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Wir üben jetzt mal ein bisschen Kaufrausch…

Nun, da nun schon erste Weihnachtsdeko- und Nascherei verkauft wird, können wir doch gleich einmal unsere „Geschäftsfähigkeit“ testen, oder?

„Trau Dich, zart zu sein“ säuselt man uns ins Ohr und bei dieser Gelegenheit haben wir schon lila Kühe vor Augen. Nachdem uns vorher hin und wieder die Inkompetenz einer Kuh aufgezeigt wird, erkannte man, dass sie zumindest zum anrempeln taugt. Ich überlege gerade, ob ich die Schokolade oder das Rempeltierchen für die Massen auf dem Weihnachtsmarkt wählen würde.
Weiterhin wird uns erklärt, dass man Geschenke für die Liebsten mit roter Schleife verpackt und es „10% mehr Inhalt“ gibt. Ich stelle mir gerade die hocherfreuthüpfende (bewusst zusammen geschrieben) Frau oder Freundin vor, die jetzt (angeblich) mehr Waschladungen zur Verfügung hat. Sie wird vor Verzückung ihre Tränchen mit einem extra starken und dennoch sehr weichen Tüchlein tupfen.
Die schönere Alternative wäre ja eine hübsch glänzende Packung, die mal eben reihum geht und bei der Wahnsinnsvielfalt die Entscheidung erleichtert, indem beim Gastgeber nichts mehr übrig bleibt, da man auch dem verspäteten Freund ein „Küsschen“ gibt.
Falls uns diese Alternative auch nicht gefallen sollte und wir es etwas verrückter brauchen, bitteschön…es soll ja Versicherungen geben, wo es sogar „verstanden!“ heißt. Mal ehrlich: sind wir über dieses kleine Wörtchen nicht schon hingerissen und hoffen, dem wäre auch so?
Der Knüller unter den Geschenken wäre ja …Moment mal…wo ist eigentlich Herr P. hin, der dem smarten Frauenschwarm Herrn C. auf seine überzeugende Art die Kaffeekapseln abschwatzt? Ach ja, Entschuldigung, ich habe verdrängt, dass inzwischen offiziell anderweitig auf Umweltschutz gesetzt wird, indem beispielsweise eine attraktive junge Dame in der Wanne sitzt und uns etwas über das Wasser sparen in die TV-Lautsprecher raunt.
Die bewusste Mode-Marktkette hat sogar jetzt zum 100. Geburtstag erkannt, dass Prozente nach mehr Sparen klingen als 2x 12€ = 25€. Ob wir uns oder andere nun mit den neuesten Strickkleidmodellen eindecken, die nun anscheinend schon im 2. Jahr womöglich von jeder zweiten Frau getragen werden, bleibt unsere Entscheidung.
Und da ein „Indianer keinen Schmerz kennt“, nachdem er sich nach einem Herz zerreißendem Ächzen eingesalbt hat, können wir unsere vielen Pakete doch wie junge Götter die Treppen hinauftragen oder überreichen dem Paketzusteller als nette Geste eine solche Packung.
Falls wir knapp bei Kasse sein sollten und dank einiger falscher Klicks in einem sozialen Netzwerk der ganze Verwandten- und Freundeskreis vor der Tür steht, ist das auch kein Problem, dann gehen wir erstmal zum…öhm…Supermarkt. Der Service des Polizeiaufgebots ist derzeit anscheinend noch ein hübsches Zusatzgeschenk vom Steuerzahler. Geschenke sollen ja auch nicht nur Freundschaften aufrechterhalten, oder?
Apropos Kasse: In diesem Zusammenhang zaubere ich versuchsweise noch einmal romantische Stimmung: Eine ganze Meute „lässig“ gekleideter Leute steht erwartungsvoll vor einem Gebäude, auf dessen Balkon das Liebespaar steht und sich die Angebetete eines durstigen…äh charmanten Blutsaugers vorerst noch nicht einig ist, ob sie nun altern möchte oder nicht. Nachdem sie überzeugt wurde, dass sich alt werden doch noch lohnen könnte, ist jeglicher Zauber dahin, schade.
Falls das Sparziel (über-)erfüllt sein sollte, könnte man die fette Rendite doch glatt an die vielen Spendenaktionen verteilen, die wieder um die Wette laufen.
Um die schöne Stimmung wieder aufzuheben, wäre jetzt das neueste Album von…(ja, von wem eigentlich?) genau das Richtige. Ist mir in Sachen Schmusi-Musi etwas entgangen? Na gut, dann entspannen wir eben anders. Für… nein, eher gegen Stress, der bei einer Dame nicht einmal durch eine Knetung verdrängt werden kann, gibt es Pillen, die uns das *Ommm* für einige Zeit verpassen sollen. Ich las in etlichen Meldungen, dass ja nun weit Härteres legalisiert werden soll. Dann wird es aber eng für mindestens eine Institution und einige Gruppierungen, die als Konkurrenten um eine Zielgruppe buhlen. Zur süßen Entspannung gibt es immer noch leckere goldbraune Bonbons, die damals mal mit dem „Generationskonflikt“ beworben wurden.

