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November – Wir üben erste Zuckungen der Adventsstimmung

Nun ist es soweit: Die ersten Vitamindröhnungen, Anti-Schnupfen-Mittel und die neueste „Kuschelrock“ werden beworben. Wenn ich mir mal überlege, dass meine erste und letzte „Kuschelrock“ die Nr. 5 ist und ich mir die Liebesschluchzer mit Knacksern anhören kann…

Es gehen schon Diskussionen und Werbung für Winterbereifung los. Meine „Winterreifen“ wachsen noch – nämlich auf den Hüften! Im KFZ-Bereich bin ich Gott sei Dank außen vor.

Und sogar werden schon Silvesterpartys angekündigt. Ich glaube, es wird ernst…! Es wurden noch nicht einmal massig Geschenke unter die Bäume gelegt, noch keine Massenumtauschaktionen gemeldet…

Wohlgemerkt steht die Adventszeit und Weihnachten ja erst bald vor der Tür und wir sehen wieder einmal die gehetzten Massen nach Geschenken jagen. Die Werbung für Geschenkideen läuft längst auf vollen Touren, ob online, im TV oder auch mittels Werbeprospekten.

Was möchte Tante X gern haben, was kaufen wir für Mama und Papa, über was würden die Schwiegereltern jubeln und wie lassen wir Kinderaugen glänzen? Die Fragen wären schnell und einfach beantwortet: Gutscheine, Kaffeemaschinen, eine ganze Menge Spielzeug, Schmuck und Parfüm. Das eine oder andere Frauchen lässt schon mal beim einen oder anderen Stadtbummel ein feuchtes Äuglein blitzen, wenn sie Ringe, Ketten oder ein schickes Outfit sieht. So manche Herrschaft stellt sich gekonnt grübelnd vor eine Luxus-Bohrmaschine der Marke XY und lässt dezent durchblicken, dass auch sie ihren Nutzen hiervon hätte.

Gehen wir mal durch die Stadt und überlegen, wo wir schwelgend stehen bleiben würden. Ist es die Boutique mit der neuesten Mode? Ist es der große Markt, in dem uns die neuesten Brüller der Kommunikations- und Unterhaltungstechnik hinreißen? Halt, wir stehen vor einem Schmuckladen. Habe ich doch das Klischee erfüllt, man würde Damen mit glitzerndem Etwas beglücken können?

Nein, es ist das, was uns das eine oder andere Schmuckstück anzeigt….die Zeit!

Zeit ist mit Geld kaum zu bezahlen, wird in Geld aber bewertet, denn „Time is Money“. Es gibt einen sehr alten aber doch für mein Empfinden zeitlosen Film, der oft als Komödie in der Programmvorschau angekündigt und auf so mancher Filmkritik als Drama und Fantasyfilm ausgelegt wird. Gerissen hat mich der Film nicht allein wegen der Kategorie, sondern vorerst wegen einer dort mitwirkenden Countrysängerin, die ich sehr gern höre und welche auch im Film (im wahrsten Sinne des Wortes) aus voller Brust singt.

Der Film handelt von einer Frau, die nach ihrer Trennung von ihrem Freund tödlich verunglückt, weil sie bei ihrer Heimfahrt einem Reh ausweicht. Sie hat also ihr Leben für ein anderes gelassen. Nun steht sie verwundert vor dem Himmelstor und muss erst einmal fassen, wo sie überhaupt ist. Sie erwartet auch, sie würde, wie auch die anderen Engel, ihre Flügel bekommen. Petrus lobt sie zwar für ihren an sich guten Kern, kritisiert sie aber leicht zerknirscht für ihre bisherige ungeordnete Lebensweise. Um die Flügel nun zu erhalten, hat sie eine Mission zu erfüllen. Dazu kommt, dass sie hierbei vorerst auch herausfinden muss, was an ihrem „Einsatzort“ nicht stimmt. Wir wissen: „Unter jedem Dach ist ein Ach“, so erleben wir es im Film auch bei der Familie, in die sie als Kindermädchen hineingerät. Vorerst wird sie von den 2 Kindern, die sehr früh ihre Mutter verloren  hatten und ein Kindermädchen nach dem anderen vorgesetzt bekamen, nicht angenommen. Es gibt also viel zu tun, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und auch dem sehr beschäftigten Vater aufzuzeigen, was den Dreien wirklich fehlt.

