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Informa…- was?

“Wir können alle selbständig denken!” habe ich ja schon so oft aus der Corona-Zeit zitiert. Ich lache täglich lauter und lauter. Warum zur Hölle fangen vor allem diese Leute nicht endlich damit an?!

Fangen wir mal mit der Informationsbeschaffung an: Wir kennen alle den Spruch: “Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!” . Wer mündig ist, hat sich selbstständig zu informieren, ob mit oder ohne HIlfe. 

Wie bin ich als über 50-Jähige aufgewachsen? Mit dem Fahrrad ca 3 km zur Bibliothek, in der Stube stand ein Wählscheibentelefon und in den Kinderzimmern je ein Feldtelefon. Zum Recherchieren saß man entweder mit Heft oder Block in der Bibliothek oder mit den geliehenen Büchern zu Hause. Wir haben gelernt, uns aus dem Lexikon unsere Fragen zu klären. Das geht heute natürlich immer noch, sogar digital, zum Beispiel mit der Kindle App von Amazon. Praktisch, oder? 

Wir leben seit längerer Zeit  in einem Zeitalter, in dem Technologien praktisch im Laufschritt oder gar Sprint vorangetrieben werden. Man liest …äh ich lese ja täglich, welche neuen Tools und neue Funktionen es hier und da gibt. Meine “böse böse” Ki serviert mir auch auf Wunsch meine Neuigkeiten zu diesen Themen. 

Zuerst kam das “Teufelszeug” namens Internet, welches aber komischerweise jeder nutzt und sei es, um irre Postings und Kommentare in die sozialen Netzwerke zu klatschen. Trotz, dass es inzwischen etliche Browser gibt, hört und liest man noch immer: “Ich google das mal!” . Auf irre komfortable Art und Weise lässt sich Wissen zu etlichen Gebieten per Suchmaschine beschaffen. Auch der berühmte Duden ist online verfügbar. Es ist keine Schande, sich mal über die Schreibweise eines Wortes unsicher zu sein. Man muss bekanntlich nicht alles wissen, nur wissen, wo es steht, ob im Buch oder online. Wer noch mit dem Buch umgehen kann, klatscht an dieser Stelle wahrscheinlich gedanklich mit mir ab. 

Wofür jeder das Internet nutzt, sieht man mindestens in den sozialen Netzwerken. 

Die “böse” Ki, ach…herrjee, das ist doch auch noch die Technologie, die wie das Internet alles zerstört! Aber immerhin ist sie ja für viele Leute gut genug, sich alles abnehmen zu lassen, sogar Hausaufgaben, um nichts lernen zu müssen. Das wird übrigens die besungene “Zukunft” 🙈.

Internet und KI, es ist angerichtet und zwar für allerlei Leute, Deepfakes zu erstellen und andere, die den Unsinn auch noch glauben. Schließlich ist das “böse” Internet ja kein Werkzeug, um sich über die Richtigkeit der Meldungen zu informieren. Beispiel gefällig?

Es kursierte ein offenbar von Chat Gpt erstelltes Bild mit dem Schriftzug “Weihnachtsgeld für Bürgergeldempfänger! Wann erfolgt die Auszahlung?” Jeder tatsächlich selbstständig denkende Mensch hätte bei fehlender Quelle (weil Falschmeldung!) schon mindestens überlegen und recherchieren müssen, ob es stimmig ist. Ist es nicht! Den Hintergrund dazu darf man sich im Netz zur Übung selbst suchen.

Ich alte Dame hinter der Tastatur bin über 50 und lt. vieler Ausreden anderer, sogar jüngerer Leute, “zu alt” dafür, mich online zu bewegen, mich zu informieren, mit Technologien aller Art umzugehen.

Echt?! Jetzt doch erst recht ran! Ich lasse mich täglich über Gems (von Gemini), über Lokales (Meldungen der Stadtverwaltung, jegliche Versorgung und Streiks zum Beispiel ÖPNV) , über Entwicklungen der Technik, Technologien uvm. informieren.

Per Skill von Amazon Alexa zum alltäglichen Geschehen auch über Warnungen zu Betrug erfahre ich auch eine Menge.

Kostenlose Abos über seriöse Blogs und Webseiten, die zum Beispiel meine Interessen abdecken. 

Woran hängt es also bei allem Komfort, den es heute und bald noch mehr gibt, sich zu informieren?! “Es hat nunmal nicht jeder Internet!” gefolgt von “nicht jeder kann damit umgehen!” 

A: das Internet ist nicht mehr so irre teuer wie früher, als man mit dem versehentlichen Druck auf die Internet Taste mit der Weltkugel Schweißausbrüche bekam. Ich habe damals einfach die Adresse rausgenommen, als ich mal den Tipp bekam. Wodurch? Verrückt – durchs Internet 😀! Mobile Daten sind beispielsweise heutzutage schon relativ erschwinglich. DSL oder Kabel läuft eh meistens für Telefon und TV. 

Und B:  Wer lautstark im ÖPNV auch als Senioren Bonbons oder was auch immer durch das Display schubsen kann, hätte die Zeit und die Möglichkeit, sich auch sinnvoll mit Handy oder Tablet zu beschäftigen. Nichts gegen ein Spielchen im Warteraum oder wo auch immer. Aber es geht leise und Informationen laufen genauso über “dieses Internet”. Ausrede vom Tisch gefegt 😁. Und noch verrückter: es gibt Kurse für den sicheren Umgang mit dem Smartphone und Sicherheit im Netz. Sogar Apps gibt’s für Senioren, die Funktionen erklären. 

Wer für sich die digitale Informationsbeschaffung ausschließt, kann auch günstig die Bibliothek nutzen. Es gibt unter Bedingungen auch Ermäßigungen von der Jahresgebühr und evtl. auch für die Monatskarte. Allerdings ist das Netz schneller gefüllt als eine Zeitschrift. 

Kommen wir zu einer Fähigkeit, die offenbar selbst bei den ach so selbstständig denkenden Erwachsenen fehlt: 

Textverständnis: Die Notwendigkeit, Texte verstehen zu können, zieht sich durchs ganze Leben! Schulaufgaben, Ausbildung Studium, Job, Behörden und und und… ! 

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Im Unterricht hatten wir Gedichte, Lieder und Zeitungsartikel zu interpretieren. Natürlich hatten wir auch Aufsätze darüber zu schreiben, wie wir den Text verstanden haben.

