage, will ich mal folgendes an ihn loswerden:

Sehr geehrter Herr P. und sehr geehrter Sprecher Herr K. ,

falls Sie hier wieder mitlesen, richte ich ein paar dankende Worte an Sie. Es freut mich, dass Sie wahrscheinlich um meine Frisur besorgt sind und darum mit dem Ausschütten Ihrer Wassereimer warten, bis ich von meinen Touren zu Hause angekommen bin. Sie würden mich aber noch mehr begeistern, wenn wir ein paar Tage mehr schönes, sonniges Wetter hätten, damit sich meine Hütte endlich miterwärmt und ich drinnen wie draußen etwas weniger anziehen müsste. Außerdem hebt sonniges Wetter mit Temperaturen um 20°C meine Laune um Einiges, wovon auch meine Mitmenschen profitieren. Weiterhin würde ich doch gern meine erst letzten Monat erstandenen Sachen ausführen können. Das „Nilpferd-in-Schlangenhaut-Spiel“ im Geschäft soll sich schließlich gelohnt haben. Der schöne Sonnenschein bei versprochenen 20°C am Tage ist ja schon mal ein guter Anfang. Vielen Dank auch noch dafür.

Mit wahnsinnig begeisterten Grüßen

Siewissenschon

So, Frage an die Mädels: was stellt man an einem solchen schönen Tag an? Die „Jungen´s“ hatten sich ja gestern wieder „ihren“ Tag genommen, obwohl es ein kirchlicher Feiertag war. Ich vernahm zum Glück kein Gegröhle und hier im Umfeld blieb anscheinend auch alles heil.
In meiner Hütte hatte ich gestern mal wieder einen Rundumschlag vorgenommen und ich tät´ jetzt gern auch die dicken Jeans weit weg räumen und mich wieder im Sommerkleid verlaufen. An den Lachkrampf beim Anprobieren im letzten Jahr denke ich heute noch mit einem breiten Grinsen (ich verirrte mich wegen dem Innenteil darin). Für die erste gute Laune sorgte ja schon das neue Duschgel (mal wieder Citrusfruchtduft aber *wow!“) und für weiterhin gute Laune wird jetzt feinste Countrymusi aufgelegt. Wer nicht auf die Musikrichtung abfährt, der kann ja z. B. das von mir so genannte „Strohpüppi-Tanz-Liedchen“ rauf und runter spielen. Man hört es auch im TV-Spot von „Kinder-Country“ (Schokolade!) und kann es sich sogar meiner Kenntnis nach auf der Webseite herunterladen (soviel zur Werbung *schnalz*) und dann raus in die Sonne, zum Beispiel zum „Wieder-Einlatschen“ der schnieken Sommerteilchen für die Füßchen.

An die Jungen´s: Hat sich der Kater schon aus dem Haus geschlichen oder wurde mit diversen Mittelchen verjagt? 😉

Auf in den Freitag und dann schon mal Wochenende proben. Ob ich mich schon mal übungsweise ins Sommerkleid stecke, damit es im Sommer reibungslos ohne Verirrungen klappt?

In diesem Sinne: Wiesen-Blümchen in die Haare geklemmt (passt bei mir sogar auch schon) und ab ins schöne Wochenende, vor allem mit frühlingsfrischer Laune.

Vielleicht lässt sich der Sommer ja dann hervorlocken.

Wir üben Stadtleben

Es gibt einen Ort, in dem alles zu stimmen scheint….

Während Frau Hastdumal ständigen Kontakt zu ihren Nachbarn pflegt, folgt ihr auch der Herr Kannstdumal wie ein Hund. Man könnte meinen, sie wären ein Paar. Frau Machichnicht liegt im Garten und lässt es sich gut gehen. Die Kinder von Frau Brauchstdunicht wurden zwar ständig beim Schule schwänzen erwischt, aber sie nimmt es gelassen. In diesem idyllischen Ort wohnen auch die Familien Kannichnicht, Willichnicht, Habichnicht, Gibtsnicht, Sollstdunicht, Mussichnicht, Gefälltmirnicht, Lohntsichnicht, Istmiregal, der Bürgermeister Herr Mussichmalgucken (gehört der Gehtnichtpartei an) und seine Sekretärin Frau Schaffichnicht.