Es wird den meisten Lesern hierbei wohl klar, dass Wohlstand allein nicht das sein kann, was Menschen, ob groß oder klein, brauchen. Um diesen Film etwas abzurunden, spielt sich auch eine kleine herzerwärmende Liebesgeschichte ab, die den Sinn des Films bekräftigt. Trotz einiger doch recht amüsanten Szenen im Film würde ich diesen nicht in die Kategorie „Komödie“ oder „Drama“ setzen. Immer wieder erinnere ich mich an den Film und zwar nicht nur, wenn die Massen der Leute zig Tüten und Pakete in ihre Fahrzeuge laden und bis zur Bescherung in der Hoffnung sind, für Jeden das richtige Geschenk gefunden zu haben.

Wer diesen Film kennt, wird also auch sehen, wo der Wert im Leben steht, ob in der Familie oder bei Freunden und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Ich könnte die Lösung nun vorgreifen und die Spannung auf das Filmende zunichte machen.

Der Blick auf die mehr oder weniger hübschen Anzeiger der Zeit lässt uns vielleicht noch länger und vielleicht einige Male öfter vor dem Schaufenster stehen und uns darüber nachdenken, was Zeit eigentlich bedeutet. Gemeinsames Schmücken, gemeinsames Kochen oder Backen, auch wenn wir es sonst nicht so mögen, gemeinsam spazieren zu gehen oder vieles andere mehr, ob unter Freunden, Partnern oder Familie. Vor allem wird es immer schwerer, wenn man einige 100 km voneinander getrennt wohnt, da es der Arbeitsmarkt so verlangt, immer wieder umzuziehen und für 2 oder 3 zu arbeiten. Wollen wir am Ende feststellen, dass wir zwar den Kühlschrank und die Wohnung gut gefüllt haben, aber das Herz leer ist?

Dagegen kann man selbst etwas tun. Sind es aber die vielen Pakete, die wie in einem Wettkampf unter Schenkenden aufgetürmt werden?

 

Wir üben „Klärung der Herkunft“

Man lernt ja durch die eine oder andere Gelegenheit Leute kennen und siehe Einer guck, sie kommen sogar oftmals aus dem selben Bundesland, was mich ja vorerst freute.

Der folgende Dialog am Telefon vor einer Weile gibt mir aber schon zu denken:

Mitten im Gespräch über ein bisschen Heimweh und Gewöhnung an den neuen Wohnort ergab sich folgendes:

Ich: „Sag´ mal, du bist doch auch aus dem Brandenburgischen, oder?“

Sie: „Nein, aus ___ „ (ein Ort im BL Brandenburg)

Ich: „Das liegt doch aber eben im Bundesland Brandenburg. Gar nicht so weit von meiner Heimatstadt.“

Sie: „Keine Ahnung! Und du? Wo warst du noch mal her?“

Ich: „Aus ___ . Liegt in Nordbrandenburg und grenzt an McPom.“

Sie: „Ich denke, du bist auch Ossi? Hatte Dich doch neulich gefragt, ob Du Ossi oder Wessi bist!“

Ich: „Aus der Sicht betrachtet bin ich ja auch Ossi, das sagte ich dir bereits, ja, aber wir reden doch gerade vom Bundesland selbst und ___ liegt halt im Norden.“

Sie: „Kapiere ich nicht, aber ich habe es auch nicht so mit der Grammatik!.“

Ich vielleicht auch nicht so, aber wie das Gespräch im nüchternen Zustand verlaufen wäre, werde ich wohl nicht mehr erfahren… 😉

 

 

Wir üben jetzt mal Wohndesign und Reichtum

Erst neulich schaute ich mich wieder nach Wohnideen um. Das gerade errötende Weibchen an der Tastatur gibt zu, dass es am liebsten wöchentlich umräumen möchte, da sich hier ein Handling als ungünstig erwies, es an der nächsten Ecke doch recht gedrängt erscheint oder vielleicht auch einfach ständige Veränderung braucht. Ich fragte Frau Google Löcher in den Bauch, wie man ein Büröchen praktisch und dennoch wohnlicher (als es ohnehin schon ist) gestalten könnte. Ja, ich wollte eine Oase, die mich im Winter mit warmen Farben wie Rot, Gelb und Orange und im Sommer mit kühler wirkenden Farbtönen positiv beeinflusst.