Nachdem wir geklärt hätten, was der Mensch mindestens 2 Monate vor und etliche Wochen nach Weihnachten braucht, hätten wir ja noch Gesundheitswünsche. Wer sich also einen Pumpspender eines Mittelchens besorgt, der sogar nicht einmal berührt werden braucht, wird wohl klinisch rein und gesund durchs Leben gehen. Was wollen wir mehr? Wann gibt es eigentlich eine solche Lippenpomade, damit man nach jeder mehr oder weniger herzlichen Bebusselung die Guschen desinfizieren kann?

Nein, ich wünsche dem Leser auch ohne jegliche Hammermittel Gesundheit und stoße mit einem Vitamin-Milch-Getränk-Fläschchen, bei dem sogar Schmetterlinge hyperaktiv ihre Flügel nach einem Pop-Song schwingen, darauf an.

PS: Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es kostenpflichtiges (wohl werbefreies?) TV gibt? Wäre vielleicht auch ein geeignetes Geschenk… 😉

November – Wir üben erste Zuckungen der Adventsstimmung

Nun ist es soweit: Die ersten Vitamindröhnungen, Anti-Schnupfen-Mittel und die neueste „Kuschelrock“ werden beworben. Wenn ich mir mal überlege, dass meine erste und letzte „Kuschelrock“ die Nr. 5 ist und ich mir die Liebesschluchzer mit Knacksern anhören kann…

Es gehen schon Diskussionen und Werbung für Winterbereifung los. Meine „Winterreifen“ wachsen noch – nämlich auf den Hüften! Im KFZ-Bereich bin ich Gott sei Dank außen vor.

Und sogar werden schon Silvesterpartys angekündigt. Ich glaube, es wird ernst…! Es wurden noch nicht einmal massig Geschenke unter die Bäume gelegt, noch keine Massenumtauschaktionen gemeldet…

Wohlgemerkt steht die Adventszeit und Weihnachten ja erst bald vor der Tür und wir sehen wieder einmal die gehetzten Massen nach Geschenken jagen. Die Werbung für Geschenkideen läuft längst auf vollen Touren, ob online, im TV oder auch mittels Werbeprospekten.

Was möchte Tante X gern haben, was kaufen wir für Mama und Papa, über was würden die Schwiegereltern jubeln und wie lassen wir Kinderaugen glänzen? Die Fragen wären schnell und einfach beantwortet: Gutscheine, Kaffeemaschinen, eine ganze Menge Spielzeug, Schmuck und Parfüm. Das eine oder andere Frauchen lässt schon mal beim einen oder anderen Stadtbummel ein feuchtes Äuglein blitzen, wenn sie Ringe, Ketten oder ein schickes Outfit sieht. So manche Herrschaft stellt sich gekonnt grübelnd vor eine Luxus-Bohrmaschine der Marke XY und lässt dezent durchblicken, dass auch sie ihren Nutzen hiervon hätte.

Gehen wir mal durch die Stadt und überlegen, wo wir schwelgend stehen bleiben würden. Ist es die Boutique mit der neuesten Mode? Ist es der große Markt, in dem uns die neuesten Brüller der Kommunikations- und Unterhaltungstechnik hinreißen? Halt, wir stehen vor einem Schmuckladen. Habe ich doch das Klischee erfüllt, man würde Damen mit glitzerndem Etwas beglücken können?

Nein, es ist das, was uns das eine oder andere Schmuckstück anzeigt….die Zeit!

Zeit ist mit Geld kaum zu bezahlen, wird in Geld aber bewertet, denn „Time is Money“. Es gibt einen sehr alten aber doch für mein Empfinden zeitlosen Film, der oft als Komödie in der Programmvorschau angekündigt und auf so mancher Filmkritik als Drama und Fantasyfilm ausgelegt wird. Gerissen hat mich der Film nicht allein wegen der Kategorie, sondern vorerst wegen einer dort mitwirkenden Countrysängerin, die ich sehr gern höre und welche auch im Film (im wahrsten Sinne des Wortes) aus voller Brust singt.

