„Man hört sie ja kaum… !

… höre ich oft zum Beispiel von einer Nachbarin. Nun, das ist bei ihr auch keine Kunst 😂. Wer aufgrund seines fehlenden Gehörs und Verweigerung von Hörgeräten das ganze Umfeld mit Telefonaten und Glotze beschallt, könnte noch nicht mal hören, wenn ich hier Disco veranstalten würde.

Klar, als Jugendliche war ich auch nicht leise, da hieß “Zimmerlautstärke”, dass es überall in der Wohnung zu hören war, was ich da gerade toll fand. Kopfhörer, Bluetooths, Wlan oder gar Multipoint etc? Nope! Das von den Eltern heimlich ausgeliehende Sternradio 🤭 oder meinen Sonett 77 und dann den ersten “West-Recorder” 😀.

Aber auch andere Nachbarn werden mich kaum hören. Technik und Technologien entwickeln sich rasend weiter und man selbst hat sich ja auch noch “versehentlich” mitentwickelt. 

Rücksichtnahme ist da das Zauberwort.

“Die Alter hinter der Tastatur hat doch kaum Geld, sagt sie zumindest 🤨!” Hat sie tatsächlich. Aber Multiroom lässt sich günstig realisieren, Kopfhörer kosten je nach Technologie, Marke und Aktualität mehr oder weniger Geld. Muss das aktuellste  und somit teuerste Zeug her? Nö! 

Multiroom ist etwas Feines: Selbst mit den kleinsten und günstigsten Smartspeakern in der Wohnung verteilt gibt es einen Raumklang, der andere nicht stört. Ganz gleich, ob Google oder Amazon Alexa und Co (vielleicht ist selbst mir etwas entgangen?), es geht auch mit kleinem Geldbeutel nach und nach und man muss ja nicht zwingend in jedem Raum einen Lautsprecher haben Für die Stube, dem beliebtesten Aufenthaltsort, bei mir auch ohne Sofa und Glotze gibts sogar Stereo, so en Luxus 😀! 

Als es das alles noch nicht gab, tummelten sich einige Leute halt etliche Boxen an die Anlage und hatten, wenn auch mit etlichen Kabeln überall Musik. Die Luxusvariante waren ja Boxen mit integrierten Lautstärkereglern wie heute die BT -Boxen mit oder ohne smarte Funktion. 

Ich habe meine kleinen “Pucks”, wie ich die Google Minis und auch Echo Dots liebevoll nenne,  stets im Angebot gekauft, nach und nach. Strategisch gut platziert, sodass ich A von überall “Befehle” zurufen kann (smart Home) und mir die Box Ankündigungen, Nachrichten und natürlich auch Musik zuflöten können. 

Die Einrichtung kriegt jeder hin, ich bin damit auch nicht aufgewachsen! 

Und wer sich fragt: „Was zur Hölle ist Multipoint?!” . Hat mit „Multiroom“ natürlich nichts zu tun, ist aber saupraktisch. ANC noch dazu, perfekte BT Kopfhörer in unterschiedlichen Qualitäten und Preisklassen. Multipoint: Es werden mehrere  Ausgabegeräte (Smartphone, Tablet…) mit den Kopfhörern gekoppelt und unterbricht zum Beispiel das Smartphone aufgrund leeren Akkus die Musikwiedergabe, spielt ein anderes gekoppeltes Gerät die Musik weiter ab. Saupraktisch, oder? 

Hörhilfen: Wer aus den unterschiedlichsten Gründen Einschränkungen beim Gehör hat, findet eine riesige Auswahl an modernen Hörhilfen. Frau “Manhörtsiejakaum”.verweitert sie und wird auch von jeglichen Besuch verdammt laut zu hören darin bestärkt Ich hingegen lehne Gespräche ohne das Tragen der Geräte ab. Nicht nur zur Schonung meiner Stimmbänder.

Und wenn nicht Rücksichtnahme das beliebte Argument ist, wie es sich auch durch alle Altersklassen zieht, dann wenigstens zur eigenen Sicherheit! Und das sollte vor Eitelkeit gehen.

Hören ist auch Sicherheit! Die Umgebung wahrzunehmen, ob Wasser läuft, der Brandmelder piepst oder gar Einbruchsversuche, kann Schlimmeres vermeiden, auch für das Umfeld. Aber wir sind ja beim Egoismus. Wer ein Smartphone bedienen kann, hat auch in vielen Modellen Hörhilfen. 

Ich nutze Pixel Buds Pro 2. Ich brauche keine Hörhilfe, ich höre auch Mäuse furzen und Mücken vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer abbiegen (wirklich!). Glaubt mir, das ist das andere Extrem, worauf man gern verzichten möchte. Ich schalte mir bei Bedarf also ANC an und stelle mir dann sogar die oft auch möglichen „Geräusche-Benachrichtigungen“ des Smartphones (derzeit Pixel 9a) ein. Man hat ja die Schieberegler “Hundegebell”, “Babygeschrei” etc . Ich bin mit den Buds also praktisch auch “gehörlos” und baue auf Sicherheit. 

Dennoch habe ich Ruhe beim Arbeiten oder eben das permanente Geschrei von Kindern nebenan (kennen bei der Mutter, angebliche Erzieherin kein Spielen an der frischen Luft!) nicht als Belastung. Aber den ganzen Tag Kopfhörer, ob in oder auf den Ohren, ist kaum machbar. “Kinderhasser”? Nein, sie wissen es durch die Familie nicht besser.

Lärmprotokolle? Bei vielen Vermietern gibt es ungeschriebene Boni wie Alter, Opti und was auch immer. Läuft nach einem “verständnisvollen” Blabla also ins Leere und Umzug ist A nicht drin und B auch wenig sinnvoll, da es überall solche Leute gibt.

Hörhilfen können also wie seit Jahren so “cool” aussehen wie Sehhilfen. Schämt sich da jemand, den Bedarf zu haben? Etliche Leute haben sogar keine Sehstärke in den Gläsern.

Sich in tatsächlicher Zimmerlautstärke berieseln zu lassen und überhaupt Rücksicht zu nehmen, ist also keine Frage eines dicken Kontos und riesengroßen technischen Verständnisses (wir erinnern uns: ich bin über 50 und die “arme Sau”). Es ist eine Frage des Anstands und ein bisschen Beschäftigung, wenn auch mit Hilfe der Technologie. 

Wer sich das nicht leisten will (am Geld liegt es bei den Leuten offensichtlich nicht!), sollte wenigstens richtig reagieren, wenn es an den Wänden oder der Heizung klopft, auch außerhalb der Ruhezeiten. Es gibt halt Grenzen und die sehr dünnen Wände lassen ja selbst Gespräche der Nachbarn durch.

Unterm Strich: Vielleicht regt sich beim einen oder anderen doch mal eine kleine Zelle oder Verdrahtung (Neurologen werden mich da sicher korrigieren, Danke im Voraus), wie laut man sich permanent verhält. Nicht nur ältere Leute wollen ihre Ruhe. Es muss m.E. auch nicht still sein. Die ganz normalen “Haushaltsgeräusche” oder andere gewöhnliche Lebenszeichen sind ein nettes Hintergrundrauschen. Aber permanenter Krach nervt nicht nur, es reißt auch aus der Konzentration oder aus dem Schlaf, wenn es einem nicht gut geht. 

Rücksichtnahme ist keine Einbahnstraße! 

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