Und wo wir nun bei Beeinflussung von Farben in unserer Umgebung sind, muss ich erneut mit den Lachtränchen kämpfen. Bei meiner Suche stieß ich auf ein Forum, welches sich mit Feng-Shui befasst. Ehrlich gesagt, interessierte mich das Thema bislang überhaupt nicht, klickte aber auf den Link. Ich hoffte dennoch heimlich auf Bilder, die mir unabhängig des „Qi“ (gesprochen „Chi“) helfen könnten. Ich stieß auf eine Frage, in der es sich um die Einrichtung einer „Reichtumsecke“ handelte. Durch meine Unkenntnis in diesem Bereich wusste ich natürlich nicht, dass es sogar so etwas geben sollte. Weiter las ich sinngemäß, dass eine Reichtumsecke wohl durch Rot aktiviert werden würde. Just in diesem Moment war ich mal wieder überglücklich, dass meine Augäpfel angewachsen sind. Weitere Stichworte, die ich inzwischen durchs Lachen nasse Äuglein verschwommen lese, sind „Wohlstandsmünzen“, „Wohlstandspflanzen“ und das Klagen über weg fließendes Geld (verantwortlich wird hierfür die Stellung der Möbel gemacht).
Mein Geld fließt auch hin und wieder weg, ich klage darüber auch hin und wieder, aber ich weiß, woran es wirklich liegt… 😀

Die Lachtränen rühren allerdings aus einem weiteren Grunde her, als so mancher vermutet.

Nun weiter:Ich hatte mal Polyester-Schals in verschiedenen Rot-Tönen mit Orange und Gelb abwechselnd als Raumteiler, was für den einen oder anderen Leser anrüchig wirken oder klingen mag. Ich beginne gerade darüber nachzudenken, warum ich die scherzhaft angebotene „Partisanenabwehrversicherung“ eines Bekannten noch nicht abschließen konnte. Die „Lösung“ fand ich in einem [festhalten, liebe ebenfalls noch Unwissende!] „Kompass“. In diesem ist auch ein eingezeichneter Türenanschlag (wie sie in technischen Zeichnungen üblich sind) zum „Wissen“ eingezeichnet. Weitere Beschreibungen spare ich mir, seht selbst. Ich verlinke hier allerdings kein Suchergebnis, sondern überlasse die Entdeckung der Vielfalt dem, der sich interessiert und entweder selbe Reaktion zeigt wie ich oder das dort beschriebene „Wohl“ durch das blanke Umräumen finden möchte.

Meine „Reichtumsecke“ ist buchefarben, derzeit umgeben von orange- und mintgrünfarbenen Wohntextilien. Wer glaubt, dass es sich beißt: weit gefehlt, es sieht wunderprächtig aus, es zeigt Kontrast zu warm und kühl und …Moment mal…! Ich werde reich! Ich gewinne wieder Motivation, mehr für mich zu tun als bisher, tanke wieder neue Kraft und [ich halte es kaum aus…!], bereichere mich mit und nicht an den Kontakten. Denn an meine „Reichtumsecke“ kann man sich zum gemütlichen Essen oder Schwätzchen niederlassen. Diese von mir nun so definierten „Reichtumsecken“ stehen auch überall, ob in der Gastronomie, in Wohnstuben, großen Küchen oder bei großen Entfernungen voneinander auch virtuell in sozialen Netzwerken. Das sind zum Beispiel Schätze und nicht mit Trophäensammlungen in Freundeslisten zu verwechseln.

Zum Thema Reichtum hat jeder seine eigenen Gedanken und zum Wohndesign mit oder ohne Feng-Shui ebenfalls. Wie heißt es immer? „Leben und leben lassen“, auch wenn ich stellenweise sehr schmunzeln musste 😉

Aber eine bohrende Frage habe ich dennoch: Wenn ich mir dann also einen Raumausstatter bzw. so einen „Feng-Shui-Berater“ für die bewusste „Akivierungsgeschichte“ ins Hüttchen zerren würde…, spreche ich den am besten mit „Genosse“ an?