Wir üben Jubiläums-Partyalarm

„Eine Zeitung“ wurde am 29.06.2012 zwei Jahre alt. Mit zwei Jahren waren wir als Kindelein schon trocken und liefen mehr oder weniger gut koordiniert umher. „Eine Zeitung“ hatte es durch ihre Leistung und mit der hierdurch großen Fangemeinde geschafft, sicherer zu laufen. Jedoch bleiben die Augen der Leser aufgrund des Humors selten trocken, zumindest die unserer Praktikantin. Das war doch ein gelungener Vergleich, richtig? Unsere Schmierblattpraktikantin hatte die Ehre und durfte diese Veranstaltung besuchen, um z. B. etwas zu erleben. Wir haben ihr gestattet, eigene Meinungen bzw. Empfindungen wiederzugeben.
Und hier ist ihre Berichterstattungsübung:

Liebe Leser des Schmierblattes, ich war kürzlich auf einer Jubiläumsparty von „Eine Zeitung“. Grammatikalisch richtig wäre natürlich „einer“ Zeitung aber in diesem Falle ist es ja ein Eigenname. Da Abendgarderobe gewünscht war und ich es natürlich respektierte, schlüpfte ich also ins festliche Kleidchen und in die Pumps, suchte mein edelstes Handtäschlein heraus und es ging los. Nach ein paar Technikproben und der Blasenpflasterverteilung am Eingangsbereich war es dann endlich so weit, die Veranstaltung begann.

Einer Feierlichkeit geht natürlich eine rührende Rede voran. Diese Rede rührte mich zutiefst, dass ich sogar mein Taschentüchlein zücken musste. Während der Rede mussten zwar einige Gäste gerügt werden, aber es kam sonst vorerst zu keinen Zwischenfällen. Der Chefredakteur wurde dann angekündigt, um feierlich die Jahresbilanz zu verlesen und erntete ebenfalls tosenden Applaus. Für das leibliche Wohl der Gäste wurde ebenfalls gesorgt und auch Showüberraschungen gehörten zum Abend. Zur Erwärmung begann die folgende Party mit einigen Titeln von Louis Armstrong. Auch Herr Presley erschien unter begeistertem Applaus auf der Pinnwandbühne. Ich war übrigens sehr verzückt, wie galant „Eine Zeitung“ mit einer Behörde verhandelte (ich muss es mir dringend abgucken). Um die Feierlaune der Gäste beizubehalten, sang für uns eine Schulkapelle den Titel „Meine Mami“. Überrascht wurden wir kurz darauf von einer Erotikshow, die ein Gast wohl spontan organisierte. Anscheinend konnte die Behörde durch die tolle Musik oder gar durch die Erotikshow überzeugt – nein, sogar begeistert werden und warf vor dem Publikum alle geknüllten Papiere hin. In einer Gedenkminute wurden auch die Dahingeschiedenen der letzten 12 Monate gewürdigt. Spontan zauberte ein Gast danach eine Glückwunschrede in Versform auf die Jubilare aus dem Ärmel und wurde mit Applaus (und meinem erneuten gerührten Schniefen) bestätigt. Wie es sich für „Eine Zeitung“ gehört, wurden auch Promi-News mitgeteilt. Geschenke durften ebenso nicht fehlen und „Eine Zeitung“ erhielt einen Schimpansen. Wo dieser während der Feierlichkeit untergebracht wurde, ist mir unbekannt, schließlich ist so ein Geschenk recht ungewöhnlich. Als weiterer Kracher für die Party wurde ein Comedian auf die Bühne geladen, der uns auf seine Weise den Unterschied zwischen Mann und Frau erklären sollte. Viele Gäste fühlten sich allerdings schon aufgeklärt. So kam es, dass sein Auftritt von einem Stück einer geworfenen Tomate im Auge unterbrochen werden musste und er im Krankenhaus landete. Die Entschädigung für den von vielen Gästen empfundenen Fehlgriff kam in Form von einem Auftritt von Metallica. Madonna ließ sich ebenfalls nicht lumpen und hielt eine gesungene Predigt vor den begeisterten Gästen.

