Alle Beiträge von strubbelmiez

Januar 2012 – Wir üben Neujahr

So, nachdem ich mir nun von der vergangenen Nacht nach knallendem Sektkorken und Böllern meine Ohren wieder eingesammelt, mein leichtes Haarwurzelsausen (das bisschen Bowle!) ausgeschlafen, mein Gesicht entfaltet und etliche Kaffee getrunken habe, melde ich mich wieder mit frischen Neujahrsgrüßen zu Worte.

Das 5. Silvester hier ist ja nicht nur das Eine, das 2. Jahr selbst böllern, war ja das Andere. Bislang habe ich mich ja nur an „Baller-Kosten“ und „Futter“ beteiligt. Kichernde Mädels in der Küche, die Herrschaften als „DJ“,Tischdecker und Knaller-Zünder waren in den meisten Jahren die Gewohnheit. Für´s feierliche „Ah“ und „Oh“ waren natürlich alle „zuständig“.

Ich bin also im letzten Jahr mit 2 kleinen Packen Knallern im Einkaufsbeutel nach Hause gestiefelt und habe mir wieder grinsend gedacht: „Wie blöd stellen wir uns dieses (2.) Mal an?“. Gar nicht so sehr blöd. „Man“ muss also erstmal (festhalten…!) etwas über Mitte 30 sein, um auch mal Böllern zu „üben“, was ich mit einem schallenden Lacher und auch verlegen gestehen muss. Ich bin diesbezüglich also im wahrsten Sinne des Wortes „Spätzünder“. Dafür bin ich bei der „Alters-Boshaftigkeit“ sehr frühreif. Welch ein Ausgleich! 😉

Achja: Ergebnisse? Ja, also, einen „Rohrkrepierer“ und einen total zerrissenen Böller (traute ich mich dann auch nicht mehr anzuzünden) kann ich verschmerzen, alles andere verlief 1A. Darf man das hier in der Stadt eigentlich noch in anderem Zusammenhang aussprechen oder ist es schon entsprechend geschützt? Werde ich ja sehen, wenn ich mal diesbezüglich vom „1A“-Meister verklagt werde.

Amüsant ist es auch, wenn man die vorher besorgten Knabbereien bereits am Vorabend knuspert und spät abends noch mal loszieht, um Silvester wieder etwas zu haben. Nun wurde gerade mal eine Rolle „Stapelchips“ verdrückt und die anderen 3 Rollen und eine „Knabbermischung“ werden wohl an den nächsten Abenden vertilgt. Sie werden bei mir also nie schlecht.

Ein bisschen vermisste ich ja meine alte Tradition, einige Gästemägen abends mit meinem hier und da berühmten Käsesalat zu beglücken, etwas verkleidet draußen mit der Nachbarschaft „Apfel im Schlafrock“ zu naschen und gemeinsam aufs neue Jahr anzustoßen. Hier ist anscheinend jeder eher gern für sich, wenn nicht gerade zu anderen Feiern unterwegs. Sei´s drum, ich hatte trotzdem meinen Spaß.

Jetzt fängt also wieder ein neues Jahr mit allem „Juchu“, „Ach und Je“ an und das stemmen wir auch wieder mit neuer Kraft. Und genau diese Kraft wünsche ich meinen Lesern für das kommende Jahr.

In diesem Sinne: Prost Restbowle oder Kaffee 🙂

Wir üben warme Worte zum Jahreswechsel

So, der ganze Weihnachtswahnsinn ist endlich herum, die Waagen dürften nach dem vielen Festessen inzwischen mehr anzeigen, es hat sich jetzt wie gewohnt nur noch die Hälfte der Menschheit lieb (keine Angst,es kommen ja noch Silvester, Valentinstag, …) und die ersten Meldungen über Umtauschaktionen gehen auch schon heraus. Ich habe nichts umzutauschen, da ich mich wirklich freuen konnte.

Hat es eigentlich schon wer wie im Werbespot probiert, die Tafel einfach in die Spüli zu schieben, um in Sekundenschnelle blitzblankes Geschirr wieder herauszubekommen (aufgetafelt, versteht sich) ?. Wem das geglückt ist, bitte Bescheid geben, Dankeschön 🙂 An dieser Stelle legen wir mal eine Hochachtungs-Schweigeminute für die ein, die unter so manchem Dach für alles Wohl gesorgt haben.

