…. höre ich oft bei Arztbesuchen. Nun, sie haben sogar verdammt Recht! Mein Umfang ist ca. ein Viertel bis die Hälfte der Bevölkerung. Da hilft auch kein “Ich gebe dir gerne ein paar Kilo ab!” gefolgt von einem “Oh Gott, bist du dünn!” und “Du siehst echt schlecht aus!” . Wenn man aber von einem Teil dieser Leute im Status zu lesen bekommt, es wären alle “fit und faul”, die zu Hause sind und sogar den Hintergrund und Erkrankungen kennen, hat es m.E. Geschmäckle.
Nicht ohne Grund ist man gesundheitlich eingeschränkt und nicht jeder ist faul!
Wir haben inzwischen fast amerikanische Verhältnisse, zumindest nähern wir uns immer mehr an so ein System.
Alle arbeiten „zu wenig“ und solche Phrasen hören und lesen wir vom Kanzler. Der Rotstift wird allerdings nicht dort angesetzt, wo er angebracht wäre sondern bei Sozialleistungen wie zum Beispiel Wohngeld, auf welches viele Menschen angewiesen sind.
Ähnlich auch beim “Bürgergeld” bzw jetzt “Grundsicherung”. Ich habe bereits in einem anderen Artikel schon angeprangert, dass man das Geld für die Umbenennung und dem damit verbundenen, ebenfalls teuren Verwaltungsaufwand auch hätte sparen können. Aber jeder Kanzler stellt sich ja sein Denkmal, weil er alles anders und besser regeln will.
Ich stimme absolut zu, dass Sozialbetrug dringend verhindert bzw vermindert werden muss. Zu 100 % wird Sozialbetrug natürlich nicht verhindert und verfolgt werden können.
Es ist meiner Meinung nach auch völlig richtig, Arbeitsverweigerer zu sanktionieren. Gab es allerdings schon lange!
Jetzt haben wir auch Sanktionen bei Termin-Versäumnissen. Auch richtig, solange das Versäumnis beim Bezieher liegt. Warum so eine Aussage meinerseits? Ämter versenden gern viel zu spät Einladungen zum Bearbeiter. Man verpasst also einen Termin, weil man davon noch gar nichts weiß. Liegt es an der zu späten Versendung oder Postzustellung? Ich weiß es nicht.
Auch ich habe es schon erlebt und war über einen Anruf damals sehr überrascht und auch die Bearbeiterin , dass ich davon nicht wusste. Wäre es ein Termin vor Ort gewesen, hätte ich wohl irgendwie nachweisen müssen, dass ich davon tatsächlich nichts wusste. Meine Bearbeiterin meinte aber auch zu mir, dass sie um mene Zuverlässigkeit und nachweisbaren Eigeninitiativen keine Folgen befürchten häte müssen. So fair und menschlich manche Bearbeiter auch sind, wie ich sie hatte, wahrscheinlich hätte sie nicht einmal Sanktionen verhindern können. Und die gab es ganz sicherlich damals schon. Unterschied: jetzt stark betont durch die Ankündigungen der Regierung.
Und wie komme ich jetzt auf meine Statur am Beitragsanfang? Es sind nicht nur die vielen chronischen Erkrankungen, die mich ins Untergewicht getrieben haben.
Wir kennen die realitätsfernen Vorstellungen von zu übernehmenden Wohnkosten, die in jeder Kommune unterschiedlich ausfallen (siehe Mietspiegel).
Alleinstehende haben einen Regelsatz von derzeit 563 Euro, von dem Telekommunikation, Strom und sonstige feste und variable Kosten bezahlt werden müssen. GEZ wird auf Nachweis befreit.
Alleinstehend haben übrigens nur einen Raum zu bewohnen, da man ja nur eine Person ist und (aufpassen!) “alles mit Klappmöbeln ausstatten” könnte. Spricht man darauf an, dass zum Beispiel andere mit gleichem qm-Preis sogar ein Zimmer mehr als Personen zugestanden und finanziert wird, bekam ich zum Beispiel die Aussage: “Das kann man nicht zumuten!” Echt nicht?