Da ich aber nicht nur zum Feiern dort war, habe ich mir natürlich einen Vertreter von „Eine Zeitung“ zur Seite gebeten und ich konnte ihn trotz der vielen Gäste und Zwischenfällen für ein paar Fragen gewinnen. Weil sich „Eine Zeitung“ mit „EZ“ abkürzt, nutzen ich diese für die Darstellung des Gesprächs.

Schmierblattpraktikantin: „Sie sind nun seit 2 Jahren erfolgreich und haben eine große Leserschaft erreicht. Wie sind Sie auf die Idee gekommen? Ich möchte es gern von Ihnen hören.“

„EZ“: „Wenn ich mich recht erinnere, war damals einfach der deutsche Journalismus so gut wie tot. Eine neue Kraft musste her, ein unverbrauchtes Format, um die Glaubwürdigkeit der Medien wiederherzustellen.“

Schmierblattpraktikantin: „Sie haben bezaubernde Umfragen, die uns ständig sehr beeindrucken. Wie finden Sie so viele Leute für Ihre Befragungen?“

„EZ“: Also, es ging um die Umfragen, richtig? Ja, die sind ziemlich gut. Sehr gut sogar. Wir haben ein Team von 14 Leuten, die sich rund um die Uhr um die Umfragen kümmern, dann ausschwärmen in die Republik um normale Passanten zu befragen“.

Schmierblattpraktikantin: „Das klingt ja wirklich nach Action im Alltag Ihres Teams, ich bin begeistert! Haben Sie denn Pläne, auch für die Jüngsten viele aufklärende Artikel zu bringen? Sie wissen ja, wir müssen möglichst viele Altersgruppen erreichen.“ Unsere abschließende Frage wurde mit einer für uns nachvollziehbaren Begründung wegen einer missverständlich klingenden Abkürzung wie folgt beantwortet:

„EZ“: „Nein, eine Kinderzeitung werden wir nicht ´rausbringen.“

Schmierblattpraktikantin: „Ich danke Ihnen wie verrückt für ihre erfrischenden Antworten.“

Und außerdem danke ich im Nachhinein für das sonst so nette Gespräch und den tollen Sekt.
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Wir vom Schmierblatt danken Ihnen ebenfalls recht herzlich für die Zeit, die Sie sich für unsere Praktikantin genommen haben, obwohl sie aufgrund vieler Gäste und einigen Zwischenfällen sehr eingespannt waren. Das gesamte Team, aus zickiger Chefin, noch sehr unbeholfener Praktikantin, dem piepsenden und schmächtigen Hausmeister bestehend, beglückwünschen Sie noch einmal an dieser Stelle und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg. Vielen Dank auch dem jungen Herren an der Bar, der unserer doch recht nervösen Praktikantin eine Zigarette gab, wie sie uns erröteten Gesichtes verriet. Sie ist übrigens gut zu Hause angekommen und verspätete sich um etwa 20 Minuten. Hierfür bekam sie einen Kaffee weniger.

Eine Frage hätten wir allerdings schon noch, die sich nach der Feier ergab: Wo haben Sie denn den kräftigen und sehr konsequenten Sicherheitsmann her? Wir würden unser Team gern ebenfalls durch einen so (O-Ton unserer hingerissenen Praktikantin „coolen und ultrastarken“) Sicherheitsmann aufstocken. Es grüßt Sie die Chefredakteurin des Schmierblattes, die die Praktikantin derzeit mit Baldrianpillen abfüllt, da sie mit ihrem Wahnsinns-Redeschwall sogar die Ehefrau unseres Hausmeisters übertrifft.

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2 Gedanken zu „Wir üben Jubiläums-Partyalarm

  1. Ich war auch auf dieser Party. So geil war sie aber gar nicht, die Mädels waren sehr schüchtern und ich musste die Nacht wieder alleine auf meiner Timeline verbringen.

    1. Oh, Herr Degendorff, Sie haben doch schon für ordentlich Stimmung gesorgt 😀 Ich bedaure zutiefst, dass Sie aufgrund der schüchternen Mädels allein auf Ihrer Timeline-Liege verbringen mussten. Vielleicht sollte „Eine Zeitung“ ja mehr Partys und für Singles organisieren 😉 Vielleicht reichten die Hammer-Getränke an der Bar nicht aus, um den Rest der Mädels aufzulockern *grien* 😉

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