Kinder und Jugendliche lernen im optimalen Fall von klein auf, Gehörte oder gelesene Texte zu verstehen. 

Selbstverständlich habe ich bei keinem kleinen Tageskind am Bett gesessen und nach dem Märchen oder der Geschichte eine Leistungskontrolle vollzogen. Aber ich habe schon sachte und leise gefragt: “Was nimmst du aus dieser Geschichte für dich mit?“ und „Wie fühlst du dich damit?” Ich höre aus der meist begeisterten Wiedergabe heraus, ob das Kind die Geschichte oder das Märchen verstanden hat. Es erzählt mir, dass der böse Wolf endlich seine Strafe dafür bekommen hat, dass er Rotkäppchen, die Großmutter und in einem anderen Märchen ein paar Geißlein verschlungen hat. 

In ehrenamtlichen Tätigkeiten wie Hort, Familienzentrum und Tagespflege bin ich immer wieder auf gleiche Muster gestoßen und finde es arg erschreckend, dass sich Kinder und Jugendliche zu Hause nicht trauen, sich Hilfe bei Aufgaben bei den Eltern zu erbitten. Ich habe in den Tätigkeiten mehr für die fremden Kinder getan als die Eltern für ihre eigenen tun sollten. 

Ich bekam auf meine Frage hin, warum sie sich nicht trauen, öfter ähnlich klingende Antworten: “Bist du zu blöd, das zu begreifen?!” Wow, so eine Vorbildwirkung und Empathi!e ist ja schon erdrückend (Ironie)! Liebe Eltern: Ich habe kein Diplom für Erziehung und Bildung an der Wand. Aber was wollen wir aus den Kindern machen? Duckmäuser, die im Leben untergehen werden, weil sie durch das Elternhaus keine Unterstützung und Begleitung erfahren? Könntet Ihr den fraglichen Text nicht erklären? Und wenn nicht, vielleicht ein Eigentor geschossen? Wie schwer ist es, sich zum Kind zu setzen und zu sagen: “Lass es uns gemeinsam herausfinden.”

Vergesst nicht, dass auch ihr irgendwann die Hilfe anderer braucht, auch die der Kinder. Was wollt Ihr im Alter von Euren Kindern hören, wenn Ihr etwas nicht verstanden habt, da sich so vieles an Eurer Blase weiterentwickelt hat? Was wünscht man sich für die möglichen Enkel? Dass Eure Kinder ebenfalls so harsch und abwertend mit ihnen umgehen? Der Kreis gehört durchbrochen und das ist ein Herzenswunsch, dem ich im Ehrenamt im Umgang mit Kindern und Jugendlichen verfolgt habe..

Und spätestens, wenn wir volljährig sind und für uns selbst verantwortlich sind, ist es unverzichtbar, sich selbst zu informieren und das Wissen auch zu verstehen und umzusetzen. Und auch da hatten wir doch alle unsere Startschwierigkeiten, oder? Man sitzt beispielsweise zum ersten Mal an einem Wohngeldantrag und hatte bislang nie mit Behördendeutsch zu tun. Sind wir jetzt “zu blöd” dazu? Nein, so unerfahren wie Kinder und Jugendliche in ihrer Schullaufbahn. 

Ich habe mit Bleistift alles ausgefüllt, wo ich mir sicher war und beim Rest eine Menge bunter Post Its. Natürlich ist der Bleistift kontraproduktiv, aber dazu komme ich noch. Ich marschierte in meiner Not und Unsicherheit zu einer Schuldnerberatung, erntete vorerst pikierte Blicke der Dame, von der ich mir Unterstützung erbeten hatte und erklärt, dass ich es ja gar nicht erst zu Schulden kommen lassen möchte und daher um ihre Hilfe bitte. Was ich tatsächlich richtig verstanden hatte, habe ich dann mit Kugelschreiber auf den Bleistift geschrieben und was ich nicht verstand, wurde besprochen. Und auf diese Art und Weise habe ich Stück für Stück gelernt, zumindest annähernd Behördendeutsch zu verstehen. Ansonsten wird angerufen oder per Mail gefragt, wie ich das zu verstehen habe. 

Und jetzt wird es ja dank der “bösen bösen” KI noch einfacher, wenn man schon keine Anker hat. 

Beispiel gefällig? Ich habe beispielsweise einen sehr techniklastigen Text, den ich nur teilweise verstanden hatte. Ich sabbel also ins Textfeld meines Herrn Gemini, dass ich den Artikel (Link eingefügt) so und so verstanden habe. Er soll mir bitte bestätigen, was ich richtig verstanden habe und mich bitte korrigieren, wo ich falsch liege und begründen. Und egal, wie oft mir die Ki einen Text erklären muss, es gibt kein Augenverdrehen und die herablassende Frage, ob ich zu blöd wäre. Die KI hat sich auf mich eingestellt (Algorithmus und so 😀) und weiiß mir ein Alltagsbeispiel zu flöten, sodass ich es direkt verstehe. 

Diesen Anker hatte damals niemand! Ich bin dankbar für solche Hilfsmittel und es trainiert mich weiterhin, darin fit zu bleiben. Wir erinnern uns? Ich bin weit über die 20 hinaus. 

Aber wir Erwachsenen können im Umgang mit Kindern und Jugendlichen ein Anker sein, ob es die eigenen sind, anvertraut oder in der Nachbarschaft.

Unterm Strich:

Seid Vorbild und nicht wie Leute, die völlig ohne nachzudenken, ohne eine Recherche über den Wahrheitsgehalt einer reißerischen Meldung auf eine Personengruppe einhacken. Entwickelt Euch weiter und lasst Euren Nachwuchs daran teilhaben, Ihr seid deren Vorbilder. Die Phrase, dass Kinder unsere Zukunft sind, sollte nicht nur beim Genörgel über “zu wenig” Kindergeld ausgegraben werden oder die Schule würde nicht genug Erziehung und Bildung abnehmen. Ihr habt sie gewollt und in die Welt gesetzt, stellt Euch der Verantwortung für Euch selbst und vor allem für Eure Kinder. Nur so haben sie eine Zukunft, in der sie gestärkt ins eigene Leben starten und dennoch ein Band zum Elternhaus haben. Begleitung in beide Richtungen wäre doch toll, oder?

