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Wir üben Wichteln

Was haben Löwen, Karpfen und…gemeinsam? Ach, lassen wir das… wir wollen ja schließlich keine reinen Regional-Themen lesen.

Ja, die ersten Weihnachtsfeiern in Firmen, Vereinen oder auch gar Parteibüröchen sind geplant oder laufen schon. Oftmals gehört ja das Wichteln dazu. Wie dieses vonstatten geht, dürfte inzwischen jeder wissen. Falls nicht, hier eine Erklärung:

Jeder Teilnehmername wird auf einem Zettelchen vermerkt und jeder Name kommt noch jeweils auf ein Schnipselchen Papier. Damit die Namen nicht sofort erkannt werden, werden die Schnipselchen gefaltet oder geknüllt. So kommen sie in ein Gefäß, aus dem die Teilnehmer nun ihr „Wichtelopfer“ ziehen. Der Name, der gezogen wird, ist also der Beschenkte. Es kann ein Höchstbetrag des Geschenkes festgelegt und das Ganze auch beispielsweise thematisch gestaltet werden. Allerdings kann es vorkommen, dass das Wichtelgeschenk spätestens im nächsten Jahr den Besitzer wechselt. Die gezogenen Namen sollten natürlich nicht unter den Teilnehmern genannt werden. Schließlich soll es ja eine Überraschung werden, wer wen beschenkt.

Und da wären wir bei Personengruppe 1, wo es sich mit der lustigen Überraschung schwierig gestalten könnte, da die Weihnachts-Kugeln womöglich Augen haben könnten und es sich somit leichter recherchieren lässt, wer nun wen wie bewichtelt. Beim Sektempfang wie auch beim Buffet dürften viele verstohlene Blicke durch den Raum gehen, ob die Krawattennadeln, Sakko-Knöpfe und andere Accessoires nicht auch noch „gucken“ können.

Personengruppe 2 dürfte mit der Personengruppe 1 arg sympathisieren oder als „Außendienstler“ dazugehören. Ausnahmsweise wird in diesem Falle sicher „FÜR“ etwas herummarschiert oder gestanden statt wie sonst gegen alles und jeden. Vielleicht tragen die uns ja mal was vor und ergattern so das eine oder andere zugeworfene Geschenkchen.

Personengruppe 3 könnte ebenso mit Personengruppe 1 sympathisieren, bleibt aber überhaupt ganz gern „häuslich“ und schreibt seine „Bitte“ einfach nebst Anschrift und der Forderung der Originalverpackung öffentlich in die sozialen Netzwerke. Hier könnte man die Wortkombination „soziale Netzwerke“ sogar doppelt betrachten.

Personengruppe 4 verschwört sich auf alle Fälle auf den Umweltschutz, sogar bei der Verpackung und beim Stromanbieterwechsel für die umweltbewusst finanzierte Weihnachtsbeleuchtung, jedenfalls offiziell. Wird zu Hause aber sicher ganz praktisch und romantisch Teekapseln liegen haben.

„Von nix kommt nix“ wird sich die Personengruppe 5 denken, lässt Kreativität + Herz sprechen und kauft oder bastelt etwas für den oder die Empfänger….

Habe ich eine Personengruppe vergessen? 😉

Wir üben Entspannung…

Wir müssten in nächster Zeit wohl mit bedampftentspannten Gesichtern umherlaufen, wenn wir an die Meldungen bezüglich eines Parteitages denken. Ich sehe, wie schon einmal gebracht, einige Grüppchen um die Kundschaft zanken…ganz legal versteht sich. Wie ich unsere Lieben aber hier im Ort einschätze, wird wohl auch diesbezüglich über „voll soziale“ Preise debattiert und dieses womöglich noch durchgesetzt werden.
So kriegt man die kalten und weihnachtswahnsinnigen Zeiten natürlich auch herum. Falls mich jemand also mit einem hübschen Entspannungsmittel ruhig stellen möchte, darf ich ja nun wohl offiziell um die Herausforderung bitten, mir das Balkonpflänzchen selbst ziehen zu dürfen. Kästen habe ich übrigens schon. Lieben Dank im Voraus. Allerdings kenne ich mich mit der „Anwendung“ nicht aus, vielleicht bietet unsere im wahrsten Sinne des Wortes sehr bürgernahe Partei ja dann Info-Veranstaltungen dazu an.
Amüsant stelle ich es mir allerdings vor, wenn es Wettbewerbe um den schönsten Balkonkasten gibt. Schweißgebadet wird sich so mancher Hobby-Balkon-Gärtner fragen: „Wohin mit den schönen bunten Blümchen, meine Kästen sind alle schon mit Entspannungmittelpflänzchen besetzt“. Oder wie sehen die künftigen Schwätzchen unter Nachbarn aus? „Hallo, Frau XY, schauen Sie mal, mein Cannabis hat sich prächtig entwickelt.“ Gut, ich schaue ohnehin nicht ständig drein wie ein Karpfen oder wie die geschenkten Löwen für unseren örtlichen Tierpark, aber vielleicht muss ich Dank der eingeatmeten Entspannung weniger über eine gewisse Mimik vieler Einheimischer lachen. Denn lachen macht verdächtig, wie ich schon oft feststellte.
Wie aber erzählt man zukünftig das Märchen vom Dornröschen? Dass zuerst eine Hecke wuchs (wohl keine Rosen!) und das schöne Kind erst dann entspannt in den Schlaf sank und der Pieks an der Spindel doch nicht dafür verantwortlich war?

