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Wir üben Juli – Krachermeldungen

Wow! Sollte ich jemals gesagt haben, es wäre hier verdammt langweilig, möchte ich dieses an dieser Stelle mit vor Scham erröteten Schädel revidieren. Irgendeine Stimmung herrscht ja schon immer hier, ob nun positiv oder negativ. Seit dem Wahlkampfbeginn geht es ja noch heißer her. Die Wahl ist längst gelaufen und wäre diese anders ausgefallen, als sie nun ist, hätte man wohl dieselbe Akzeptanz gefordert, wie man sie nun bei vielen Wählern oder gar Nichtwählern vermisst. Wir können nun nur noch sehen, wie sich das Ganze weiterentwickelt, ganz gleich, ob die neue Rathausspitze unsere persönliche Wahl war oder nicht. Nun kam folgendes Detektivspiel auf: A bekommt einen Hinweis von B, dass ein C etwas Zweifelhaftes ausgesagt bzw. verfasst haben soll, veröffentlicht diesen sinngemäß und scheint sogar persönlich dahinter zu stehen. Von D wird verlangt, sich von solchen Aussagen zu distanzieren. Blickt noch wer durch? Ich gerade noch so. Der Hintergrund selbst ist keineswegs amüsant, einige Wortlaute in der Diskussion darum allerdings schon. Wie zu DDR-Zeiten wird auf eine eigenartige Weise einem „Hinweis“ nachgegangen, ohne an direkter Quelle Nachweise zu fordern. Wer dieses Rätsel löst, bekommt sicherlich noch einen Preis. Vielleicht gibt es sogar ein Gutschein über die Jahresgebühr einer …nennen wir es mal artig „Arbeitnehmerinteressenvertretung“.

Kommen wir zu wirklich schöneren und amüsanten Meldungen: Ein Stadtteil feiert den 40. Jahrestag. Für groß und klein wurde allerhand geboten (wirklich!). Mein Favorit war der „Stilletto-Lauf“. Diesen habe ich allerdings nur auf einem Video gesehen und habe herzhaft gelacht. Schon die Idee ist klasse (auch wirklich!), egal von wem diese Idee ursprünglich kam. Vielleicht sollten wir diese recht witzige Disziplin in unserer „Sport-Stadt“ etablieren. Schade, aus dem wahlkampf-vermarkteten Renndings-Modell für die besondere Herausforderung wurde ja nichts. 😉

Wer malt sich bei dieser Gelegenheit allerdings nicht noch zusätzlich aus, wie so ein Lauf wohl auf diversen Behördenfluren aussehen würde? Wenn ich mir die Stöckelschuh-Geschwader auf den Fluren anschaue, wie sie flugs in die Pause gehen, die ihnen ja auch zusteht, muss ich mir tatsächlich so manche Frage stellen. Aber der Laufschritt aus der Pause fällt schon etwas gemütlicher aus und es müssen noch die letzten „dringenden“ Dinge ausgetauscht werden, die in der Pause ja leider noch ungeklärt waren. Ist es der letzte Urlaub? Oder der letzte Bürger, der evtl. verdammt anstrengend war, weil dieser Dinge hinterfragte, die das Wälzen in Gesetzbüchern erforderte? War es vielleicht noch die Ehe zwischen A und B, die noch ausgewertet werden musste, weil die arme A unter B sehr gelitten haben muss? Wir wissen es nicht. Wollen wir das wissen? Manchmal wäre es ja doch spannend, oder? Leider sind die Stöckelschuhe beim Ratschen zu laut. Ich wäre für ein Leise-Treter-Gebot, da es dann erstens nicht mehr in den Ohren dröhnt, wenn das in den Fluren geschwätzige und im Beratungsbüro doch recht wortkarge Geschwader den Gang entlang donnert, zweitens vermindert es die Unfallgefahr und jegliche Verletzungen im Fußbereich und somit Krankenscheine, drittens vermeidet es Kaffeeflecken, viertens sähen viele nur halb so albern aus (zu Hause üben wäre bei manchen Vertreterinnen besser) und fünftens würde es nicht die anderen aus ihrem Schlaf reißen.