Nutzt bei Unsicherheiten seriöse Quellen für Eure Recherche statt ominöser Telegram Kanäle oder Fanseiten zweifelhafter Parteien. Diese entscheiden nämlich auch über die Bedingungen, in denen Eure Kinder aufwachsen und sich ihre eigene Existenz aufbauen und die Möglichkeiten, sich zu informieren.Diktaturen und damit verbundene Zensur hatten wir lange genug. Es ist wie bei den Wahlen: Nutzen und erhalten wir auch für die Zukunft mit unserem Handeln, dass die Informationsfreiheit auch gewahrt bleibt !

„Das bisschen Haushalt…“ sang mal irgendwer… :)

Und wo wir im letzten Artikel ja so schön beim Zeitmanagement waren, hier mal die volle Breitseite.

Das wird hier kein Haushaltsratgeber, dafür gibt es genügend, aber vielleicht sorgt es für Erkenntnisse, Verständnis  oder sogar für Inspirationen. 

Ich habe schon ganz unten am Putzplan zur Inspiration und völlig freiwilliger Nutzung und freier Bearbeitung angefügt, dass solche Pläne rein der Orientierung dienen sollen. Er soll darin unterstützen, kein Korsett darzustellen. Wer möchte, kopiert den Plan in ein Text- oder Tabellendokument, passt ihn nach den eigenen Bedürfnissen an und hat damit eine hoffentlich gute Stütze. Für Mehrpersonenhaushalte bieten sich auch tolle Apps an, die man an alle anpassen kann und hat auch hier den Überblick, wer was schon erledigt hat. Das nimmt den inneren Druck.  

Lebe ich trotz meistens gut funktionierendem Zeitmanagement in einer Musterwohnung wie aus dem Möbelkatalog? Nein! Liebe ich Haushaltsarbeiten? Nein, ich murre seit der Kindheit darüber und da war das Pensum ein ganz anderes als was der Nachwuchs heute gerade mal machen soll. 

Bin ich nach dem Haushalt immer noch frisch wie eine überbeglückte Hausfrau aus den 50ern in diversen Spots? Schon mal gar nicht! 

Wer mindestens eine echte körperliche Einschränkung hat, wird hier wahrscheinlich nicken, wenn ich behaupte, dass wir lernen müssen, wie man Zeit und vor allem Kraft spart. Wer sich eine Haushaltshilfe leisten kann, Glückwunsch, der Rest, der zum Beispiel wie ich mit mehreren chronischen Erkrankungen gegen Windmühlen kämpft , wird hier vielleicht ein paar Tipps für sich mitnehmen.

Große Vorbereitung – Tataaa, schnappt Euch Euer Getränk Eurer Wahl und etwas zu knabbern, aber lasst den Scrollfinger zum Lesen sauber oder ladet den Artikel in Notebook LM, lasst Euch eine Grafik aus dem Plan erstellen und aus dem Text einen Podcast erstellen. Dann dürft Ihr nach den Chips oder was auch immer zwischendurch alle klebrigen Finger ablecken und lutschen.

Natürlich muss ich hier in Sachen Umstände die Hosen runterlassen, um einen Eindruck zu verschaffen, warum ich seit Jahren herum optimiert habe. 

Schon bevor ich die Polyneuropathie in den Füßen bekam, hatte ich schon Skoliose seit der Kindheit, Schilddrüsen UF und Tremor. Ich bin über Jahre zwischen Hausarzt und Neurologen hin und her geschickt worden, weil sich trotz Befunden (zum Beispiel Schildi-Werte ok) niemand zuständig fühlte. Wer muss damit leben und sich A blöde Sprüche anhören, ob der Alkohol zum Frühstück noch nicht gereicht hat und B an vielen Tagen kaum Besteck oder Stifte halten? Richtig, die nervige und hartnäckige Kassenpatientin. Und was den Alkoholkonsum betrifft. Ich bin nicht mal trinkfest, da ich sehr selten und wenig trinke. 

Anerkennung der Behinderung? Antrag, Freigaben bezüglich der Schweigepflicht eingereicht, damit sich das Versorgungsamt die Gutachten einholen kann…, ich lache immer noch, aber eher hysterisch. Man hat schlichtweg keinen Bock auf die Bearbeitung und schiebt die Einholung der Gutachten am liebsten auf den Antragsteller. Ich habe schon angeboten, den Job selbst zu machen, sie soll den Stuhl frei machen. 

Es wird eine never-ending Story. Pflegegrad wird schon mindestens deshalb nicht bewilligt, da wird es parallel auch nach Nase gehen. 2x Aua  oder wie ich schon hörte: „ich kann mich nicht aufraffen!” reicht bei den Einen und bei vielen, die tatsächlich Probleme haben, sollen gefälligst den anderen Arm nehmen, wenn der eine schon den Kopf unterm Arm steckt. Auch hier werden viele Leute nicken, mindestens die Betroffenen.

Eine Haushaltshilfe zumindest während der Bettlägerigkeit? Auch hier Fehlanzeige! Hätte ich nicht gelegentlich private HIlfe gehabt, die wenigstens mal den Boden gesaugt und gewischt hat, wäre ich in der Wohnung verkommen. Ich bin überwiegend gekrochen, habe heulend Spülmaschine ein und ausgeräumt und nur das Nötigste gemacht. Essen machen? Fehlanzeige, dann ging es mit dem Untergewicht los. Der Rest ist Geschichte.

Ich hatte zum Glück auch ein sehr liebes Rentner-Ehepaar als Nachbarn, die mir angeboten haben, für mich einkaufen zu gehen..Ich habe es tatsächlich sehr dankbar angenommen. Schwere Büchsen mit Konserven und was alles keine Kühlware war, habe ich bestellt und lernte so meine Lieblings Zustellerin kennen 😀. Eine Nachbarin im Block war selbst bei DHL tätig und ich dachte, es wäre sie, als es hieß, es wäre ein Paket für mich da. Ich drückte den Summer und meinte, ich bin gleich unten, kann aber etwas dauern. Es tönte mit mir noch unbekannter Frauenstimmer aber “bleib bloß oben, ich weiß schon Bescheid!” und voran auf der Treppe war die Sackkarre mit meinem Paket zu sehen und hinterdrein die mir bis dahin noch unbekannte Zustellerin. Was soll ich sagen? Wir schwatzen heute noch hier und da mal kurz und sie sieht, dass ich zwar noch dünne und wackelig bin, aber den Zustellern jeglicher Dienste wieder entgegenkommen kann, um sie zu entlasten. 