Entweder gilt die Regel, pro Person ein Zimmer oder nicht bei gleichen Preisen! Auch in einer Wohnstube kann man ja schlafen (das “Argument” bekommt man ja als Alleinstehender ständig im Überzeugungston serviert!). Und würde in dem Beispiel, welches ich im Hinterkopf habe, der nächste volljährige Nachwuchs ausziehen würde man die Wohnung immer noch vollfinanzieren. Auto ist da sogar auch drin, obwohl dort niemand vorhat, jemals zu arbeiten.
Ginge man nach dieser REalitätsferne mit Logik vor, müsste man sich Spezialanfertigungen von Klappgabeln leisten, die man zum Beispiel in diversen Videos mti asiatischen Wohnraum sieht, müsste man sich also auf Ausstellungen für Wohnwagen oder Bootsausstattung umsehen. Die Preise…. 🙈! Das finanziert keine Behörde! Und jedes Klappmöbel nimmt ja trotzdem Raum ein, wenn es genutzt wird. Entweder Tisch (Essen, Büro) oder das Bett und kein Sofa oder Vergleichbares. Selbst ein Zimmer voller Klappmöbel ist keine Dauerlösung. Oder man stellt bald Wohnwagensiedlungen auf.
Ich bewohne eine kleine 2 -Raum-Wohnung , im Grunde 1,5 Raum. Ich habe stets ordentlich draufgezahlt und zwar 130 Eur vom Regelsatz. Nachzahlungen wurden nicht übernommen, bei Guthaben wurde aber immer die Hand aufgehalten. Es ist also ein stetiger Kampf um die Gerechtigkeit.
Spitzfindigkeiten wie: “Du musst dein Geld anders einteilen!” und diverse Haushaltstipps kenne ich auch. Die lebe ich sogar schon immer, ob mit oder ohne Job, da Steuerklasse 1 derart gemolken wird, dass man unterm Strich nicht mehr hat als ein Empfänger von Sozialleistungen.
Woran also sparen? An der Hygiene? Nope! An der Mindesttemperatur von ca 18 Grad Celsius in der Wohnung? Nope. Außerdem müssen Zimmer beheizt werden (natürlich nur bei geschlossenem Fenster!), um Schimmel zu vermeiden. Reichen im Winter 18 Grad Celsius im Wohnraum? Mit Schneeanzug ja!
Schaut man in sozialen Netzwerken in die Kommentarspalten, wo Sozialleistungen thematisiert werden, liest man überwiegend Hass und diverse zweifelhafte Wünsche. Da ist “die sollen arbeiten oder nichts bekommen!” noch das harmloseste. Es wird nicht mehr betrachtet, wer verschuldet in der Situation ist und sich intensiv und eigeninitiativ bemüht, aus dieser Mühle wieder rauszukommen.
Immer mehr Stellenabbau durch Ki oder Abwanderung oder Schlieißlung nach Ablauf von Fördermitteln sprechen eine deutliche Spjrache! Wer körperlich noch fit ist, hat zum Beispiel im Handwerk sicher noch gute Chancen dorthin umzusteigen oder in die Pflege. Ich muss allerdings vorwegschicken, dass nicht die Technologien wie KI die Arbeitsplätze nimmt sondern die Entscheidungsträger, die erst an Ersatz statt Ergänzung denken und dann hier und da doch feststellen, dass die TEchnologie doch nicht 100 % zuverlässig läuft und es Kontrolle und Konfiguration braucht.
Wer aber nachweislich nicht mehr körperlich arbeiten kann, hat es zunnehmend schwerer, vor allem, wenn man keine 20 Jahre mit am liebsten 30 Jahren Berufserfahrungen ist.
Was also tun? Ehrenamt? Passiert mir nicht noch einmal bei dem Theater , den ichi als Aufstocker hatte. Ich musste ständig eine Anwältin betrauen, um an mein Recht zu kommen.
