„Das graue Schaf“ Teil 2

Wir erinnern uns an die Wiese, die eher eine Steppe ist und an das graue Schaf, welches sich das rettende Löchlein unter dem Gitter grub und sich aus der Herde entfernte?

Inzwischen ist auch ein neuer Schäfer zur Herde geschickt worden. Dieser wirkte gutmütiger den Schafen gegenüber. Das graue Schaf trat nun zum letzten Mal zur Herde, um die neue Frau im Hause zu sehen. Doch es traten noch 4 Mägde auf die Bildfläche. Die eine redete wie die andere auf die Schäfchen ein, wie gut sie doch noch Wolle gaben und weiterhin geben mögen. Man könnte meinen, es wäre ein Wettstreit der warmen Worte. Die dritte Magd setzte sich mit Staffelei und Pinsel vor die Herde und malte, während die vierte die Schafe befragte und sich viele Notizen machte. Zwischen dem vielen „mäh“ war auch ein zeitweilig artiges „mök“ zu vernehmen. Auch Portraits wurden von den Schäfchen gemalt, während sie ein Leckerli bekamen. Ein lächelndes Schaf auf den Bildern zaubert Idylle, dachten sich die Mägde.

Dass beim grauen Schaf der Wollansatz schon fast verrußte, übersahen sie anscheinend. Das graue Schaf erinnerte sich nämlich mit Gewitter unter der Wolle an die eine Magd, deren Freunde die Herde auf die Steppe trieben, da sie enge Vertraute des Bauern sind. Natürlich verstanden die armen anderen Schäfchen wieder nicht, dass sie nach der Steppe wohl noch in die Wüste getrieben werden und auch weiter Wolle geben sollen. Sie erfreuten sich artig zufrieden kauend am Leckerli und der warmen Worte. Beinahe könnte man meinen, die Worte würden glühen. Nachdem die Mägde hatten, was sie wollten, gingen sie zum Hof zurück.

Das graue Schaf schüttelte erst den Kopf, dann die restliche Wolle, um sie zu kühlen und zog von dannen. Einige Meter weiter blieb es stehen und blickte müde lächelnd zurück denn:

Wohin sich die Herde weißer Schafe treiben lässt, ist absehbar, schließlich gibt es auch Böden aus Beton…

Leider hat sich die Beweglichkeit der Hufe zur gestenreichen Kommunikation nicht verändert. Vielleicht funktioniert dieses bei neuen Züchtungen?

 

Die erste Fabel zum Schäfchen ist im Dezember 2010 zu finden.

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10 Gedanken zu „„Das graue Schaf“ Teil 2

  1. Ja, ja… die Schäfchen. Die werden wohl nie alle. Ich hoffe nur das die „gerschen Wiesn“ noch eine Weile grün sind. Es könnte sonst gut sein das auch das „mök“ etwas leiser ausfällt.

    LG

      1. Es gibt anscheinend tatsächlich Kopf-Tätschelkurse, die die eine oder andere Magd in Anspruch nahm 😛 in einer Stadtr.-Sitzung zeigte sie jedenfalls, dass sie nicht aus der Übung kommen wollte. 🙂

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