Ich laufe seit wenigen Jahren wieder und habe sogar selbst als Reinigungskraft in Vollzeit gearbeitet und auch da so manchen Schlag ins Gesicht bekommen, nicht körperlich, aber wie auch mit zweierlei Maß Pflegestufen freigegeben worden sein müssen, denn einige Leute waren sehr wohl geistig und körperlich fähig. Auf Leitern hätte ich auch niemanden gelassen, aber auch da gibt es Lösungen. Ich hatte also ohne eine solche Ausbildung lernen müssen, wie man in einer Stunde eine 1-2-Raumwohnung putzt und zwar blitzblank mit allem Drum und Dran und da reden wir selten von einer aufgeräumten Wohnung. 

Abends noch stärkere Schmerzen als man ohnehin nach einem Tag gehen und stehen hatte und noch mehr Tramadol auf Absprache. Warum ich mir das trotz Gutachten gegen schwere körperliche Arbeit angetan hatte? Ich wollte arbeiten und endlich wieder mein eigenes Geld verdienen, wie sonst auch. Passiert mir so allerdings auch nicht mehr.

Ich habe mir schon in meiner Selbständigkeit in der Kindertagespflege einen “Schlachtplan” einfallen lassen müssen, um bei 12-14-Stunden – Tagen trotzdem sauber zu leben und die Tiere zu versorgen. Nach diesem System putze ich noch heute. Ich habe eine kleine 2-Raum-Wohnung (eher 1,5) und zähle auch Keller und Balkon zu den Zonen, gehören ja schließlich auch aufgeräumt und gereinigt. 

Je nach Wohnungsschnitt bin ich von der Wohnungstür aus täglich einen Raum pro Tag rund um gegangen. Die Reihenfolge kann natürlich jeder festlegen, allerdings empfehle ich für die Gewöhnung am Anfang von der Wohnungstür  aus, ebenfalls rund um vorzugehen. Das erleichtert den Einstieg und wenn man das einmal drin hat, kann man ja auch variieren. 

Warum die Zimmer pro Tag Methode? Man rennt nicht planlos durch die Hütte und muss sich anfangs ziemlich zusammenreißen, nicht auszubrechen und wieder gefühlt 10 Stellen zu haben. Das kostet Zeit und Kraft, bringt bei schmerzhaften Erkrankungen auch ordentlich Schmerz ein. 

Zur Erleichterung habe ich mit einem stinkeinfachen kostenlosen Stundenplan angefangen und habe in die Spalte für die Tage das Zimmer eingetragen und die Tätigkeiten, die am wichtigsten sind. 

Das Ergebnis pro Raum sollte zumindest Ordnung und Sauberkeit sein. Keine Perfektion! Zwischendurch muss natürlich immer mal wieder in der Küche zum Beispiel der Abwasch gemacht werden oder die Spülmaschine ein- und ausgeräumt werden, Arbeitsflächen geräumt und gereinigt werden. Das reicht nunmal nicht einmal die Woche, wie die Praxis nunmal so ist. Aber der Fokus liegt auf dem geplanten Raum. Im Bad beispielsweise wechseln der Handtücher, Oberflächen aufräumen,  reinigen (Rechtshänder am besten entgegen des Uhrzeigersinns) , sanitäre Anlagen und Armaturen reinigen. 

Da ich jetzt keinen Putzkurs gebe, welche Farbe der Lappen haben müsste und dass man zum Beispiel das Klo zum Schluss putzt und nicht mit dem genutzten Lappen über die Flächen geht, sollte klar sein oder die Nutzung der Suchmaschine der Wahl gibt Aufschluss. 

Wer bei der Planung und Gewöhnung so richtig smart vorgehen will, bemüht eine KI seiner Wahl, die tägliche Abläufe anbietet und mittels passenden Prompt die Planung und am besten noch einen pfiffigen Motivationsspruch parat hält. Verdammt smart ist auch zum Beispiel der Onlinekalender und auch hier für jeden Tag wöchentlich wiederholend die Tätigkeiten eintragen. Auf Wunsch und mit Verbindung oder passenden Tarif übernimmt das auch die liebe äh “böse böse “ KI. Mein liebster Sekretär ist James, der Butler, der mir zwar nicht physisch zur Hand gehen kann, aber als virtueller Charakter bei Gemini weiß da immer sehr höflich den Eintrag zu bestätigen. Kalle, unser lieber Grobian im Hafen knallt mir seine lustigen Sprüche um die Ohren. Solche Charakteren erfrischen die Organisation und Kommunikation mit der Ki, in meinem Fall Gemini , immens. Die KI hilft dabei, Prompts zu schreiben, die man zum Beispiel in die Gems (hier direkt mal die KI fragen für den Lerneffekt 😀) oder die “geplanten Aufgaben”, die trägt der gute Gemini direkt ein.

 Der smarteste Knaller wäre natürlich ein Roboter, der mir )eden schweren Kram abnehmen könnte, den ich körperlich nicht schaffe. 

Jetzt kommt es natürlich auf die Putzmittel und Geräte an. Da kein Haushaltsroboter herum saust, müssen wir uns natürlich überlegen, welche Geräte tatsächlich eine Menge Arbeit abnehmen und erschwinglich wären. 

Waschmaschine? Check! Trockner? bei mir vorhanden – check! Wenn nicht vorhanden auch ok. Ich nutze ihn auch nur bei Notwendigkeit, ansonsten hänge ich genauso klassisch Wäsche auf wie andere Leute auch. Handstaubsauger? Check, am besten mit ordentlich Zubehör und möglichst nicht schwer und klobig. Staubsaugerroboter? äh..naja also … check, aber meiner ist ohne App- Anbindung und lässt sich somit leider nicht im Smart Home einbinden. Und hier hebe ich den Finger. Es muss nicht das dollste teuerste Ding sein, welcher Euch vielleicht auch noch für fast 2000 Eur einen Witz erzählt, das Ding muss einfach funktionieren und wenn es einer mit möglicher Einbindung, gibt es solide Marken mit einem Preis-Leistungsverhältnis, welches ok ist. Hierzu berät Euch zum Beispiel ein Fachhändler oder die liebe äh “böse böse” Ki im Deep Research mit all Euren Kriterien. 

