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Oktober – Wir üben …ja, was eigentlich?

Nachdem Herr P. sich vorerst um meine noch zustehenden Sommertemperaturen drücken wollte, haben sich seine Merkwürden sich tatsächlich noch einmal herabgelassen – Wahnsinn… !

Wo nun schon die ersten Kränze, Arrangements und Kürbisse die Hütte schmücken, holt der Sommer noch einmal zum Schlag aus und lockt uns in die Parks und auf die Wiesen.

Allerdings sorgen wir auch schon artig vor:  es gibt bereits Weihnachtssüßkram, wir feiern aber vorher noch mal eben fix die deutsche Einheit und Halloween. Ach, da fällt mir ein, ich hätte ja noch ein paar klebrige Bonbons und Lutscher da. Kann man die noch „verfütt…“ äh verteilen? 😉

Kaufen wir schon Weihnachtssüßkram, den wir derzeit sogar schon im Kühli horten müssten, da Schokolade sonst zu schmelzen droht und aus dem Schoki-Weihnachtsmann ein gebückter Politiker wird?

Mir ist immer noch nach…Achtung…“Sommerschlussverkauf“. Bloß gut, dass ich nicht den Geschmack der Masse teile und so manchen „Wühltisch“ auch online in Ruhe und ohne jegliche Ausdünstungen um mich herum durchsuchen kann. Gleich an den nächsten Wühltischen gibt es beispielsweise schon wärmende Hausschuhe, die laufen wir dann schon mal an kühlen Herbstabenden ein.

Es gab übrigens die Zeitungs-Meldungen, dass die Thüringer die wohl unglücklichsten Leute des Landes wären und die Einwohner dieses Ortes sogar am häufigsten krank. Hm… die Großbefragung muss wohl immer montags vonstatten gegangen sein, oder?

Ich halte meine Mundwinkel jedenfalls meist hoch und hoffe, hierdurch nicht als Minderheit negativ aufzufallen 😉

So, was feiern wir noch?

Da wäre noch der 7. Oktober, den wir nach einigen Likörchen geschlossen mit einem Herz  zerreißenden „Auferstanden aus Ruinen“ besingen.

Allerdings könnte man hier eine größere Beteiligung als am Einheitstag vermuten.

Wer weiß…vielleicht hat in nächster Zeit „niemand“ vor, die Stadtmauer um Einiges zu erweitern …

 

 

 

„Das graue Schaf“ Teil 2

Wir erinnern uns an die Wiese, die eher eine Steppe ist und an das graue Schaf, welches sich das rettende Löchlein unter dem Gitter grub und sich aus der Herde entfernte?

Inzwischen ist auch ein neuer Schäfer zur Herde geschickt worden. Dieser wirkte gutmütiger den Schafen gegenüber. Das graue Schaf trat nun zum letzten Mal zur Herde, um die neue Frau im Hause zu sehen. Doch es traten noch 4 Mägde auf die Bildfläche. Die eine redete wie die andere auf die Schäfchen ein, wie gut sie doch noch Wolle gaben und weiterhin geben mögen. Man könnte meinen, es wäre ein Wettstreit der warmen Worte. Die dritte Magd setzte sich mit Staffelei und Pinsel vor die Herde und malte, während die vierte die Schafe befragte und sich viele Notizen machte. Zwischen dem vielen „mäh“ war auch ein zeitweilig artiges „mök“ zu vernehmen. Auch Portraits wurden von den Schäfchen gemalt, während sie ein Leckerli bekamen. Ein lächelndes Schaf auf den Bildern zaubert Idylle, dachten sich die Mägde.

Dass beim grauen Schaf der Wollansatz schon fast verrußte, übersahen sie anscheinend. Das graue Schaf erinnerte sich nämlich mit Gewitter unter der Wolle an die eine Magd, deren Freunde die Herde auf die Steppe trieben, da sie enge Vertraute des Bauern sind. Natürlich verstanden die armen anderen Schäfchen wieder nicht, dass sie nach der Steppe wohl noch in die Wüste getrieben werden und auch weiter Wolle geben sollen. Sie erfreuten sich artig zufrieden kauend am Leckerli und der warmen Worte. Beinahe könnte man meinen, die Worte würden glühen. Nachdem die Mägde hatten, was sie wollten, gingen sie zum Hof zurück.

