Wir üben Wahlkampfsport

Der Wahlkampf um den bzw. die OB geht in die heiße Phase. Es hängen bereits Plakate und Schildchen. Weiterhin geht es in den Diskussionen hier und da noch heißer her. Um Erschöpfungszuständen vorzubeugen, hätten vorbereitende Sportübungen natürlich schon von Beginn an praktiziert werden müssen.

Aber besser spät als nie beginnen wir mit den Lockerungsübungen:
Wir stellen uns (irgendwie und irgendwo) auf, lockern erst einmal alle Gliedmaßen. Die Zungen und Schreibfinger sind es ja sicher bereits.

Um noch fehlende oder demolierte Wahlplakate aufhängen bzw. wechseln zu können, bedarf es immenser Armkraft und Körpergröße oder Hilfsmittel. Ein sehr hilfreicher Vorschlag mit einer Bierkiste ist beispielsweise bereits auf einer Wahlkampf-Diskussionsplattform gebracht worden. Für einen leeren Bierkasten braucht es allerdings einige Vorbereitungen.
Wir trainieren die Armkraft vorsorglich mit vollen Bierkästen und heben nach der Schüttelübung (unser Kopf dürfte im Alltag bereits vortrainiert sein) die Bierkästen mit ausgestrecktem Arm nach oben. Für die Ausdauer sollte diese Übung täglich verlängert werden, da bei beispielsweise Demos auch Winkelemente länger erhoben und gehalten werden müssen.

Nach dieser Kraft- und Ausdauerübung, die es täglich zu wiederholen und zu verlängern gilt, trainieren wir die Waden. Diese Übung dient der Ausdauer, um bei Infoständen länger auszuhalten, wenn z. B. keine Sitzgelegenheiten vor Ort vorhanden sind und man vor interessierten Bürgern einen guten Eindruck vermitteln möchte. Außerdem ist es unheimlich anstrengend, auf Zehenspitzen Bejubelungs-Bildchen wo anzubringen, nicht nur beim Wahlkampf.

Für die nun benötigte Entspannung werden die Bierflaschen im Kasten geleert. Allerdings sollte dieses Vergnügen nicht ganz unnütz sein und wir heben beide Arme mit je einer Bierflasche. Nach etwa 20 Minuten Ausdauerübung darf auch mal genippt werden, schließlich braucht der Körper Flüssigkeit, richtig? Sind die Flaschen leer, werden sie vorerst in einer separaten Kiste verwahrt, da wir den leeren Bierkasten noch für weitere Übungen benötigen.
Wir stellen uns jetzt auf Zehenspitzen auf den Kasten und halten eine vorbereitete Rede, die normalerweise etwa 10 Minuten dauert, durch ständige Wiederholungen der letzten Satzteile und etlichen Kuns(ch)tpausen jedoch etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt.

Wir bleiben für die Abschlussübung also bis zum letzten Wörtchen auf den Zehenspitzen, halten die Winkelemente (z. B die Bierflaschen?) während des Redens in die Höhe. Nach der Rede werden Arme und Hände beim Applaus und/ oder Jubelhüpfern gelockert. Danach darf sich niedergelassen werden, je nach Trinkfestigkeit sitzend oder gar liegend. Diese Übung kann selbstverständlich für die Herausforderung mit alkoholfreien Getränken in großen Flaschen ablaufen. Wer es edel mag, nimmt Sekt oder anderes.

Nach dieser Wahnsinns-Wahlkampfübung gehören die Bierflaschen selbstverständlich ordnungsgemäß in den entsprechenden Kasten zurück. Das Pfand kann den Schaustellern montags vor dem Museumsplatz mit einer lockernden Handgelenksübung gespendet werden. Dieses bewerkstelligen wir selbstverständlich gut geübt, da sich jeden Montag eine solche Gelegenheit bietet und es die Handgelenke somit regelmäßig entspannt.

Die Übung des Kreuzchenmalens kann in den heimischen 4 Wänden beim Fernsehen erfolgen, um den Stimmenzählern bei der Wahl ein wahres Kunstwerk bieten zu können.

Gelegentliche Mundwinkelübungen -> 🙂 sind selbst beim härtesten Wahlkampf übrigens auch nicht zu vergessen.

Nutzt Euer Wahlrecht – Sport frei! 😉

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3 Gedanken zu „Wir üben Wahlkampfsport

  1. Nun, dies schein wohl in Gera gut zu funktionieren. Zumindest in meiner Umgebung (ich war diese Woche nicht in der Stadt) gibt es nur einen BüMei per Bild auf Plastik… und das ist der derzeit amtierende welcher sich wohl mit dem Stadionum- , aus, neubau ein Denkmal zu setzen gedenkt. Landeshauptstadttypisch sag ich da mal so eben.

    In Gera solls dann ein Gebäude mit einer Blase als Dach werden? Naja… 😀

    Lustig finde ich hierbei wer gerade auf Listenplatz „1“ postiert ist. (Und das im tiefroten Ort in Ostthüringen den Niemand kennt.)

    Mit leichtem Schmunzeln getippt vom Rudi

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