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Wir üben erste Winterkränkelei

Bei den kalten Temperaturen „freuen“ wir uns nicht nur über Magenüberforderungen dank der vielen Naschereien, sondern auch über Schniefnase & Co.

Mit 40% igem Alkohol in kleinen Medizin-Fläschlein zaubert das in der Werbung gezeigte „Rettungs-Team“ den Schnupfen weg. Halluzination? Soll ja auch helfen. Desinfektionsmittel helfen gegen die Übertragung von Schnupfennasen, wenn das Werbespot-Söhnchen das Telefon anfasst und sich die vielen niedlichen als Viren dargestellten Würmchen auf dem Telefon tummeln. Heißt: Man desinfiziere alles, was nur geht. Verfolgt Eure Familienmitglieder mit dem Mittelchen, welches mit „S.“ beginnt und alle Gefahr ist gebannt. Klinische Reinheit ist heute angesagt. Komisch, ich habe die Zeit vor dem „S.“ auch überlebt. Wie ging das nur?

Hygienespülmittel sollten jetzt wohl auch auf die Geschenkeliste, damit die Lieben immer hygienisch und gar klinisch reine Wäsche auf dem Leib haben. Wer es wagt, diese Mittelchen mit Schleifchen an Mutti, Oma oder anderen zu überreichen, fotografiert bitte die Reaktion, falls das Fingerchen dann noch auf den Auslöser kommt.

Also, haltet Euch mit allen Mitteln gesund, heizt (Euch) mächtig ein, Herr Sarrazin guckt diesen Winter sicher gütig darüber hinweg *g*. Schnasselt Erkältungsmittel, damit Ihr ruhig schlafen könnt und übersteht gut den Winter.

Viel hübscher verpackt sind natürlich die Leckerlis aus Schoki und Schnäpseli.

Wir üben ersten Weihnachtsmarkt-Marsch

Hier im Ort eröffnete ja fast zur Monatsmitte (November) die wohl beliebte Eisarena. Komisch, die Herbstmode ist doch da gerade im Run, oder? Dann schon Piruetten mit Schwipsnase von Glühwein o.ä. drehen? Für den guten Zweck wird der Punsch am Lions-Stand genascht und friedlich geguckt. Übrigens kann man dort noch immer Brillen-Spenden abgeben. Ich bin meine Sammlung schon los, aber meine rosarote Brille bleibt noch immer mein, sonst hält man hier das Gefühl, eine Zeitreise 20 Jahre zurück gemacht zu haben, nicht aus. Eine Ex-Großstadt erleuchtete trotz Pleiten, Pech und Pannen im Lichterglanz (“Sponsoring”). Liebe Bürgermeister aller Städte: beschwichtigt Eure Bürger für mindestens einen Tag mit Glühweinspenden. Alkohol löst zwar keine Probleme, aber man kann schon mal die Einwohnerzählung genauer gestalten und für einen Tag verklärte Blicke ernten. „Fehlten“ eigentlich noch die Sozialschnuffis, die intensivfarbene Socken verteilen. Und statt „Klingelingeling“ gibt’s noch immer montags per Megaphon Ningelingeling (ningeln=meckern) vor dem Einkaufscenter.

Apropos Einkaufscenter: Ich wollte, nachdem ich mir beim Friseur endlich mal die splissenden Flusen vom Kopf schnibbeln ließ, mir eine schöne Mütze gönnen. Die Anprobe verschiedener alberner Deckel endete in einem Lachkrampf (mich in einem Sommerkleid verirrt zu haben, hatte ich fast verdrängt). Ich wurde dennoch fündig…aber die Frisur war hin. Meine Begleitung brauchte Socken und erkundigte sich beim Personal. Wir wurden freundlich in die (festhalten, Leute!) „Sockenabteilung“ gelotst. Die war genau gegenüber der „Deckelabteilung“. Nachdem wir trotz nur einer Kundin vor uns etliche Minuten standen und das Gemecker der weiteren Kunden anhören „durften“, war uns dann wieder warm. Das Personal schwitzte anscheinend auch, denn die Damen verkrümelten sich trotz Sichtung der langen Schlange an der Kasse zu den Regalen und taten demonstrativ sehr beschäftigt. Lachend ging es wieder in die Frische.