Plötzlich bekam der Ort Zuwachs. Die Familie Wirpackensmal baut ihr Häuschen auf die etwas abgelegene Baufläche. Misstrauisch wird das Ehepaar mit den 3 Kindern beäugt. „Die passen nicht zu uns“ hört man es tuscheln. „Sie sehen anders aus und reden auch noch komisches Zeug“.

In der Schule bekamen die 3 Kinder der zugezogenen Familie ebenfalls zu spüren, dass sie nicht in die Klasse passen würden. Nur Frau Hastdumal und Herr Kannstdumal konnten sich nicht länger vor den Neuen verschließen, denn mit den anderen Nachbarn hatten sie es sich bereits verscherzt. Vorerst funktionierte dieser gute Kontakt auch, bis auch die zugezogene Familie Hilfe brauchte. Bei einem Wasserschaden war ein Großteil ihrer Einrichtung nicht mehr zu gebrauchen. Voller Hoffnung gingen sie im Ort herum und baten um Unterstützung. Hier stießen sie auf erste Absagen, denn die Namen der einheimischen Bewohner kamen nicht von ungefähr. Dennoch gelang es der Familie, wieder auf die Füße zu kommen und erneut versuchten die zwei bedarfsweise kontaktfreudigen Nachbarn ihr Glück, als wäre nichts gewesen.
Die überraschende Antwort, die sie von den Neulingen aber erhielten, ließ sie vor Entrüstung erröten: „Versucht es mal selbst, uns ist es auch gelungen.“

Wie in jedem Dorf und in jeder Stadt geht auch mal etwas kaputt. Die Straßenzustände verschlechterten sich, die Spielgeräte auf den Spielplätzen rosteten vor sich hin und vieles andere mehr würde ebenfalls einige Arbeit und Geld kosten, alles wieder Stück für Stück in Ordnung zu bringen. Die Bewohner machten weiterhin ihren Namen alle Ehre. Bei einem Stammtischbesuch in der Kneipe versuchte Herr Wirpackensmal wiederholt, die übrigen Bewohner und dessen Bürgermeister zu motivieren, entsprechend ihrer Fähigkeiten an den Reparaturen und Verschönerungen mitzuwirken. Es könnten die Frauen für das Essen und Getränke der Helfer sorgen, während andere die Kinder hüten. Jeder könnte nach seinen Fähigkeiten eingesetzt werden, die Spielgeräte, Parkbänke zu reparieren, das Kulturhaus zu verschönern und vieles mehr. Woran scheiterte es?

„Vieleviele Hände bereiten der Arbeit schnell ein Ende“ lautet ein weiser Spruch. Dieser stand plötzlich auf vielen Bannern, die am Spielplatz, am angrenzenden Park und am Kulturhaus hefteten. Einige Bewohner schauten aus ihren Fenstern, andere gingen zögernd auf die Baustellen zu, an denen die Kinder der Familie Wirpackensmal begeistert die Bänke mit Blumen und Schmetterlingen bemalten. Vorher hatte ihr Vater sie repariert und nun werden sie nach der Verzierung lackiert. Viele vorerst Schaulustige gingen Kopf schüttelnd wieder in ihre Häuser. Überraschenderweise kamen aber Einige samt Familie wieder und hatten ihre Handwagen mit Werkzeug und Farbe voll. Selbst Familie Lohntsichnicht ist begeistert dabei, die Bepflanzungen zu übernehmen. Der Platz füllte sich mit Tischen voll Kaffeekannen und Kuchentellern. Schnell wurden jegliche verfügbare Stühle herangeholt. Der Bürgermeister Herr Mussichmalgucken und seine Sekretärin Frau Schaffichnicht haben sich ebenso zu Taten herabgelassen und besorgten fehlende Materialien. Man könnte meinen, Frau Schaffichnicht hätte ein Schmunzeln im Gesicht, als sie durch den Ort geht und Spenden sammelt. Am Ende sehen wir eine Grillparty in einem wunderschön wiederhergestellten Park, einen hübschen Spielplatz und einen stolzen Bürgermeister, der vorerst kurz mit einem Beschämen an seine Partei dachte und einen Entschluss fasste.

Gut, der neue Anstrich auf den hergerichteten Spielgeräten muss noch trocknen, die Straßen sind noch dran und vieles mehr ist noch zu schaffen, aber die Banner mit dem weisen Spruch haften noch immer hier und dort und wer weiß…?

Der Farbtopf mit dem Rosa ist für die Geschichte jedenfalls alle 😉