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Wir üben erfreuliche Meldungen zum April-Beginn

Red Socks City: Erfreut zeigte sich der Regierende über einen großen Erfolg für die Stadt, den er gegenüber unserer Redaktion mit einer etwas speckigen und leicht angebrannten Rolle Papyrus laut verkündete. Allerdings machte sich Misstrauen breit und man ging dieser Meldung nach. Tatsächlich wurde ein Fehler in der Buchführung entdeckt. Die junge Mitarbeiterin, die sich vor einiger Zeit mit einem gekonnten Augenaufschlag, verdammt langen Wimpern persönlich  und somit erfolgreich beim Regierenden um die Stelle bewarb, gestand: „Ich dachte mir bei dem Wort Buchhalterin nichts Schlimmes, hatte mal etwas von Soll und Haben gelesen und wollte versuchen zu buchen. Ich fand also, wir SOLLten mehr Sonne HABEN und hatte entsprechendes in das Programm eingegeben. Leider hatte ich übersehen, dass wir noch Verbindlichkeiten gegenüber dem Wetteramt hatten und brachte wohl einiges durcheinander.“ 

Der Verantwortliche für die Abteilung bestätigte den Irrtum und bekräftigte, dass er einen Betrug für ausgeschlossen hält. Weiterhin gab er gegenüber unserer Redaktion zu, die Bewerbung nebst Referenzen, die ihm vom begeisterten Regierenden vorgelegt wurde, nur überflogen zu haben. [Auf dem Foto stellt sich der Hauptverantwortliche schützend vor die Mitarbeiterin.] (Bem. der Red.: Wir finden die Szene übrigens sehr rührend).

Inzwischen ist die Angelegenheit geklärt und die Buchung bereits entsprechend korrigiert worden (Anm.d.Red: es war ein dezentes Hüsteln im Büro vernehmbar).
Als Beweis sieht die Bevölkerung, dass auch mit Hilfe von engagierten Sponsoren wie beispielsweise Herrn P. vom Wetteramt und seinem Sprecher Herrn K. doch noch Schönwetter möglich ist, welches als freiwillige Leistung angedacht war. Die Stadt hatte vor, die stets beklagte „soziale Kälte“ zu beseitigen, stellte aber fest, dass es nur mit Bürgern möglich ist, die sich selbst an der Beseitigung des beklagten Problems beteiligen.

Wir bitten die Bürger der Stadt, den Fehler zu entschuldigen, danken mit einem Kniefall unseren Sponsoren, die das Ganze mit Humor nehmen konnten und trotz alledem Sonne nebst Schönwetterwolken zur Verfügung stellen.

Außerdem wünschen wir, das Schmierblatt-Redaktionsteam einen schönen 1.April.

April – Wir üben April-Launen

Ha, „der April, der macht, was er will“. Jaja, wir gähnen schon über den Reim mit dem verdammt langen Bart. Was halten wir denn von der „emotionalen Flexibilität“? Hört sich nicht ganz so arg an, stimmt´s? So etwas las ich mal vor einer ganzen Weile in einem Forum und hatte es für trefflich befunden. Ich finde, es passt auch sehr gut dazu, da ich ja neulich feststellte, dass es ja „die Frühling“ heißen müsste. So, was machen wir nun mit diesem Monat? Achja… klar es gehen ja wieder April-Scherze herum. Gut, meine letzte Hoffnung hatte sich nicht bestätigt, versuchen wir es neu.

Was liegt eigentlich noch so an? Ach ja, Ostern, dürfen wir nicht vergessen, weil ja bereits schon seit langem die entsprechende Dekoration angeboten wird und fast  passenderweise auch mal wieder Goldglöckchen um Schokohasenhälse gehängt werden. Jedes Jahr das Gleiche: ein brav frisiertes Mädel fragt den Werbe-Onkel, wo denn die anderen Goldhasen wären. Der Onkel verspricht ihr einen, wenn sie etwas findet und ein herumstehendes Schokohasi gibt ihr nickend einen Tip. Sie klingelt also das herumliegende Glöckchen und die goldgierigen Süßigkeiten-Karnickel kommen flink „gehoppelt“, um sich ihre Deko für den Hals abzuholen. Dafür dass es eben kein echtes Gold ist, hatten diese es verdammt eilig.