Ja, es ist zum Schwelgen schön hier. Es gibt noch viele Rätsel zu lösen, „Stille-Post-Spielchen“ auf kreative Art zu erweitern, Stöckelschuh…äh Stilletto-Wettkämpfe zu bewundern und wie ich neulich las, sogar von „Haarspray-Notstand“ für ein Konzert zu berichten. Dieser Schlager(?!)-Sänger soll lt. Zeitungs-Artikel sogar gesagt haben: „…. – Ihr erotisiert mich“. Ich greife das Zitat mal etwas umgewandelt auf: „…., mich „erotisierst“ Du auch gelegentlich und vor allem amüsierst Du mich ständig.“ Dankedankedanke. Anbei eine kleine Anregung für die Veranstalter: Am Eingangsbereich des Geländes für die Haarspray-Frisuren-Sause hätte man verschmitzten Blickes doch kleine Haarspray-Dosen verteilen können oder sogar das zur Zeit beworbene „Anti-Frizz“ (wegen dem Regen) 😉

Mein Dank, den ich hier noch (wenigstens virtuell) mit einem „Niederknieer“ bringe, gilt auch an die, die diese Stadt auf verschiedene Art bunt „machen“, wie ja oft beworben wird und seien es auch die vielen Feuerwerks-Vorführungen aus den dollsten Gründen. Das ständige Grau (besonders das des Himmels in der letzten Zeit) muss einfach farbenfrohe Akzente erhalten, oder? 😉

Wir üben mal die „Pony-Hof-These“…

„Das Leben ist (nunmal) kein Ponyhof“ lesen und hören wir auch immer wieder.

Die Blog schreibende Trine widerspricht natürlich frech. Natürlich ist das Leben ein Ponyhof! Wer natürlich ausschließlich den tollen Anblick der grasenden Pferde und den hübsch hergerichteten Hof vor Augen hat, wird sich bislang getäuscht haben. Schließlich muss der schöne Anblick ja irgendwie entstanden sein, also gibt es auch hier etliches zu tun. Im wahrsten Sinne des Wortes muss beispielsweise viel Mist beseitigt werden. Dieser hat ein paar Ecken weiter seinen Nutzen. Es muss hier gepflegt und dort geputzt werden und die Verantwortung für die Lebewesen im Umfeld reißt also auch nicht ab. Wenn das alles täglich mit oder ohne Unterstützung seiner Lieben geschafft ist, dann kann man das Ergebnis entsprechend genießen, wie im Leben außerhalb des (ebenso sprichwörtlichen) Ponyhofes auch.
Nun habe ich aber weder Hof noch Pony(s), aber eine kleine schnuffige Wohnung, tolle Bekannte, ein kleines verfressenes Wesen im Käfig und Aufgaben, denen ich mich gern oder auch mal ungern (na und?!) im Leben stelle. Wie war das noch mal mit dem Leben und dem Ponyhof ? 😉

Wir üben mal Entspannung und Harmonie…

„Nun schnappt die Dame an der Tastatur wohl völlig über!“ werden sich sicher die denken, die mich sehr gut kennen. Nun, man kann es ja zumindest probieren oder wie der Titel schon sagt, „üben“. Man kann je nach Tagesform ja ein sehr reizender oder reizbarer Mensch sein. Anders betrachtet, sind wir immer reizend. Allerdings ist es für das Umfeld entweder gerade angenehm oder auch nicht – sei es drum, nicht wahr? Das Letzte, woran ich vergehen werde, sind Bauchschmerzen. Vernahm ich mal so von einem Bekannten. Und wo bekommt man wohl die besten Vorschläge zur Entspannung und Harmonie? Richtig, meistens im Net oder bei TV-Spots. Ich liebe die Dinger nun mal sehr, wie man häufig sieht. Man scheint auch in der Branche darauf zu reagieren, ich komme kaum noch mit bei vielen oftmals recht schnell veränderten Werbebotschaften. Wettlauf? Ich weiß es nicht, aber egal, wir sind heute übungsweise harmonisch. 😉