Der Film handelt von einer Frau, die nach ihrer Trennung von ihrem Freund tödlich verunglückt, weil sie bei ihrer Heimfahrt einem Reh ausweicht. Sie hat also ihr Leben für ein anderes gelassen. Nun steht sie verwundert vor dem Himmelstor und muss erst einmal fassen, wo sie überhaupt ist. Sie erwartet auch, sie würde, wie auch die anderen Engel, ihre Flügel bekommen. Petrus lobt sie zwar für ihren an sich guten Kern, kritisiert sie aber leicht zerknirscht für ihre bisherige ungeordnete Lebensweise. Um die Flügel nun zu erhalten, hat sie eine Mission zu erfüllen. Dazu kommt, dass sie hierbei vorerst auch herausfinden muss, was an ihrem „Einsatzort“ nicht stimmt. Wir wissen: „Unter jedem Dach ist ein Ach“, so erleben wir es im Film auch bei der Familie, in die sie als Kindermädchen hineingerät. Vorerst wird sie von den 2 Kindern, die sehr früh ihre Mutter verloren  hatten und ein Kindermädchen nach dem anderen vorgesetzt bekamen, nicht angenommen. Es gibt also viel zu tun, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und auch dem sehr beschäftigten Vater aufzuzeigen, was den Dreien wirklich fehlt.

Es wird den meisten Lesern hierbei wohl klar, dass Wohlstand allein nicht das sein kann, was Menschen, ob groß oder klein, brauchen. Um diesen Film etwas abzurunden, spielt sich auch eine kleine herzerwärmende Liebesgeschichte ab, die den Sinn des Films bekräftigt. Trotz einiger doch recht amüsanten Szenen im Film würde ich diesen nicht in die Kategorie „Komödie“ oder „Drama“ setzen. Immer wieder erinnere ich mich an den Film und zwar nicht nur, wenn die Massen der Leute zig Tüten und Pakete in ihre Fahrzeuge laden und bis zur Bescherung in der Hoffnung sind, für Jeden das richtige Geschenk gefunden zu haben.

Wer diesen Film kennt, wird also auch sehen, wo der Wert im Leben steht, ob in der Familie oder bei Freunden und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Ich könnte die Lösung nun vorgreifen und die Spannung auf das Filmende zunichte machen.

Der Blick auf die mehr oder weniger hübschen Anzeiger der Zeit lässt uns vielleicht noch länger und vielleicht einige Male öfter vor dem Schaufenster stehen und uns darüber nachdenken, was Zeit eigentlich bedeutet. Gemeinsames Schmücken, gemeinsames Kochen oder Backen, auch wenn wir es sonst nicht so mögen, gemeinsam spazieren zu gehen oder vieles andere mehr, ob unter Freunden, Partnern oder Familie. Vor allem wird es immer schwerer, wenn man einige 100 km voneinander getrennt wohnt, da es der Arbeitsmarkt so verlangt, immer wieder umzuziehen und für 2 oder 3 zu arbeiten. Wollen wir am Ende feststellen, dass wir zwar den Kühlschrank und die Wohnung gut gefüllt haben, aber das Herz leer ist?

Dagegen kann man selbst etwas tun. Sind es aber die vielen Pakete, die wie in einem Wettkampf unter Schenkenden aufgetürmt werden?

 

Wir üben „Klärung der Herkunft“

Man lernt ja durch die eine oder andere Gelegenheit Leute kennen und siehe Einer guck, sie kommen sogar oftmals aus dem selben Bundesland, was mich ja vorerst freute.

Der folgende Dialog am Telefon vor einer Weile gibt mir aber schon zu denken:

Mitten im Gespräch über ein bisschen Heimweh und Gewöhnung an den neuen Wohnort ergab sich folgendes:

Ich: „Sag´ mal, du bist doch auch aus dem Brandenburgischen, oder?“

Sie: „Nein, aus ___ „ (ein Ort im BL Brandenburg)

Ich: „Das liegt doch aber eben im Bundesland Brandenburg. Gar nicht so weit von meiner Heimatstadt.“

Sie: „Keine Ahnung! Und du? Wo warst du noch mal her?“

Ich: „Aus ___ . Liegt in Nordbrandenburg und grenzt an McPom.“

Sie: „Ich denke, du bist auch Ossi? Hatte Dich doch neulich gefragt, ob Du Ossi oder Wessi bist!“

Ich: „Aus der Sicht betrachtet bin ich ja auch Ossi, das sagte ich dir bereits, ja, aber wir reden doch gerade vom Bundesland selbst und ___ liegt halt im Norden.“

Sie: „Kapiere ich nicht, aber ich habe es auch nicht so mit der Grammatik!.“

Ich vielleicht auch nicht so, aber wie das Gespräch im nüchternen Zustand verlaufen wäre, werde ich wohl nicht mehr erfahren… 😉