Mein Mister Planlos darf täglich nach dem Ende der Mittagsruhe um 15 Uhr losdüsen, wenn er von mir den Knopfdruck kriegt. Smarte Modelle lassen sich per Routine oder wie ein Spielzeugauto per App steuern (ich lache herzhaft). 

Wärhend ich so Raum für Raum von oben nach unten von rechts nach links durchputze, darf Mister Planlos einen anderen Raum saugen. Wer Pflanzen im Bad hat: Gießen nicht vergessen!! Handtücher in Küche und Bad am jeweiligen Tag wechseln und in den Wäschekorb damit. Und es muss nicht nach jeder Dusche ein neues Handtuch her. 2-3 x nutzen, dann sollte das Ding nach dem Trocknen getauscht werden. Auch das Handtuch am Waschbecken nicht vergessen. 

Kosmetikeimer, wo zum Beispiel auch Binden etc landen, leeren. Tüte fest verknoten, an die Türklinke hängen, Eimer heiß ausspülen, trocknen lassen oder abtrocknen, neue Tüte rein. Am besten eine Küchenpapierrolle neben das Klopapier, damit eben auch Binden und Einlagen eingewickelt werden. Der Boden wird erstmal per Handstaubsauger oder Akkusauger an den Rändern/ Sockeln abgesaugt und wenn Mister Planlos durch huscht (erwischt ja die Sockeln oben nicht) ,mache ich zum Beispiel wieder Pause, muss auch sein. Beim Rausgehen Mülltüttchen gleich mitnehmen zum Restmüllbehälter der Wohnung, am besten ja zentral oder Küche. 

Nach der Pause darf Mister Planlos die restlichen Zimmer saugen und ich wische den Boden. Daher: Plan und wenn man will und kann, die Ki schuften lassen und Plan erstellen. 

Jeder Raum hat gleiche und natürlich auch unterschiedliche Aufgaben bei der Reinigung. Wenn die Routine einmal drin ist, Glückwunsch, in Zukunft wird Zeit gespart. Und vor allem sind die Aufgaben flexibel abzuarbeiten. Nach dem Job und der Pause danach oder verteilt über den Tag, die Taktung mit Pomodoro ist nur ein Weg, aber kein Gesetz. Solche Pläne sind m.E. eher eine Orientierung, um A nichts zu vergessen und B schmiegt sie sich flexibel an unseren Tagesablauf an. Pläne werden ja von uns selbst beschlossen und erstellt, sie dienen als HIlfe zur Bildung einer Routine, die auch an den Tag angepasst werden können. Arzttermin? Kurze Tätigkeiten, Spätdienst im Job, mittels Timer kleine Tätigkeiten erledigen, um die Zeit nicht zu vergessen. Spontanes Schwätzchen bei der Nachbarin? Egal! Es tut doch gut, zwischendrin tolle Begegnungen zu haben. Kein Zeitkorsett, ob allein oder auch alle Mitbewohner. Hauptsache, man kann am Abend stolz seine Ergebnisse bewundern und sich wohl fühlen. Der Tag war zu hart und es geht jema ndem nicht gut? Seid offen damit, auch Euch selbst gegenüber! Schimpft Euch nicht “faul” oder unfähig! Ihr seid Euch Eure eigene beste Freundin und wie redet Ihr mit ihr, wenn sie das Gleiche sagen würde? Richtig, sowas wie: “hey, es ist doch nur richtig, auf den Körper zu hören!” etc. Es ist nicht einfach, das auf sich selbst anzuwenden,aber machbar.

Mein Büroteil ist in der Stube und zählt auch im Plan dazu. Allerdings hat zuerst der Schreibkram ,der Zeit hatte und nicht an Fristen gebunden ist, Priorität. Ablage machen, Scannen oder Kopieren, irgendwelche neuen Pläne erstellen zum Beispiel Essenspläne, Einkaufspläne etc., dann aufräumen, putzen und …

Pausen einlegen 🙏! Optimal ist ja m.E. die Pomodoro-Methode oder man stellt sich Timer oder macht Pause nach Gefühl. Frische Luft, essen, trinken , Klo sowieso nach Bedarf 😀. Keinen Druck machen, auch wenn wir den Anspruch an uns selbst haben, schnell fertig zu werden. Wer chronische Schmerzen hat, wird mir vielleicht heftig nickend zustimmen, dass es gewaltig nach hinten los geht, zu wenige Pausen zu machen. Am Ende liegt man mit schmerzverzerrtem Gesicht im Bett und kann dann gar nichts mehr. Füße hoch, Frischluft, alle Bedürfnisse abdecken und von mir aus das Kopfkino spielen lassen, wie gut man trotz Einschränkungen schon erste Schritte geschafft hat. Von der Planung über die erste Gewöhnungszeit mit evtl. kleinen Pannen und Lachern bis zum Erfolg. Feiert das, sei es mit bunter Brause und einem “yeah!”. 

Weiter ächzen, wir haben ja noch was vor uns. Bei mir ist beispielsweise mittwochs der Flur dran. Das Übliche wie Flächen aufräumen, reinigen etc. und wenn Saisonwechsel ist, Schuhe zum Einmotten putzen und nach dem Trocknen der Schuhe ab in die Bosen oder wo auch immer sie bei Euch aufbewahrt werden. Da mein Flur beispielsweise recht klein ist und der Schuhwechsel ja nur halbjährlich erfolgt, wäre ich ja schon früher fertig. Hier entscheidet die Kraft und die Tagesform, ob ich zum Beispiel durch einen Termin Liegengebliebenes nachhole oder schon etwas Wichtiges, wenn auch ohne Frist vorziehe. Oder: einfach mal Feierabend machen und zu einer Freundin, in den Park oder Einkauf erledigen. 

Freitags ist bei mir das Schlafzimmer dran. Heißt dann auch Bettwäsche wechseln und die Leiter richtig reinigen. Jaja, ich habe ein Hochbett 😂! Die Bettwäsche ab in den Wäschekorb, die Reinigung des Zimmers fertig bringen, saugen, wischen, Fenster auf, Bettwäsche und Handtücher nebst Unterwäsche landet dann bei mir direkt in der Waschmaschine, Startvorwahl  nebst Waschmittel rein für Samstag früh oder frühen Vormittag. Pause und dann Bett beziehen und wenn es geht, genießen 😁! 