Wie wäre es denn mit Kriminalität 🤔? Erst kürzlich las ich von einem 28-Jährigen Obdachlosen, der mit einem Überfall auf den Gang ins Gefängnis gebaut hat? Die Justiz als alternative Versorgungsanstalt – Drei warme Mahlzeiten und Figur-Optimierung im geschlossenen Vollzug statt Behörden-Wahnsinn.
Heise ich die Tat für gut? Klares Nein! Verstehe ich ihn irgendwie? Ja! Es geraten einige Menschen unverschuldet in die Situation.
Und es werden definitiv immer mehr! Zumindest bei Alleinstehenden.
Dieses “Straßenbild” hatte unser Kanzler ja wahrscheinlich noch nicht auf dem Schirm, als er das Wort in einem anderen Zusammenhang kritisch anbrachte, oder?
Und es gibt ja schon lange ganz andere Kaliber, die nicht aus der Not heraus so gehandelt haben. Aber Vollverpflegung mit 3 Mahlzeiten, Dach über dem Kopf, vielleicht auch noch eine sinnvolle Arbeit und vielleicht auch noch Fitnessraum würde ich mir vielleicht auch irgendwann überlegen bei der heutigen Justiz und dem ganzen Sozialabbau.. Ich wäre wieder normalgewichtig und hätte wahrscheinlich wieder Muskeln.
Völlig unabhängig, ob mit oder ohne Job: Eine Wohnung ist eine Wohnung, keine kurze Schlafgelegenheit! Im Normalfall ist eine Wohnung Lebensraum, iin dem man sich zwischen den Arbeits- und Pendelzeiten aufhält. Es sei denn man lässt sich, pro Forma eine kleine Wohnung vom Amt bezahlen, lebt aber beim Partner. Davon gibt es genug!
Unterm Strich: Wer die Hintergründe einer Situation nicht kennt und auch nicht hinterfragt, ist keinen Deut besser als die Regierung, die man gerade, wenn auch zurecht kritisiert. Pauschalisieren ist ja nicht nur eine Königsdisziplin in der Politik und sogar Medizin, wie ich schon erleben musste (nein, man kann während der Bettlägerigkeit nicht arbeiten oder sich einen Job suchen! Aber von einem Oberarzt wie eine Simulantin behandelt zu werden, mit dem Vorurteil, weil man eine später diagnostizierte Polyneuropathie in den Füßen nicht sieht, ist ebenfalls absolut daneben!) Es ist auch in vielen Köpfen der Bevölkerung so ein Betonklotz.
5 Chronische Erkrankungen und 2 davon schmerzhaft und trotzdem in der Reinigung gearbeitet, um zum Beispiel unbedingt zu arbeiten, war ein grober Fehler, den ich mehrfach “bezahlt” habe. Aber ich habe immer zugesehen, im Rahmen meiner Kenntnissen und Fertigkeiten im Rahmen meiner körperlichen Verfassung in Lohn und Brot zu kommen, egal ob in den erlernten Berufen und Qualifikationen oder nicht.
Wie viele Leute kommen durch diverse Umstände unverschuldet in den Leistungsbezug und kämpfen sich mit Eigeninitiative und autodidaktischer Weiterbildung wieder auf die Füße? Wir wissen es nicht. Es weiß nur jeder für sich. Horcht mal tief in Euch hinein und wenn Ihr jemanden seht, der entweder “zu dünn” oder „schlecht“ aussieht, hat vielleicht, wie ich einen fast lebenslangen Kampf hinter sich!
Ohne die eine oder andere Unterstützung würden so viele Leute auf dem Boden liegen. Ich bin dankbar, wenn man sich unter vielen Menschen gegenseitig unterstützt. Und da rede ich nicht ausschließlich von hier und da etwas Materielles, auch Bestärkung gehört dazu. Es gibt Menschen, die wissen, was ich kann und bitten mich um Rat und Hilfe, die ich im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne leiste und zwar mit dem Kopf und dem Herzen!
💪
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