Passend zur Weihnachtsessenspeckröllchenbeseitigung (extra für die Scrabblespieler oder vielleicht auch als „Unwort des Jahres“ verwendbar) gibt es ja zum Glück Konsolenspiele.
Ich lache schon schallend bei der bildlichen Vorstellung, wie dann irgendwelche albernen Verrenkungen in der Luft zu sehen sind und dann in immer mehr Profilen stehen wird: „ja, ich treibe Sport!“.

Wie steht es eigentlich mit den Vorsätzen? „Ochnöööööööööööö!“ wird sich der eine oder andere Leser denken.

• Jaja, „nicht mehr rauchen“ (ja, ich kenne auch „…und nicht weniger“),

• mehr Sport (also, so richtig richtig … richtig Sport …),

• gesünder ernähren (gut, eine Gurken- oder Tomatenscheibe mehr am Tage auf den Burger legen lassen),

• für die Karriere so richtig „reinhauen“ (gut, wir gehen sprichwörtlich über Leichen)

• ….mehr Dieses und mehr Jenes…
Echt?!

Wie viel ist denn von den letzten Vorsätzen konsequent realisiert worden? Sind wir rundum perfekt und gesund ernährte Muskelpakete in einer höheren beruflichen Position?

Unser Ehrgeiz wird uns schon ohne vordefinierte Vorsätze dazu treiben, mehr für sich selbst zu tun und unser „Samariterinstinkt“ lässt auch anderen etwas übrig…ähäm… zugute kommen natürlich.

Was erwartet uns eigentlich so bis auf das Übliche? Es steht noch eine OB-Wahl bevor. Der Weltuntergang wohl auch lt. einigen Verschwörungstheorien (die sind so herrlich) aber da wird sicher noch rechtzeitig „gewarnt“…. Sollten wir den (wieder mal) verpasst haben, geht der Blog mit einer „Krachermeldung“ weiter. Der letzte Weltuntergang war ja auch nichts. Übrigens sind der vorausgesagte Weltuntergang und die OB-Wahl nicht am selben Tag *hüstel*. Die OB-Wahl findet im April (nein, auch nicht am 1.) und der Weltuntergang lt. ominösen „Voraussagen“ in der Vorweihnachtszeit statt, aber dazu, wenn noch möglich, später 😉

Wir wollen das neue Jahr aber mit „Hui und Jui“ begrüßen. Ich bleibe fast wie ich bin, ob es passt oder nicht. Warum fast? Weil man ja jeden Tag etwas dazulernt…(Achtung Gersche…)…´ge?

In diesem Sinne wünsche ich meinen Lesern einen gelungenen Rutsch ins neue Jahr. Und sollte man sich dennoch heimlich bei Vorsätzen für das neue Jahr erwischen, sei´s drum. Dann sind es Ziele und Wünsche, die sich aus eigener Kraft und auch mit Unterstützung der Vertrauten sicher erreichen bzw. erfüllen lassen. Vorsätze lassen Kräfte wachsen, die uns treiben und andere vielleicht mitreißen. 🙂

Wir üben Heimatgefühl

So, ich bin also das 4. Jahr hier und wohl immer noch nicht ganz eingebürgert. Man gibt sich ja wahrlich Mühe und in mancher Hinsicht gelingt es auch dank einem tollen Umfeld, welches mich trotz vorheriger Skepsis prima aufgenommen hat.

Wie beschreiben wir aber die Mentalität der meisten Bewohner  hier?

Wir schrauben die Zeit einfach über 20 Jahre zurück, wie es ein großer Teil noch immer gern hätte und ich wäre fertig.

Nein, das wäre zu kurz und es gibt einen Anteil, der nach vorn schaut.

Hier mal ein nachvollziehbares Beispiel: Dieser Ort hat nicht nur eine Spielwiese, er ist mit Schmunzeln und Zwinkern sogar als eine zu betrachten:

Wir sehen ein paar Kinder, die allein oder auch gemeinsam spielen. Sie bauen Burgen und Landschaften mit ihren Baggern, spielen Kaufmannsladen, sie schieben Puppen und Autos hin und her und teilen untereinander die Kekse und auch mal ihre Brause.