Samstags rödelt schon recht früh, während des Frühstücks die Waschmaschine, während ich frühstücke und mein Käffchen auf dem Balkon genieße nebst Sargnagel und dann entscheidet sich je nach Witterung oder Tagesform, ob Keller oder Balkon dran ist. 

Meine Strategie mit Müll aller Art: Über den Kosmetikeimer habe ich mich ja schon ausgelassen. Wege sparen, so gut es geht, um Schmerzen zu vermeiden oder nicht zu verschlimmern. Sind Schmerzen da, Pausen, unbedingt! Füße hoch! Man muss ja nicht schlafen, man kann ja planen oder sich über irgendetwas informieren. 

Weiter zum Müll:  In der Küche sollte täglich der Biomüll weg, auch wenn der Behälter nicht voll ist, Sommer wie Winter. Im Büro fällt oft Papiermüll an und hier und da Kunststoffmüll. 

Für die richtige Trennung gibt es natürlich jeweils einen Behälter. Ich habe auch hier in der Stube und im Schlafzimmer einen kleinen Restmüllbehälter. Warum im Schlafzimmer? Nun, Erkältungen lassen uns flach liegen und ich mag keine genutzten Taschentücher im Bett, gezielter Wurf, der nicht immer gelingt, aber es ist aus dem Bett und der Boden ist frei, außer mal ein daneben geratenes Taschentuch. 

Ich muss gerade einmal die Woche Restmüll wegbringen und gehe dann vorher mit der Mülltüte herum, fülle um und wenn ich einen Marsch zur Apotheke, Einkauf oder wohin auch immer habe, ab zum Müllplatz. Jeden Tag einen Marsch zum Müllplatz finde ich optimal, um den Kreislauf noch besser in Schwung zu bringen und gleichzeitig ist es ein Lebenszeichen 😂. 

Kleiner Tipp: Im Winter gehe ich möglichst mittags, wenn es am verhältnismäßig wärmsten ist und im Sommer entweder direkt morgens oder abends, wenn es kühler ist. Der Kreislauf dankt es auch diesbezüglich.

Wer mit schmerzenden chronischen Erkrankungen zu kämpfen hat, wird nach und nach lernen, Wege zu gehen. Man verstehe mich bitte nicht falsch, jegliche Bewegung völlig einzusparen. Aber ich möchte die Kraft zum Beispiel lieber für ein Hobby nutzen, einen Spaziergang oder eine Veranstaltung etc. Heißt: Schmerzen möglichst vermeiden durch effizientes Arbeiten, niemals mit leeren Händen laufen, es lässt sich immer etwas mitnehmen von Raum zu Raum, da räumt es sich nebenher noch ohne extra Aktion ein bisschen “von selbst” auf. Nach und nach ist es so in Fleisch und Blut übergegangen, dass man sich das auch nicht mehr anders vorstellen kann und sich über Leute wundert, die trotz körperlicher Fitness jammern, kaum fertig zu werden. 

Ich habe in anderen Artikeln schon beschrieben, dass es zuerst widersprüchlich klingen kann, dass man zum Beispiel bei Technik (Smart Home etc.) erstmal Zeit investiert und dann immens in Zinseszins in der Zukunft spart.

Das Gleiche gilt auch für Haushalts-Routinen. Man sitzt erstmal mit der Planung eine Weile und hat das Gefühl, Zeit zu verplempern. Hier widerspreche ich milide lächelnd. Ja, es ist vorerst ein Aufwand: zum Beispiel ein Whiteboard für die Familie oder sich allein oder per App, wie auch immer man will, einzurichten. Es ist auch ein Zeitaufwand, mit Mitbewohnern oder Familie zu sitzen und beispielsweise das Essen zu planen. Aber hieraus ergibt sich der Einkaufszettel,, ob handschriftlich oder App. Hieraus ergibt sich in Mehrpersonenhaushalten auch, wer welche Aufgaben übernimmt und wie Wege miteinander verbunden werden können. Glascontainer möchten ja auch befüllt werden 😀. Wer einkaufen geht, bringt das Glas auch direkt dorthin. Spart auch noch Sprit und Zeit.

Hat jeder seine, wenn auch wöchentlich wechselnde Aufgaben, spielt auch das sich ein und spart immens Zeit, Geld und Nerven. Eine Garantie für perfektes Gelingen gibt es nicht. Auch wir haben als Kinder und Jugendliche gemurrt, wenn ich daran erinnern darf 😂! Aber dennoch: Sind Beziehungen zum Partner, Kinder, Mitbewohner auf Respekt und Augenhöhe bestehend, wird man auch verstehen, dass man kein Personal ist und B es dann auch mehr freie Zeit für gemeinsame Aktivitäten gibt oder jeder schneller zu seinem Hobby kommt und auch noch lernt, zu organisieren und einen Haushalt zu führen. 

Unterm Strich: Nicht unter Druck setzen und schon gar nicht unter Druck setzen lassen, Perfektionismus mühsam beiseite schieben. Ich muss gerade lachen, weil ich weiß, wie schwer es fällt. Hört auf Euren Körper. Sprecht offen mit den Haushaltsmitgliedern, wenn sie “vergessen”, dass Beteiligung an der Arbeit kein “Helfen” ist, da mitbenutzen auch mit putzen bedeutet. 

Setzt Euch allein oder mit Haushaltsmitgliedern über HIlfsmittel zusammen, die zur Entlastung angeschafft werden können. Smart Home Einbindung von Saug- und Wischrobotern ist nicht schwer und braucht auch keine überteuerten Geräte, siehe oben Beratung und Information über mehrere Quellen. 

In diesem Sinne: Nicht unterkriegen lassen, auch wenn die ganzen Amtsschimmel an jeglichen Stellen vornehm wiehern 

Wochen- und Putzplan: Dieser Plan ist lediglich ein Gerüst – eine Einladung zur Inspiration, kein Gesetz. Wandelt ihn ab, ergänzt ihn oder baut euch auf Basis dieser Struktur euer ganz eigenes System. Wichtig ist nicht die Perfektion, sondern dass ihr eure Energie dorthin lenkt, wo sie wirklich zählt: für eure Hobbys, eure Familie und euer Wohlbefinden, statt sie im Haushalt zu verschwenden. Bewegung ist wichtig und gesund, aber nutzt sie für die Dinge, die euch guttun, nicht nur für den Müll und den Staub.