Das graue Schaf schüttelte erst den Kopf, dann die restliche Wolle, um sie zu kühlen und zog von dannen. Einige Meter weiter blieb es stehen und blickte müde lächelnd zurück denn:

Wohin sich die Herde weißer Schafe treiben lässt, ist absehbar, schließlich gibt es auch Böden aus Beton…

Leider hat sich die Beweglichkeit der Hufe zur gestenreichen Kommunikation nicht verändert. Vielleicht funktioniert dieses bei neuen Züchtungen?

 

Die erste Fabel zum Schäfchen ist im Dezember 2010 zu finden.

September – Wir üben Herbst

Puh, der Sommer war ja nichts – zumindest nicht doll. Gerade mal für ein paar Tage lohnte es sich, die Sommermode im Schrank hervorzuziehen. Wie könnte eigentlich ein  Briefwechsel mit dem Personal der  „Wetterverwaltung“ über den Wolken lauten? 😉 Etwa so?

Sehr geehrter Herr P.,

aufgrund des Anspruchs auf Schönwetter im Sommer fordere ich die mir zustehenden Temperaturen zwischen 25°C bis 30°C pro Tag. Zu meiner Lebensqualität gehört das verzweifelte Wühlen in meinem Kleiderschrank, um die buntesten T-Shirts etc. für den Tag zu finden, in der Sonne zu picknicken und mir etwas gesunde Sonnenbräune zuzulegen.

Diesen Anspruch haben Sie nur ungenügend erfüllt und setzt Sie somit in Verzug. Ich fordere Sie hiermit auf, die noch zustehenden Temperaturen bis zum 23. September zukommen zu lassen.

Mit noch freundlichen Grüßen

X. Ypsilon

Antwort:

Sehr geehrte Frau X.Y,

Ihrer Forderung auf Dauersommer können wir nicht nachkommen.

Begründung unserer Ablehnung ist, dass auch leider bei uns erhebliche Einsparungen vorgenommen werden müssen. Selbst unsere Hotline kann ihrem Namen kaum noch gerecht werden. Mit dem Blick, den wir seit vielen Jahren auf die Erde haben, erkannten wir, dass sich Misswirtschaft durchaus lohnen kann und verpulverten die hohen Temperaturen bereits im letzten Sommer. Wir haben uns also entschlossen, es den verschiedenen irdischen Ebenen gleichzutun.

Da wir mit Entzücken beobachten konnten, wie Sie als Erdenbürger ständig bei Laune gehalten werden sollen, bieten wir Ihnen zum Ausgleich einen milden Winter an. Wir können zwar nicht dafür garantieren, aber daran dürften Sie sich bereits gewöhnt haben.

Wir tun unser Bestes und bemühen uns um zufrieden stellende Erfüllung Ihrer Ansprüche.

Zu guter Letzt dürfen wir Sie auf unser Sonderangebot aufmerksam machen, da auch wir auf Einnahmen angewiesen sind, dieses aber sonst gern auf die sozialromantische Schiene um jeden Preis als freiwillige Leistung vermarkten.

Es wäre ein Kurz-Abo auf Schäfchenwolken und etwas Sonne. Sie verzeihen uns sicher, dass eine weitere Inanspruchnahme mit höherem Aufwand und Kosten verbunden sind. Als freundlichen und durchaus kompetenten Wettervertreter werden wir Herrn K. kontaktieren und bei seiner Zusage einen Termin mit Ihnen vereinbaren.

Lassen Sie uns bitte umgehend wissen, ob Sie unser Angebot annehmen.

Mit wahnsinnig  freundlichen Grüßen

Ihr Lieblingsamt