Ohne Zank und Streit wäre das Ganze natürlich recht langweilig, richtig?

Die Einen neiden den „Reichtum“ anderer und sehen sich im Recht, etwas zu zerstören. Grund: „Der hat zuviel….“ Einige dieser Raufbolde versuchen Kinder des Spielplatzes zu verweisen, da diese „nicht von hier sind“. Es stehen weitere Kinder am Rand des Sandkastens und lamentieren, dass sie nicht mitspielen können statt sich dazuzusetzen oder finden mindestens 10 Gründe, das gemeinsame Aufbauen der Burgen abzulehnen oder diese zu zertreten. Behilflich in der Findung der vielen Gründe sind die Vorbilder, die (i.w.S.d.W.) in einem Glashaus in guter teurer Lage sitzen und deren meisten „Freunde“ mit Steinen werfen. Wir sehen gelegentlich einen Kampf und stundenlanges Gezeter, da sich der eine seiner Schaufel bestohlen fühlt und der nächste mit Sand warf, weil „der andere ja auch…“. Manch ein Kind schüttelt sich tapfer den Sand aus den Haaren und der Bekleidung, andere laufen schreiend weg. Steht die Entscheidung an, ein Kind mitspielen zu lassen, welches noch viele andere Ideen hat, wird dieses von manchen Kindern lange zerredet, meistens von den im Glashaus fast wohnhaften Vorbildern. Drollig ist es mit anzusehen, dass sie ihre Adresse auch noch „Markt“ benennen und diesen als Wert aber vehement ablehnen, da das „Spiel“ ja „doof“ ist. Während die einen Kinder unter dem bekannten Motto „Mehrzahl siegt – Einzahl fliegt“ flink darüber abstimmen oder sich ganz einfach einigen, gucken andere Kinder sehr zufrieden, wenn man sie ständig mit Süßkram beglückt. Selbst den größeren Kindern ist es eben egal, was es anrichtet und woher es kommt. Das ist genau eines der Grüppchen, die sich zu gegebener Zeit von anderen ausgegrenzt fühlen, statt die Situation selbst in die Hand zu nehmen und auf andere zuzugehen. Wir sehen am Rand auch die Bänke, auf denen weitere größere Kinder sitzen und sich lautstark unterhalten. Kindchen A amüsiert sich laut lachend über eine Sendung mit „Gehirnverdummung“ (Woher kennt es die wohl?). Kindchen B. zeigt sich begeistert und schreit, es würde die Sendung auch „guggen“. Kindchen A erklärt weiterhin mit wichtig klingenden Worten den Bürokratie-Wahnsinn und die nie erlebte Zeit, in der eine andere Bezeichnung für ein Schriftstück verwendet wurde. Dass die zwei von ihr aufgeschnappten und als verschieden vermuteten Wörter dieselbe Bedeutung haben, bemerkt es nicht. Wenigstens  hatte es erkannt, dass es mit irgendeinem verdammt wichtigen Stempel ja irgendwie zum Empfänger muss.

Man lernt ja auch im Sandkasten nie aus 😉

Ich durfte also (auf kindliche Art beschrieben) hier und da mitbuddeln, mithandeln, den einen oder anderen Streit schlichten, Mama spielen und Süßigkeiten tauschen.

Ich habe auch so manches Mal, wenn mir wer übel mitspielte, einen Zopf geziept, dem einen oder anderen auch mal Sand in die Tasche gesteckt, Kröten in Kapuzen gemogelt, mal im Rutschbahnhäuschen gesessen und geflucht, Mama möge mich bitte wieder abholen….

Aber ich bin ja tapfer und mische dann wieder da mit, wo noch Burgen und Landschaften zu bauen sind, wo Puppen herumgereicht oder Süßigkeiten getauscht werden und wo es nach kleinen Streitigkeiten wieder friedlich zugeht.

Ein Prost auf den Kulturschock…mit bunter Brause…versteht sich 😉

PS um 01:41: Bei meiner Ummeldung hatte die Dame am Thresen ja etwas gemurmelt… ob es ein kleiner Fluch war? 😉