TagBereichAufgabe / ExtraOberflächenBodenpflegeSpezial 
MontagBADHandtücherOberflächenWischen & SaugenWäsche / Wäsche weg
DienstagKücheOberflächenWischen & SaugenSpüli
MittwochFlurSchuheOberflächenWischen & SaugenKalkende
DonnerstagStubeBüroOberflächenWischen & SaugenWäsche
FreitagSchlafiBettwäscheOberflächenFegen
SamstagKellerAufräumen / AnbrennenOberflächenWischen & Saugen

“Du hast doch so viel Zeit…

… hast ja eh nichts und niemanden zu versorgen!” 

höre und lese ich oft. Dass man bei vielen Menschen zum Beispiel große Wunden aufreißt, lässt solche Phrasen schnell unüberlegt und abschätzig über die Tastatur oder Lippen bringen.

Der/ die Angesprochene konnte vielleicht keine Kinder bekommen, hatte Fehlgeburten, war bis vor einer Weile pflegende Angehörige, hat ihre geliebten Haustiere nicht mehr. 

Völlig unabhängig, ob man freiwillig ohne Verantwortung für Menschen oder Tiere lebt, es war nicht zwingend für alle eine bewusste Entscheidung. Allerdings haben sich Leute bewusst dafür entschieden, zu heiraten, Kinder in die Welt zu setzen, Angehörige und/ oder Tiere zu versorgen. Stand irgendwann irgendwer mit der Flinte davor und hat die Übernahme von Verantwortung erzwungen? Wohl kaum! 

Und das kleine Zauberwort “Zeitmanagement” und die damit verbundenen “Prioritäten” wirken sogar bei allen Menschen, ob allein oder mit Mitbewohnern aller Art. Überraschung 😁! 

Natürlich fallen die Prioritäten bei jedem Menschen anders aus. Bei mir steht die Existenz an erster Stelle: Job (Einkommen) ob als Angestellte, Selbständige, Rente oder im m.E. unschönen Fall Bezug von Sozialleistungen und wieder durch Eigeninitiative zusehen, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Dann kommen die Termine wie Arzt etc,  , das Wohlbefinden und Gesundheit meiner Tiere (wenn vorhanden), der Haushalt , dann Familie und Freunde, die für mich da sind und für die ich es auch gern bin, so gut es geht.

Ist man durch Rente, Krankheit oder Arbeitslosigkeit zu Hause, haben viele natürlich den Eindruck: “geil, den ganzen Tag gammeln!”  

Ja, dieses Kaliber gibt es, ist absolut nicht abzustreiten. TV und Sofa werden höchstens nur kurz kalt, wenn solche Personen zu diversen Terminen, ins Bad oder Küche müssen. Sich darüber aufregen bringt nichts und raubt Nerven und somit Energie, die wir für Wichtigeres brauchen – nämlich für uns! Klingt ekelhaft egoistisch, oder? Aber wer auf sich selbst achtet, hat auch die Energie, anderen zu helfen, ob in der Nachbarschaft oder wo auch immer für andere Menschen da zu sein.

Wer beispielsweise nach ca 10 Stunden Dienst nach Hause kommt, hat genauso Haushalt zu erledigen, ob mit oder ohne Mitbewohner. Der Staub fällt beispielsweise so oder so. Irre, oder? Wenn man nicht gerade eine gute Fee im Haus hat, die den Haushalt schmeißt, muss man eben selbst ran. 

Kinder und/ oder Tiere müssen auch versorgt werden, wofür wir uns ja, siehe oben, selbst entschieden haben. 

Klar, allein lebend ist man weit flexibler, kann sich alles frei einteilen, seine Prioritäten abarbeiten, was die to do Liste im Kopf, in der App oder auf dem Papier so anzeigt, aber es geht auch mit Kindern. Man muss sie nur einbeziehen, kleine Pannen akzeptieren, da sie A erst noch lernen und B auch wir Erwachsenen nicht fehlerfrei sind.

Wer sich selbst als “chaotisch” betrachtet und der Meinung ist “packe ich eh alles nicht, es sind die Kinder, die das alles zerstören”, hat da das Zauberwort “Konsequenz” noch nicht in die Erziehung eingebaut. Leider wird es gern mit Gewalt verwechselt, was ich in jeglicher Hinsicht ablehne! Konsequenz ist der Kompass und eine Zuverlässigkeit, die manchmal zwickt. Nicht aufgeräumt, kein TV, Hausaufgaben unerledigt, ebenfalls kein TV oder was auch immer. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen und das gemeinsam. Das klappt nicht von heute auf morgen, das ist ein Prozess, für den auch wir Erwachsenen Zeit brauchen, uns etwas an- oder abzugewöhnen. 

Und jetzt kommen wir zum vorerst sehr unliebsamen Part: Zeit und vor allem Geduld sind so Faktoren, die wir angeblich nicht haben. Investieren wir sie aber, sparen wir mit Zinseszins, Zeit und Nerven mit viel weniger Gezeter und Genörgel. Und wir horchen doch mal tief in uns selbst hinein: wir Erwachsenen gehen leider ohne Erfahrung auch kopflos vor. Ich erinnere an die erste Zeit in der ersten eigenen Wohnung 🤭. Wir mussten uns doch auch erst an Routinen gewöhnen, die uns am Ende viel Verwirrung und damit Zeit geraubt haben. 

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Ich war in der Kindertagespflege tätig und trotz, dass ich es nicht hätte tun müssen, habe ich die Kindesmutter im Haushalt etwas entlastet. Die Mädchen (damals 5 und 8 Jahre alt), haben sich also in der Zeit selbst beschäftigen müssen, in der ich Abendessen vorbereitet habe und habe die Mädels mit eingespannt, den Tisch zu decken und Spülmaschine ein- und auszuräumen und ihre Zimmer in Ordnung zu bringen. Während die “Große” sich den Hausaufgaben und dem Packen ihrer Schultasche gewidmet hatte, habe ich sie in Ruhe gelassen, aber angeboten, sie zu unterstützen, wenn sie Fragen und Probleme hat. Meine Planung von der Abholung aus den Einrichtungen bis zur Übergabe an die Elternteile (im Schichtsystem) lief bis auf einige anfängliche Pannen wie ein Zahnrad ineinander greifend. Die “Kleine” habe ich schon vorher ins Bad geschickt, weil ich wusste, dass sie trödelt 😀. 