Übung Nr. 1 schnappte ich in einem TV-Spot auf:
„Also, mein halb zehn ist eher das halb elf oder halb zwölf“ Klingt doch total entspannt, oder? Es geht bei diesen Worten aber um eine Knusperschnitten-Werbung. Wir denken bei solchen Sätzen eher an diverse Bearbeiter/ innen auf Ämtern, wenn man Termine hat und die Einhaltung, sagen wir mal so, sehr einseitig ausfällt. Ich rede hier nicht von schlappen 2-5 Minuten. Der Einzige, der über den spontan gestiegenen Blutdruck beruhigt oder gar begeistert sein dürfte, ist mein Arzt. Für die zumindest innere Harmonie essen wir so ein Knusperschnittchen, welches durch beispielsweise die Schokolade diverse Glückshormone enthält. Dann betreten wir nach Aufforderung artig das Büro und teilen unsere Kritik sehr freundlich vor. Ihr glaubt ja gar nicht, welch verdutzte Blicke kommen können.

In Übung Nr. 2 zeigt uns das TV-Spot-Muster-Elternpaar, wie man entspannt und eher amüsiert zusieht, wenn ein tobender Teenager bei der Möbel-Markt-Werbung mit Küchenschranktüren knallt. Ich muss bei diesem Spot immer wieder lachen, da ich noch immer die Reaktion meiner Eltern vor Augen habe, wenn die „Erstgeborene“ vergleichbar rasende Böckchen schoss. Das Vertrauen auf die Stabilität der Möbel überhaupt war also anscheinend nicht so groß, muss ich gerade mit Zwinkern bemerken.

Und hier kommt Übung Nr. 3, die ich von einer Dozentin aufgeschnappt habe. Sie betonte bei kleinen Schwatzrunden oftmals das Wort „Harmonie“, vor allem, wenn es um „Kundentypen“ ging. Darauf hin habe ich mir dann bei weiteren Schwatzrunden ständig den Spaß geboten, mit den Armen einen Kreis anzudeuten und sehr beschwörend „Harmonieeeeeeeeeeeee…“ zu säuseln. Nach einem vorerst pikierten Blick konnte auch sie lachen und es wurde täglich zum ständigen Ritual. Ich frage mich schmunzelnd: In welchen Kreisen hätte man mit solchen Gesten wohl sonst noch Erfolg?

Bei Übung Nr. 4 fallen mir die geliebten Haustierchen ein. Ich erinnere mich noch daran, wie ich mit meinen Meeris auf dem Bauch die täglichen Entspannungsminuten einlegte, mein damaliger Mitbewohner der WG ins Zimmer kam und sehr verblüfft reagierte. Noch heute lache über den sehr verwunderten Blick und die Worte: „So winzige Tierchen können einen solchen Hibbel zur Ruhe bringen?!“. Meine 2 damals noch lütten Tierchen waren einem Lachmuskelbeben ausgesetzt. Dieses wiederum sah so komisch aus, dass ich noch mehr lachen musste. Himmel, war das ein Bild, wenn die so unfreiwillig hopsten.

Übung Nr. 5 ist kuscheln. „Es wird eng unterm Rettungsschirm“ hörte ich in den Nachrichten. Oh *huch*… Moment, gleich hab ich´s… ja, hier: Natürlich trägt die Kuschelei zur Harmonie und damit verbundenen Entspannung bei. Wer sehr viele Leute zum Kuscheln braucht, muss nicht zwingend in die Politik, die öffentlichen Verkehrsmittel bieten zu Stoßzeiten freiwillige wie auch unfreiwillige Möglichkeiten. Meine stets anständige Leserschaft versteht das eine Wort schon richtig 😉

Abschließend stoße ich besser mit einer großen Tasse Kaffee mit dem Sortennamen „Harmonie“ an. Wer es koffeinfrei mag, bekommt gern auch diesen. Allerdings ist dieser nicht von dem Händler der „schönes Aroma“ verkauft. Bislang kannte ich aber auch nur „kräftiges“, „mildes“ oder sogar „volles“ Aroma. Man lernt in der „Kaffeekunde“ nie aus.

In diesem Sinne: Nach dem Anstoßen stellen wir als letzte und wohl bewährte Übung für einen kurzen Moment die Tassen ab, entspannen den bislang vornehm abgespreizten kleinen Finger, ziehen mit den Armen einen großen Kreis und rufen beschwörend „Harmonieeeeeeeeeeee…!“
Wie fühlen wir uns jetzt? Prima.

Es gibt übrigens sogar Tarife, bei denen man „entspannt“ telefonieren, … [aus!]