Weiter zum Weinachtsmarkt:
Es gab übrigens mindestens zwei Versionen, woher nun der Weihnachtsbaum kommt. Die eine besagt, dass es ein Spender-Ehepaar aus Halle gibt, nachdem die Stadt den angebotenen Baum wohl nicht wollte und sich somit nun diese Stadt der Spende annahm. Die andere Version sagt aus, dass die Fichte aus einem Forst käme. Wenigstens wissen wir, wem wir die geschenkten Löwen abgenommen haben. Mir fällt passend immer der Satz ein: „Der Hund wollte das Essen auch nicht“.
Der Märchenweihnachtsmarkt wurde mit ähnlichem Tamtam eröffnet und zwar mit einer Lasershow-Märchenvorführung. Ich gebe zu, ich war nicht anwesend, aber es gab schöne Fotos hier und da zu sehen. Es gibt schon Stände, wo ich etliche Deko-Kunstwerke am liebsten weggekauft hätte. Aber ich bleibe stark. Natürlich werde ich die Futter-Stände favorisieren, wo es Langos und Mutzbraten etc. gibt. Meine Begleitung ist mit einer Standbetreiberin mit gebrannten Mandeln fast per „du“ und ich vermisse jährlich den Heimat-Knieperkohl mit Kohlwurst. An dieser Stelle quetsche ich wieder mal ein paar Heimwehtränchen hervor.
Es hilft alles nichts, ich muss diese leckere Spezialität wohl einfliegen lassen… in diesem Sinne liebe Prignitzer und Ostprignitz-Ruppiner…Hilfe…! 😉

Dezember – Wir üben ersten Weihnachtswahnsinn

Spätestens, wenn wieder Baufüchse pfeifen, Versicherer 10 Autos für einen Preis versichern wollen und benebelte Hippies in einem alten Werbespot die hübsche Blondine beim kapitalistischen Online-Shoppen erwischt haben, geht es los. In den Geschäften rie…duftet es wieder etwas strenger nach Gewürzen, süßen Sachen und auch die ersten Glöckchen klingeln wieder herum. Natürlich sollen es am liebsten die des Ladens sein…falls jemand noch im Geschäft kauft. Einige Verbraucherplattformen pfeifen auch schon mehr Favoriten als sonst auf die Mitgliederseiten (z. B. die aus der Bundes-Hauptstadt). Womit man kaum früh genug anfangen kann ist der Geschenkekauf im Laufe des Jahres. Pro Monat ein Gerät. Vielleicht hat der eine oder andere den Kredit bis Weihnachten schon abgelöst und kann sich dann die Ente leisten. Außerdem ist vieles außerhalb der Weihnachtszeit weit preiswerter – pfui, wie berechnend! Aber mal ehrlich: freut es dann weniger als überteuert erstanden? Die „Ichhabschonalles-Geschenke“ fallen dementsprechend aus. Gutscheine sind ja manchmal sehr nützlich, aber in anderen Fällen schon phantasielos. Was schenkt man so, ohne dumm dazustehen? Tipp: Ich sehe unterwegs etwas, denke an einen lieben Menschen, der darüber ehrlich lachen und sich freuen kann. Ich verschenke es sogar dann einfach so. Aber wie viele tun sich den Krampf des Geschenkekaufes an? Ist es nur das, was Weihnachten ausmachen soll? Für mindestens jedes Familienmitglied, wenn nicht auch noch Bekannte irgendein ständig angepriesenes Gerät? Nein, Herr Clooney zeigt uns im recht amüsanten Werbespot, dass es fatal sein kann, sich Nespresso-Maschinchen und Kapseln anzuschaffen. Der liebe Gott hat jetzt das Kapsel-Abo über den „Zwischenhändler“ George? Wo ist eigentlich unser Umweltminister abgeblieben? Atom-Müll-Krawall hier und jede Menge unnötig einzeln verpackter Kram anscheinend unbeachtet da. Hätte schon eine Idee für einen Werbespot mit ihm. Wie wäre es mit dem Handel, der neben Kaffeekapseln auch „passend“ Öko-Strom vermeiert?