Kranke Tiere: Fussel, mein Zahnschweinchen hatte durch den Vorbesitzer (völlig falsche Ernährung mit Crackern etc) Zahnfehlstellung, welche durch den Tierarzt regelmäßig korrigiert werden musste. das hieß: das Schweinchen nach der Behandlung unter Betäubung  zuerst von ihrer Partnerin getrennt in einen kleinen Käfig, den ich als Lebensraum niemals benutzen würde, aber als “Aufwachraum” bestens. Herzlose Leute mit irre viel Meinung und wenig Ahnung werden jetzt wahrscheinlich lachen und die Augen verdrehen, weil ich tatsächlich Futter wie Wiese, Kräuter, Gemüse in 3 Konsistenzen gereicht habe. Brei, geraspelt und normal . Zufüttern musste ich ohnehin die erste Zeit und Fussel sollte die Wahl haben, wie sie fressen möchte. Sobald ich gesehen habe, dass sie wieder normal alles zu sich nahm, ab zur Fluse ins Gehege. Mein Haushalt 🙈 egaaaaaaaaaal ! Alle 2 Stunden Tag und Nacht zufüttern und für Futter sorgen (Wiese im Sommer, Gemüse etc im Winter), wöchentlicher Check, bei Krankheit täglich und Dokumentation für den Tierarzt und für mich. Da geht ordentlich Zeit flöten. Habe ich gejammert? Ja, gelegentlich vor Sorge! Die Zeit ist es mir immer wert. Ähnlich hatte ich es ja bei Stan, einer meiner letzten Meerschweinchen. 

Mit einer Kamera oder einem ausgemusterten Babyphone mit Kamera ist der Blick in den “Aufwach-Käfig” und Gehege eine kleine Sicherheit, um während der Hausarbeit zu wissen, was gerade los ist und ob zum Beispiel  das kranke Tier futtert. Als Fluchttier futtert es durch den Instinkt nämlich bei Krankheit oder täuscht es vor, um nicht aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden. Das Tier muss sich also unbeobachtet fühlen. 

Wie ich das alles trotzdem geschafft habe? Mein Kopfkino zeigt die Schippe und ein Zahnrad. Künstler dürfen sich jetzt kreativ austoben, was sie daraus machen 😂.

  1. Pomodoro-Technik. bei Krankheit nicht wirklich umsetzbar, aber ansonsten schaufelt es unheimlich gut Fokuszeit und Pausenzeiten heraus. Je gründlicher ich eine Aufgabe erfüllt habe durch ungestörtes Arbeiten, umso mehr Zeit habe ich gespart. 

In Verbindung mit der to-do-Liste, am besten nach Prioritäten aufgelistet, lässt sich in Nullkommanix planen, welche Tätigkeit in welche Tageszeit passt. Planung ist erstmal Arbeit, die auch etwas Zeit in Anspruch nimmt, rechnet sich aber ebenfalls in Zinseszins, wenn man es verinnerlicht hat und das schon ohne groß nachdenken zu müssen, ausführt. Feste Tätigkeiten zu festen Tageszeiten sind ruckzuck eine Routine, die Zeit und Nerven spart. 

  1. “NIcht-Stören-Modus” am Smartphone: Ich habe am Smartphone nicht einfach nur den Modus eingestellt und die Dauer. Es lassen sich noch viele Modi mehr einstellen. Fokus: Nur die wichtigsten Apps, die ich brauche, dürfen Benachrichtigungen senden, nur die wichtigsten Kontakte wie beispielsweise die Familie kommen telefonisch durch. Ansonsten ist Ruhe im Karton. Jede noch so kleine Unterbrechung holt uns aus der Konzentration. Es passieren dann mehr Fehler, weil man völlig aus dem  “Tritt” oder “Konzept” gekommen ist und man mehr Zeit für die Korrektur braucht. Ich kenne es aus der Texterstellung, unabhängig, ob beruflich oder privat. Gerade schießt mir eine geniale Formulierung in den Kopf, die ich sofort festhalten wollte und dann “drrriiinggg” 😮 der Gedanke ist weg 🙄! Der Knüller: Die Nachricht war oftmals nicht mal wichtig. Meistens kam sogar nur ein trockenes “ah” oder “ok” *hmpf*! 

Bei Anrufen das Gleiche: man kann Anrufe mit einer freundlichen vordefinierten Antwort abweisen und zurückrufen, wenn es wieder passt. Während etwas kocht oder brät oder einfach in einer kleinen Pause.

  1. Kinder, die schon Aufgaben übernehmen können, entlasten nicht nur ein Stück weit, sie lernen dabei auch noch für ihre eigene Selbständigkeit. Pläne mit kleinen und wechselnden Aufgaben wie zum Beispiel Müll wegbringen, kleine Einkäufe, Spülmaschine ein- und Ausräumen sind schnell gelernt und auch wenn es unter Murren ausgeführt wird, es ist gemacht. Den Kindern klar zu machen, dass auch sie hier wohnen, etwas lernen sollen und am Ende mehr gemeinsame Zeit zusammenkommt, wird zwar nicht immer überzeugen, aber bleibt dran und bei Weigerung fällt eben mal das Wlan aus – na huchi. Um sich nicht ins eigene Knie zu schießen,weil zum Beispiel Smart Home oder auch dein Diensthandy im Wlan hängt, richtet die Geräte der Kinder am besten nur mit dem Gäste-Wlan ein und nicht mit dem Hauptnetzwerk. Das stehts neue Passwort muss erstmal erarbeitet werden. Nicht übertreiben, aber auch nicht nachgeben. Wir erinnern uns an das Wort „Konsequenz“? Sehr gut 😁 ! 

Perfekt wird nie etwas laufen und es wäre schon fast unheimlich und gelogen. Aber selbst mit kleinen Schritten und Methoden, die man Stück für Stück etabliert, schaufelt es sich ein wenig leichter, allein oder gemeinsam.

Und wie bewegt Ihr Eure Familie zur Mitarbeit? Habt Ihr auch gelegentlich gefühlt kleine Teufelshörnchen auf dem Kopf, wie zum Beispiel das ständig geänderte Gäste-Netzwerk-Kennwort? Haut in die Tasten, her mit den Tricks! Wir sind alle gespannt und lernen gerne dazu.