Wie aber könnte der Spot ablaufen, wenn das Kindelein leicht gealtert wäre? Womöglich so: „Alder, wo sind´n die anderen Karnickel?“ Der inzwischen fast weißhaarige liebe Onkel versucht sich eben so cool und erwidert: „Wenn Du Deine Augen aufsperrst und was findest, steck ein und gut ist!“ Oder er ahmt den Comedyfritzen nach und grummelt „Guckst Du!“. Das nicht mehr so brav frisierte Mädel hat inzwischen Dreadlocks und schnappt sich eine Glocke, hält diese gelangweilt hin und bimmelt (sie weiß ja inzwischen, wie sie die Hasen lockt), schmeißt die Glocke über die Schulter, greift sich einen angelockten Hasen, steckt diesen in ihren „Design-Rucksack“ (Used-Look),  winkt cool ab und sagt „bis denne“. Ob dieser Hase dann aber noch genießbar ist, ist fraglich 😉

Apropos altern: Auch mich erwischt es mal wieder (also, auch kalendarisch). Aus den geschenkten Stützstrümpfen wurde im letzten Jahr leider nichts. Ich schwenke hoffnungsvoll auf eine absolut brüllend modische Dederonschürze um. Auch habe ich es bislang noch immer versäumt, das wahnsinnig umworbene Haarzeug auszuprobieren. Wir erinnern uns? Es ist das „Zaubermittelchen“ im grünen Fläschlein, welches die Werbedame nach der Striegelung beruhigt auf die Bürste gucken lässt, weil dort keine Haarbüschel darin hängen. Inzwischen gibt es nicht nur die „39er-Version“, sondern auch die „21er“. Ich bin wahnsinnig beruhigt, denn bis zur 39 sind es noch ein paar „Tage“ Zeit. Wer noch irre hilfreiche Tipps für mich hat, wie ich noch nach dem Ausweis gefragt werden könnte, immer her damit. Dankeschee 😉 (allerdings bin ich ein Kosmetikfaulchen)

Und zur anstehenden OB(erindianerwahl) von Red Socks City komme ich am entsprechenden Tag zu sprechen 🙂

Wir üben nochmals Bewerbungen

Der Arbeitsmarkt ist hart, wie wir wissen. Meine letzte Bewerbung war leider nicht erfolgreich, auch meine OB-Kandidatur ging in die Binsen. Ich gebe nicht auf und versuche es erneut, denn irgendwo muss man ja eben „unterkommen“, richtig? Ich fand etliche Stellenanzeigen, die sich in vielen Forderungen verdammt ähneln: Jung, dynamisch, in allen Bereichen berufserfahren, wahnsinnig flexibel und natürlich mit einer Gehaltsvorstellung, die möglichst auf Ehrenamt hinsteuert.

Neue Bewerbung, neues Glück (oder?)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Stellenanzeige in der Zeitung XY hat mich so sehr gerissen, dass ich mich mit Lachtränen an Sie wende.

Da Sie in Ihrer Stellenanzeige recht viele Bereiche ansprechen, in denen Sie umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten fordern, gehe ich im Einzelnen auf diese ein. Ich weiß, dass für ein Anschreiben max. 1 Seite reichen sollte, damit Sie einen schnellen Überblick haben und Zeit ja auch  Geld ist. Wer das Eine will, muss aber das andere mögen, nicht wahr? Daher nehme ich mir die Zeit zum Schreiben, die Sie sich gefälligst auch zum Lesen nehmen.

Als so genannt „verkrachte Existenz“ habe ich schon Dieses und Jenes ausgeübt. Bislang hatte ich von bisherigen Einsatzstellen bejubelnde Beurteilungen erhalten, die Sie begeistern werden. Zertifikate, die „erfolgreiche Teilnahme“ bescheinigen, sind allerdings keine Kunst, da sie jeder bekommt, unabhängig, ob die Teilnahme nun tatsächlich aktiv war oder man reine Anwesenheit zeigte.