Das Thema ist eigentlich viel zu ernst, denn es gibt zu viele Opfer, die sich mehren werden, besonders wohl bei den Jugendlichen. Sollen noch mehr ihr Weihnachten in Intensivstationen, Entzugskliniken verbringen oder nicht mal mehr erleben? Widersprüchlicherweise heißt es ausgerechnet vom fordernden Trüppchen „Verbote bringen nichts!“
Wäre man mit der Aussage wenigstens konsequent… !

Wir üben jetzt auch mal „Rathausspitzen“

Liebe Bürgerinnen, Bürger, Gen…und überhaupt…,
jetzt wird es ernst! Wir wischen uns die ersten Schweißtropfen mit dem Gedanken auf die Vorweihnachtszeit, die uns mitunter auch Gedränge auf Weihnachtsmärkten und wieder Panflöten-Gedudel an jeder Ecke bescheren.

Für den winterromantischen Zauber werden die Märchenfiguren für den Weihnachtsmarkt in Handarbeit wieder hergerichtet. Hut ab für diese Mühe (ehrlich!).

Und jetzt kommt der Clou: Zur Eröffnung des Märchenmarktes wird lt. Meldung zur bekannten Lasershow sogar der Rathausturm zum Sprechen gebracht. Ich gebe zu, ich musste lachend an unsere Rathausspitze aus Fleisch und Blut denken, die anscheinend nur mit seinen eigenen Interessen zu uns Bürgern spricht und sich nun vom Gestein vertreten lässt – wahrscheinlich für etliche Fototermine. Allerdings müssen dem Rathausturm die Worte in den…Mund… äh ins Bauwerk gelegt werden. Wir kennen es ja auch von unseren Geno..äh einigen Anhängern und finden es einfach nur spannend, wie nun ein Gebäudeturm mit uns kommunizieren wird. Aber wessen Stimme da erklingen wird… werden wir entweder bedingt erkennen (viell. schwäb.Dialekt?) oder noch zu erfahren bekommen.

Weiterhin soll uns mal wieder ein für die meisten hier im Ort erklärt unterhaltsamer Großbeköstiger mit beispielsweise allerhand Heißgetränken und Juchheißa-Musi beglücken. Na, wenn das mal nicht wieder Ärger bringt, da die kleinen Händler ja „darauf angewiesen sind, hier her zu kommen“ und ihnen das mit begleitendem Hohn auch verdeutlicht wurde, dass sie aus sinngemäß wiedergegebenem Grund, „eh wieder kommen werden“. Leider ist die Zeitung mit entsprechendem Artikel längst in der Papierverwertung gelandet und womöglich eine neue Eierpackung.
Aber ist es nicht herzerwärmend? Fehlt eigentlich nur noch die passende Rede zu „Menschlichkeit“ und noch vielen erwärmenden Stichworten mehr, ob irgendwann selbst vorgetragen oder in der Presse veröffentlicht. Und vielleicht kommt es noch dazu, dass dieses Mal unser Kultureller vor lauter Vorweihnachts-Herzenswärme zur Unterstützung des „Immunsyschtems“ Einen (oder mehr) ausgibt oder ausgeben lässt 😉

Ich hätte wohl ernsthaft kandidieren sollen ? (Nein, die Schweißtücher dürfen in der Tasche bleiben)

Meine Zeit der „Integration“ hat ja des Öfteren gezeigt, dass sich etliche gehorsame Einwohner mit kleinen Leckerlies von der einen oder anderen Stelle wieder beruhigen lassen und in diesem Jahr sogar eine Ministerin eine Kuh vom Eis holte. Oder soll ich sagen: Sie streichelte als „Überraschungsbesucherin“ nebst Begleitung wieder ein paar Schäfchenköpfe, um sie für die weitere Leistungserbringung auf der Steppe bei Laune zu halten? Offensichtlich gelang es ja auch ihr wie anderen die Jahre davor. Denn „Im Kapitalismus werden Menschen von Menschen ausgebeutet, im Sozialismus ist es andersherum“ oder so ähnlich heißt es eben.

Apropos Kuh und Eis: Die darauf meist spontan dargebotenen Aktivitäten werde ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Eigentlich sind die Pirouetten im Massenbespaßungszelt auch unfreiwillig möglich, aber zumindest unter wärmenden Pilzen. Und wo wir gerade bei „Pilzen“ sind: Wann gibt es denn endlich „Stoff“, der lt. Meldungen legalisiert werden soll? Wir wollen die nächsten Meldungen ja gelassen(er) aufnehmen, oder? Und ein Balkonkasten mit edlem Gewächs reicht nicht für den Bedarf einer Bevölkerung.

Und: Es soll sogar einen Tanz geben. Von wem und für wen? Hat eine gewisse Besetzung nun als Bewegungsübung etwas eingeprobt oder können wir getrost zugucken, ohne den Kindern die Augen erschrocken zuhalten zu müssen?

Natürlich ist wieder ein abschließendes Feuerwerk angekündigt. Denn darin sind „wir“ spitze wie jedes Wochenende.

Lassen wir die besinnliche Zeit auf uns einwirken, ob äußerlich oder innerlich angewendet … *Prost*