Kommen wir zu weiteren beruflichen Reißern, die Sie ganz sicher überzeugen: Wenn Sie vorhatten, sich aus verschiedenen Gründen zu ruinieren, da Sie beispielsweise auf Ihr Unternehmen keine Lust mehr haben, kann ich Ihr Unternehmen in Grund und Boden buchen. Nehmen Sie mich ruhig beim Wort. Diese besondere Fähigkeit beweise ich Ihnen auch, wenn ich mich aufgrund einer Ablehnung Ihrerseits bei der Konkurrenz bewerbe und eine Einstellung als Buchhalterin erfolgen sollte. Meine Rechenkünste, die Sie womöglich für jegliche Abrechnungen benötigen, reichen zwar gerade für den Hausgebrauch, aber mit einem Übernachtungsplätzchen und gutem bereitgestelltem Frühstück, werden auch diese mal fertig. Sie erwarten im Weiteren umfangreiche Kenntnisse am PC. Hier treffen Sie wahrlich meinen Nerv. Ich werde Ihnen Statistiken und Vorlagen erstellen, an die Sie womöglich im Traum nie dachten. Gut, sie werden aufgrund des Umfangs und der Genauigkeit sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, so dass ich beim ständigen Kaffee trinken kaum noch Ihre Geschäftsbriefe herunterklappern könnte. Aber Sie werden sehen, Ihre Kundschaft und Geschäftspartner werden begeistert aufkreischen, wenn ich doch noch 5 Minuten fand und diese Aufgaben erfülle. Schließlich beherrsche ich das 10-Finger-Tastaturschreiben recht gut, bin fix und kann mit entsprechendem Schreibstil, sofern nicht vorgeschrieben, zu Tränen rühren. Auf den letzten Nebensatz Bezug nehmend garantiere ich Ihnen, dass Sie von meinen Fremdsprachenkenntnissen wie „Schulrestrussisch“ und etwas Englisch mit Leseverständnis sehr profitieren. Ihre Kunden und Geschäftspartner werden über meine Wahnsinnssprachkenntnisse in Wort und Schrift tränenüberströhmt in deutscher Sprache an Ihrem Telefonapparat antworten. Der Vorteil ist, dass Sie also direkt mit ihnen verhandeln können. Allerdings kann ich auch telefonieren und habe es auch hier und da bewiesen. Meine Gesprächspartner waren jedenfalls überwiegend amüsiert.

Meine Flexibilität beschränkt sich auf öffentliche Verkehrsmittel, da diese A im Verhältnis zum Auto noch preiswerter sind und ich B aus guten Gründen keinen Flitzerschein erwerbe. Ich nehme selbstverständlich gern auch Taxi-Beförderung auf Ihre Kosten entgegen, um Ihre sicherlich noch kommenden Forderungen zu erfüllen, von heute auf gestern an einem weit entfernten Ort für Sie tätig zu werden.

Falls ich Sie nun überzeugt haben sollte und Sie mich entweder selbst einstellen oder mich an ihre Konkurrenten sozusagen wegloben, könnten wir uns gern über Weiteres unterhalten. Bei Annahme des zuletzt genannten Angebotes sollten wir über diverse Gegenleistungen verhandeln, wenn ich Ihre Konkurrenten schon gekonnt ausschalte. Ich nehme bei einem persönlichen Gespräch also gern Ihren verdünnten Kaffee nebst Restkekse von irgendwelchen längst vergangenen Veranstaltungen an und zeige somit auch bedarfsweise meine gute Umgangsform.

Selbstverständlich habe dann auch viele Fragen an Sie.

Auf eine brennende Frage bereite ich Sie an dieser Stelle gern vor: Könnten Sie Ihre eigenen Forderungen selbst erfüllen und würden sich auf Ihre eigenen Gehaltsvorstellungen einlassen?

Mit etwas Spannung erwarte ich Ihre umgehende Antwort und grüße freundlich lächelnd ab.